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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.01.1912
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1912-01-12
- Erscheinungsdatum
- 12.01.1912
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- Deutsch
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Nichtamtlicher Teil. -U 9, 12. Januar 1912. zahlen jährlich 1 Ein Jahresbericht über die gegen wärtige Ausbreitung und die Erfolge ist mir nicht zugäng lich gewesen. Am nächsten kamen dem Borromäus-Verein und den ähnlichen Gründungen in Österreich in ihren Zielen die katholischen Preßvereine, zu denen schon die Bischofs konferenz in Fulda im Oktober 1867 den Anstoß gegeben hatte. Wie der Name andeutet, besteht die Hauptaufgabe dieser Vereine in der Förderung der katholischen periodischen Presse.') Der erste war derBayrische Preßverein, der am 15. Juli 1901, in unmittelbarem Anschluß an die Be wegung gegen die damals erschienene Graßmannbroschüre, aus Betreiben des Eichstätter Generalvikars vr. Triller in München gegründet wurde. Auf evangelischer Seite hatte er sein Vorbild in dem 20 Jahre früher von der Innern Mission in Berlin gegründeten »Christlichen Zeitschriften- verein« mit großer Schristenvertricbsanstalt, dem im Jahre 1900 noch ein »Zentralverein zur Gründung von Volks- bibliolheken« angegliedert worden war. DerBayrische Preß verein verfügt heute über 180 selbständige Ortsvereine mit einer Mitgliederzahl von 16000, die von einem Jahres beitrag von 2 ^ die Hälfte an die Zentrale abliefern. Außer der Förderung der katholischen Zeitungen und Zeit schriften, wofür er bis jetzt 250 000 ausgegeben hat, ver folgt er aber auch den Zweck, die katholische Bücherliteratur zu pflegen, Volksbildungsabende zu veranstalten, Volks- bibliotheken, Lesezirkel und Lesehallen zu gründen und zu unterstützen, endlich die Kolportage zu fördern. Am 26. September d. I. hat der Verein die 14. Münchener und damit die 200. Preßvereinsbibliolhek (mit 2400 Bänden) eröffnen können. Diese Bibliotheken haben zusammen 460 000 Bücher ausgeliehen. Die Zahl der Lesehallen be trägt 6, die der größeren Lesezirkel 28. Mit der Verbreitung volkstümlicher, aber nicht unter haltender Literatur befaßt sich auch der Volksverein für das katholische Deutschland, jene gewaltige, auf Anregung Windthorsts 1890 ins Leben gerufene Organisation zur sozialen Belehrung und Schulung der weiten Volkskreise für Mitarbeit an einer christlichen Sozialresorm. Der Verein, der seinen Sitz in M.Gladbach hat, zählt an 650000 Mit glieder, die jährlich 1 zahlen (wofür sie die Monatsschrift »Der Volksverein« beziehen), verfügt über 50000 Vertrauens männer unter etwa 5000 örtlichen, 15 Diözcsan- oder Landes- Geschästsführern, besitzt eine Buchdruckerei und betreibt unter der Firma Volks-Vereins-Verlag G. m. b. H. einen Verlag. Er hat eine sozialwiffenschastliche Bibliothek von 31 000 Bänden. 4 Sammlungen von Fünfpfennig-Broschüren (»Soziale Volks bibliothek«, -Gemeinnützige Volksbibliothek«, »Apologetische Volksbibliothek«, »Katholische Volksbriefe«) und Pfennigblätter werden in großen Massen verbreitet. Ferner erscheinen dort außer zahlreichen Büchern und Broschüren zwanglose Hefte unter dem Titel »SozialeTagesfragen» (42 Hefte), die Samm lung »Soziale Vorträge», »Vortragsskizzen«, »Staatsbürger- ') Die katholische Presse hat in Deutschland nur etwa 2 Millionen Abonnenten bei 20 Millionen Katholiken. Der Ab satz katholischer Schriften — so sührt in der Zeitschiist »Auswärts« ein anonymer Verfasser aus — ist verschwindend klein »im Ver gleich zu den Schriften der andern Seite, ja leider auch des Schundes, sür den im Deutschen Reiche jährlich SV Will. Mk. (?l Red. d. BB.) ausgegeben werden. Auf keinem Gebiete fehlt es so an Mit arbeitern, an Verständnis und Begeisterung. SV000 Kolporteure durchziehen Deutschland und Österreich, und von ihnen sind 49 000 mit dem Vertrieb leichtfertiger, unmoralischer Presseerzeugnisse beschäftigt. Aus ungesähr 20 Millionen Leser läßt sich ihr Absatz gebiet schätzen. Kann man überhaupt von katholischer Kolportage reden in Anbetracht dieser Tatsache und der zahlreichen blühenden protestantischen Bibel- und Kolportage-Gesellschaften?