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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.07.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-07-13
- Erscheinungsdatum
- 13.07.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 5653 Rande einen vornehmen Eindruck. Die schöne, kräftige Schrift, I die zwischen Fraktur und Antiqua die Mitte hält, zeichnet sich durch vorzügliche Deutlichkeit des französischen Textes aus. Die Deutlichkeit wäre noch größer, wenn der übliche linkseitige Einzug der ersten Zeile eines Absatzes beibehalten wäre. Leider ist dieser Einzug, an den unser Auge nun einmal gewöhnt ist und unwillkürlich sucht, nach bekannten Mustern durchweg ver mieden, worunter die Klarheit des Seitenbildes leidet. Die Schrift ist, wie bemerkt, nicht daran schuld. Diese ist von so außer ordentlicher Klarheit, daß es eine Freude ist, sie zu lesen. Die k. k. Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. — Die k. k. Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien versandte soeben ihren diesjährigen Prospekt, aus dem her- resp. 194 des vorhergegangenen Jahres. Die im Jahre 1888 unter der Bezeichnung -K. k. Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduttionsverfahren in Wien« eröffnete Anstalt wurde im Die Bestimmung der Anstalt war ursprünglich die Ausbildung von Fachphotographen, Retoucheuren, Lichtdruckern. Photolitho graphen rc., die Unterweisung von Künstlern, Gelehrten und Tech nikern, die die Photographie als Hilfswissenschaft erlernen wollten, sührung selbständiger wissenschaftlicher Untersuchungen auf dem Gebiete der Photochemie und verwandter Fächer. Die -K. k. Lehr- und Versuchsanstalt« für Photographie und Reproduktionsver fahren« bestand aus zwei wesentlich verschiedenen, aber innig zusammenwirkenden Abteilungen: der eigentlichen Lehranstalt und beziehungsweise doppelte Besetzung der Lehrfächer für praktische Photographie und Druckverfahren notwendig. Ferner mußte der Unterricht in den photomechanischen Druckverfahren, der anfangs nur mittelst Handpressen gelehrt wurde, auch auf Lichtdruck- und Steindruckschnellpressen ausgedehnt werden, weil den Arbeitskräften diese Kenntnisse unentbehrlich sind. Aber nicht nur für Steindruck und Lichtdruck wurden die modernen photographischen Verfahren bedeutungsvoll, sondern auch für den Buchdruck. Bereits im Jahre 1891 wurde vom Vorstande des Gremiums der Buchdrucker und Schriftgießer Wiens eine Denkschrift verfaßt, worin auf die dring liche Notwendigkeit hingewiesen wurde, auch eine Sektion für Buch- und Jllustrationsgewerbe an die Lehranstalt für Photo graphie und Reproduktionsverfahren anzugliedern. Das Ministe druck- und Buchdruckmaschinen, Hand- und Schnellpressen, letztere mit elektrischem Antriebe, sowie der Setzersaal untergebracht wer den konnten. Die Einführung des Unterrichtes an Schnellpressen Jllustrationsgewerbe bedingte eine Erweiterung des Lehrplanes sowie eine Modificierung des Statuts der Anstalt und gleichzeitig auch eine Aenderung in der Bezeichnung derselben, nämlich als -K. k. Graphische Lehr- und Versuchsanstalt«. Die Lehranstalt für Buch- und Jllustrationsgewerbe besteht aus zwei obligaten Jahr gängen, in denen Buchdruck und Satz (theoretisch und praktisch), ferner Mechanik, Chemie, Physik, Maschinenlehre, Schriftgießerei, Stereotypie, Galvanoplastik, Betriebsstatistik, doppelte Buchhaltung, Preßgesetz, Aesthetik der Buchausstattung rc. gelehrt wird. In einem dritten Jahrgange können die Buchdrucker sich eventuell an den Kursen der ersten Sektion beteiligen. Zur Zeit stehen den Schülern 24 Buch-, Stein- und Lichtdruckpressen, betrieben von 9^Ele^tromotoren, zur ^Verfügung; ferner eine Setzmaschine und aller Art ist nach Techniken geordnet und eine wichlige Quelle der Belehrung und des Studiums für den Graphiker. Die photo mechanischen Methoden, Lithographie und der Kupferdruck sind vorzüglich vertreten, den Erzeugnissen der Typographie wird in neuerer Zeit große Aufmerksamkeit geschenkt. Die Fachbibliothek enthält ungefähr 8000 Bände und umfaßt ziemlich vollständig die deutsche, englische, französische und italienische Litteratur auf graphischem Gebiete. Kunstausstellung. — In Straßburg i/Elsaß hat die Gesellschaft der Kunstfreunde nach dreijähriger Pause wieder eine ick.undsechzigsler Jahrgang des Kunstgewerbes eröffnet. Die Ausstellung ist von zahlreichen Künstlern beschickt. ist. ^zeigt dessen Voranschlag ^für das Jahr 1902^ Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 319700 ab. Zu Vereinsschriften sind 180700 ^ bestimmt. Die amerikanische Bücher-Hausse. — Ueber den enormen Absatz einzelner neuer amerikanischer Romane wurde vor einigen Tagen hier berichtet. Die Gründe dieser Erscheinung untersucht Fred. A. Mc Keimte in einem bemerkenswerten Aufsatz eines dor- das in ähnlichen Formen wie der Verlagshandel auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans betrieben wurde. Dann aber kamen -smarte- Männer vom Westen, und einige der ältesten Geschäfts häuser mußten bald erleben, daß die Konkurrenz dieser neuen Mitbewerber ihnen den Boden unter den Füßen entzog. Die Die Bücher werden als ^eschäftwaren behandelt, die in geschäfts mäßiger Art getrieben werden. Für ein Buch wird ebensolche Reklame gemacht wie für patentierte Pillen. Die größten Häuser gehen in den neuesten Methoden am weitesten vor. Die Hausse werker? und in einigen Romanen. Nur eine kleine Anzahl Ge schichten wird sehr gut verkauft. Die Durchschnittserzählung ver kauft sich dagegen nicht besser als früher. Man kann auch niemals sagen, welches Buch -einschlagen« wird. Das ist mehr Sache des zählungen sind fast alle amerikanische Geschichten oder Geschichten des englischen Lebens. Romane vom Kontinent haben sehr geringe Chancen. Man nimmt einen seltsamen Charakter, wie man ihn aber sie sind gesund, heiter und in einigen Fällen in weitem Maße autobiographisch. Reiner Realismus ist ihr Kennzeichen. Die Verfasser haben gelernt, um sich zu blicken und die Leute zu Plakate von neuen Büchern, und diese Plakate werden so künst lerisch und anziehend wie möglich gemacht. Gewöhnlich wird die am Sonnabend erscheinende litterarische Beilage der Tageszeitungen dem öffentlichen Geschmack gefällt. Die Warenhäuser bilden jetzt die großen Verteilungscentren. Sie kaufen auf einmal große Mengen eines Buches auf, ordnen sie in Haufen, so daß jeder ein- Die Folge ist, daß der Kreis der Leser von Büchern sich verfünf facht hat. Leute, die nie vorher Bücher lasen, sind jetzt regel mäßige Käufer. Personalnachrichten. von 63 Jahren der Verlagsbuchhändler Herr Jacob Diemer in Mainz, Inhaber der angesehenen dortigen Firma I. Diemer, Verleger der Zeitschrift für Staats- und Gemeinde-Verwaltung, der -Jnvaliditäts- und Altersver sicherung im Deutschen Reiche-, der -Hessischen Rechtsprechung- und der -Deutschen Weinzeitung.. Herr Jacob Diemer eröffnete sein Geschäft im Jahre 1871 als Sortimentsbuchhandlung. Seit 1891 widmete er sich ausschicßlich dem Verlage, den er in rastloser, umsichtiger Arbeit zu Bedeutung gebracht hat. Das Andenken des fleißigen und liebenswürdigen Mannes wird bei allen, die ihm nahe standen, insbesondere auch bei vielen seiner Berufsgenossen unvergessen sein und überall in Ehren gehalten werden. 744
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