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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.07.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-07-18
- Erscheinungsdatum
- 18.07.1901
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- Deutsch
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5758 Nichtamtlicher Teil. 165, 18. Juli 1901. darin alle ihre Kenntnisse, die sie vorher auf einer Akademie I oder Kunstschule erworben haben, am besten verwerten könnten. Wenn das nun auch kaum in einem der anderen Fächer so direkt der Fall wird sein können, so werden doch die Künstler allein schon durch das häufige Verweilen in dieser Heimstätte der Arbeit unwillkürlich Achtung vor dem Ge- werbefleiße ihrer Mitmenschen bekommen; dem Einflüsse des in der schaffenden Maschine gebundenen industriellen Geistes werden auch sie sich auf die Dauer nicht entziehen können, und es wird bei vielen von ihnen sehr bald der Wunsch rege werden, auch von ihrem Standpunkte aus mit zur Ver vollkommnung dieser maschinellen Erzeugnisse beizutragen; und damit wäre dann sehr viel gewonnen. Denn dann würden wir in absehbarer Zeit vielleicht auch einmal dahin gelangen, daß ein und derselbe Künstler nicht nur die Illustrationen sowie die Entwürfe für die Deckelpressung und das Vorsatzpapier für gewisse Bücher liefert, sondern auch gleichzeitig die Erfindung einer neuen lesbaren Druckschrift für dieselben übernimmt. Und damit wäre dann einzelnen Erzeugnissen unseres Büchermarktes nicht nur ein ganz bestimmter individueller Charakter aufgedrückt, sondern es würde uns auch das Er scheinen der ersehnten deutschen Jdealtype ganz wesentlich näher gerückt. Weil sich nun aber keine echte künstlerische Thätigkeit mit Erfolg durch bloße Vorschriften oder momentane Lock mittel, wie Honorare u. s. w., auf dieses Ziel hinlenken läßt, sondern es hierzu einer teilweisen Umgestaltung des inneren Menschen bedarf, die nur allmählich durch solche äußere Ein drücke bewirkt werden kann, läge allein schon aus diesem Grunde die Errichtung einer solchen Akademie in dieser Form im allgemeinen Interesse. Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß Tausenden von fleißigen und intelligenten Arbeitern, die bei der heute unvermeidlichen Schablonisierung der Arbeit Gefahr laufen, die ihnen zugewiesenen Obliegenheiten schließlich nur noch mechanisch zu verrichten und in der Tretmühle des alltäg lichen Lebens mit der Zeit zur Maschine herabzusinken, dieses Institut durch Abendkurse und fachliche Vorträge viel geistige Anregung bieten und ihnen dadurch die Ausübung ihres schweren Berufes ganz wesentlich erleichtern könnte, in dem die Leistungsfähigkeit des Einzelnen bekanntlich seiner geistigen Verfassung entspricht, da in den graphischen Betrieben die Hand mit dem Kopfe schaffen muß. Kleine Mitteilungen. Tetephon. — Eine neue Verfügung des Reichspostamts bestimmt, daß Berlin mit den zum Ober-Postdirektionsbezirk gehörenden Orten hinsichtlich der Verlegung von Sprechstellen als ein Ort anzusehen ist. Es gehören hierzu: Adlershof, Char» lottenburg, Friedenau, Friedrichsberg, Neu-Weißensee. Nieder schöneweide, Mühlenbeck, Pankow, Reinickendorf (Ost), Rummels burg. Tempelhof und Wilmersdorf mit ihren Fernsprechnetzen. Innerhalb dieses Gebietes werden Anschlüsse fortan unter den selben Bedingungen wie innerhalb der Orte selbst verlegt werden. das Gebiet der Orte^beschränkt, in denen sich ein Stadtfernsprechnetz befindet. Der Verlegung von Anschlüssen von Berlin nach seinen Vororten oder umgekehrt, sowie von Vorort zu Vorort standen die Ausführungsbestimmungen zur Fernsprechgebührenordnung im Wege. Wer mit seinem Anschluß von einem Orte zum war die dafür vorgesehene Gebühr und der der nicht abgelaufenen Ueberlassungsdauer entsprechende Teil der Herstellungs- und Ab bruchskosten zu entrichten. I Die Bilanz eines Jahrhunderts. — Das Soll und Haben des neunzehnten Jahrhunderts wird in einem amerikani schen Blatte in folgender Weise aufgestellt: -Dieses Jahrhundert hat von seinen Vorgängern das Pferd erhalten; es hinterläßt dem neuen Jahrhundert die Lokomotive, das Zweirad und das Auto mobil. Es hat die Gänsefeder gefunden und hinterläßt die Schreib maschine. Es hat die Handdruckpresse gesunden und hinterläßt die Rotationsmaschine. Es hat die Malerei auf Leinwand ge funden und hinterläßt die Photographie und den photomechanischen mechanische Weberei und Spinnerei.^ Es hat das Pulver gefunden und hinterläßt gewaltige Explosivstoffe. Es hat die Steinflinte gefunden und hinterläßt Schnellfeuerwaffen. Es hat die Unschlitt kerze gefunden und hinterläßt das elektrische Licht. Es hat die galvanische Säule gefunden und hinterläßt die Dynamomaschine. Es hat das Segelschiff gefunden und hinterläßt das Dampfschiff und das Unterseeboot. Es hat die einfache Telegraphie gefunden und hinterläßt das Telephon und die Telegraphie ohne Draht. Es hat das gewöhnliche Licht gefunden und hinterläßt die X-Strahlen u. s. w.- Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler. F. Fontane L Eo. in Berlin. III. Jahrgang, Nr. 20 (zweites Juli-Heft). 40. Sp. 1377—1448 mit 1 Portrait. u. 8 vow 20. Huni u. 12. ^uli 1901. 4". 8. 25—32. Flavio Gioja, der als Erfinder des Kompasses gilt. Für den Verkehr über die hohe See ist der Kompaß zweifellos das wichtigste Hilfsinstrument, und sein Erfinder hat sich unsterbliche Verdienste Person, die um 1300 gelebt und in Pasitano bei Amalfi geboren sein soll. Ueber seinen Anteil an der Erfindung des Kompasses sind die Ansichten auch lange sehr geteilt gewesen. Zweifellos war runden Büchse erhebt, die die Windrose festliegend trägt. Dieser Kompaß war schon vor Gioja, auch in Europa, bekannt, aber der Seemann kann keinen Gebrauch^ davon machen, weil er, Kurs darauf ablesen und sie nimmt nicht an der Drehung des Schiffes teil. Das ist der Anteil, der nach Breusing dem Italiener Gioja an der Erfindung des Kompasses gebührt, und es ist ein sehr großer. Wie der Bremer Nautiker in seiner Untersuchung hervorhebt, hat schon der Jesuit Riccioli die Stellung Giojas zur Kompaßerfindung richtig erkannt, indem er in seinem Buche -6soArapbias st U^ckroArapliias rskorwatu-s lüdri XII- sagt: -Es könnte sein, daß Flavio die Kompaßscheibe auf der Magnetnadel befestigt hätte.- Preisaufgabc. — Der Verwaltungsrat der Wedekindschen Preisstiftung für deutsche Geschichte hat für 1901 bis 1906 fol gende Preisaufgabe gestellt: -Eine kritische Geschichte der sächsischen Bistumsgründungen in der karolingischen Zeit-. Der Preis be trägt 3300
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