« («Aus wärts«, l. Jahrg., 1909, S. 124.) bibliothek« (17 Hefte), »Apologetische Tagessragen«, weiter die Zeitschriften »Kranz« (für Jungfrauen«), »Jung Land» (für die männliche Landjugend), »Efeuranken» (sür die reifere Jugend), »Frauenwirtschaft« (sür das hauswirtschastliche und gewerbliche Frauenbildungswesen), die »SozialeKultur« (volks wirtschaftliche Zeitschrift), »Soziale Studentenblätter« und »Präsides-Koriespondenz« (für geistliche Vereinsleiter). Der Vertrieb geschieht zunächst durch die von dem Verein ins Leben gerufenen einigen 40 Arbeitersekretariate, deren Beamte sowohl auf den Bureaus wie in Volks- und Arbeitervereins versammlungen, in sozialen Kursen die Schriften unter das Volk bringen. Desgleichen bemühen sich vielerorts die Ver trauensmänner des Vereins und die Arbeitervereine um den Vertrieb'). Dieser geschieht aber auch durch den Gesamtbuch handel. In M Gladbach ist auch eine katholische Kolportage ins Leben gerufen worden, auf die ich noch zu sprechen kommen werde. Wie bedeutend der Schristenvertrieb des Volksvereins ist, geht aus den Zahlen hervor, die bei seiner letzten General versammlung im August vor. I. veröffentlicht worden sind. Danach sind von der Vereinszeitschrift im letzten, im Juni be endeten Geschäftsjahre 4180400 Exemplare versandt worden, Flugblätter3786052, Agitationsmaterial 2465266, Material zur Jnteressierung der Gebildeten 275481, Sozialpolitische und Apologetische Korrespondenz 120000 Exemplare, Einzel schristen des Volksvereins-Verlags 1 576r04, Zeitschriften des Volksvereins-Verlags 724 942, Propagandamalerial (Schriften verzeichnisse usw.) 563630, mithin Versand an Schriften und Drucksachen vom 1. Juli 191o bis 30. Juni 1911 13892375 Exemplare; der bisherige Gesamtversand an Schriften und Drucksachen seit 1891 beträgt 157 298364 Exemplare. So groß auch immer die Volkskreise sein mögen, deren Lesebedürfnis durch die Volksbibliotheken befriedigt werden, so bleiben doch noch erhebliche Voiksteile übrig, denen die Benutzung von Bibliotheken und die Mitgliedschaft zu einem Verein noch viel zu umständlich und unbequem ist. Diese breitesten Volksschichten kann nur die Kolportage erreichen, und sie sind es, unter denen die Schundliteratur am meisten grassiert. Um diese Kreise zu einem Teil wenigstens sür bessere Literatur zu gewinnen, maß auch dasselbe Mittel an gewandt werden. Aus dieser Erkenntnis hatte sich im Mai des Jahres 1905 ein Komitee sür Massenverbreitung guter Volksliteratur gebildet, das sür die Schaffung von einwand freien, sittlich und künstlerisch wertvollen Kolportageromanen Preise von 8 000, 12 000 und 18 000 ^ oussetzte. Der Erfolg war ebenso negativ — kein einziger Preis kam zur Auszahlung — wie derjenige des Vereins sür Massen verbreitung guter Schriften, der unter dem Protektorat des Großherzogs von Sachsen-Weimar gegründet worden war und es in kurzer Zeit auf 5000 sehr leistungsfähige Mit glieder gebracht hatte. Beide mit großen Mitteln angefangenen Unternehmungen gingen in die Brüche. Die Frage, wie diese Fehlschläge zu erklären seien, beantwortet Heim. Herz in seiner schon angezogenen Broschüre »Ter Weg des Buches ins Volk« dahin, daß er es aus der Natur des Kolportage romans für unmöglich erklärt, ein stltenreines, spannendes Werk dieser Art zu schaffen. »Nur Utopisten, die weder von der Technik des Kolportageromans, noch vostl künstle rischen Schaffen die geringste Ahnung haben, können sich in solche Träumereien verlieren. Ebenso unmöglich ist es, be reits erschienene spannende Romane in die Form der Kol portagehefte zu zwängen«. Es blieb also nur übrig, gute, existierende Literatur zu kolportieren, ohne die äußere Form der bandwurmartigeu Räuber- und Mordgeschichten nachzuahmen. Diese Aufgabe »> Herz, Der Weg des Buches ins Volk. Hamm. 1909. S. s u. s.
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