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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.05.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-05-03
- Erscheinungsdatum
- 03.05.1897
- Sprache
- Deutsch
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Examen für Buchhändler ein. das der zu Prüfende vor einer Kommission, bestehend aus je zwei Buchhändlern und einem Regierungskommissar, zu bestehen hatte. In diesem Examen fand eine schriftliche und eine mündliche Prüfung statt. Die crstcre bestand aus zwei Aufgaben, die dem technischen Ge biete und den gesetzlichen Bestimmungen entnommen wurden, die mündliche Prüfung erstreckte sich auf das Technische des Gewerbes und die allgemeine Ausbildung, namentlich Litte- raturgeschichte. In einem früheren Vortrage habe ich bereits ausgeführt, das; dieses Gesetz eine politische Tendenz hatte, und daß das preußische Gehilfenexamen mit dem von der Ver einigung erstrebten Lehrlingscramen nichts gemein hat. Immer hin mußte ich cs an dieser Stelle der Vollständigkeit halber mir anführen. Nachdem im Jahre 1867 die Breslauer, Poscner und Magdeburger Gehilfen in einer Petition an den Reichstag des Norddeutschen Bundes um Aushebung dieses Examens gebeten hatten, wurde es im Jahre 1868 durch das neue Gewerbegcsetz aufgehoben. Die Lehrlingsfrage in Oesterreich. Auch im österreichischen Buchhandel sind Bestrebungen nach einer gründlichen Ausbildung der Lehrlinge zu Tage getreten. Im Verein der österreichischen Buchhändler hat Herr C. Graeser im Jahre 1885 einen Antrag gestellt betreffend die Aktivierung von Lehrkursen für die Buchhanvlungslehrlinge. Wenn dieser Antrag auch abgelehnt wurde, wenigstens soweit es sich um die Ueberweisung der nötigen Fonds aus dem Vereinsvermögen handelt — damit fiel ja der ganze Antrag —, so hatte er doch zur Folge, daß Herr Graeser im Aufträge des Aus schusses einen ausführlichen Bericht ausarbeitete, der eine Menge wichtigen Materials enthält, u. a Berechnungen über die voraussichtlichen Kosten und etwaigen Einnahmen, dann einen ausführlichen Lehrplan, nach Jahrgängen von einem Fachmann ausgcarbeitet. Mit diesem Bericht möchte ich mich hier etwas eingehender beschäftigen, weil seine Vorschläge alles Notwendige enthalten und es wert sind, daß man sie näher prüft. Herr Graeser hält es für zweckmäßig, die Lehr anstalt an die bestehenden Handelsakademien oder verwandte Anstalten anzulchnen, so daß die vorhandenen Lehrkräfte, Lchrzimmcr und Lehrmittel mitbenutzt werden können. Die Kosten sollen teils durch das Schulgeld, teils durch Verwen dung von zwei Dritteln des Vereinsvermögcns, ferner durch freiwillige Beiträge und durch eine Subvention der Re gierung aufgebracht werden. Der Lehrplan ist auf Grund lage des von der Leipziger Lehranstalt angenommenen mit einigen für die österreichischen Verhältnisse berechneten Abänderungen ausgearbeitct Die Anstalt würde zwei Aufgaben zu erfüllen haben, 1. etwa vorhandene Lücken im Wissen der Schüler auszusüllen, 2. die Schüler mit den für ihre künftige Stellung und Thätigkeit unumgänglich not wendigen Kenntnissen auszurüsten. Als Lehrgegenstände sind angenommen: Deutsche Sprache und Literaturgeschichte, französische Sprache, Handelsgeschichte und Verkehrsgeographie, Rechnen, Buchführung, Schönschreiben, Bibliographie und Buchgewerbe. Die Encifitopädie ist fortgelassen, das Not wendige wäre beim deutsch-litterarischen Unterricht zu bringen. Die Schule würde eine zweiklassige sein. Es würde zu weit führen, wenn ich die ausführliche Besprechung der Lehrziele und des Lehrplans (auch ein Stundenplan ist beigefügt) hier wicdergebcn wollte. Ten Gesichtspunkten, von denen dabei ausgegangen ist, kann man nur beistimmen mit Ausnahme der Bestimmung, daß wegen der kurzen Zeit bei zwei Jahr gängen die französische Sprache statt der englischen zu be rücksichtigen sei. Das mag in Oesterreich wegen der benach barten slavischen Länder, in denen das Französische eine ganz andere Rolle spielt als bei uns, notwendig sein. In Deutschland würde die englische Sprache neben der französi schen unbedingt einen Platz finden müssen und dafür vielleicht der geschichtlich-geographische Unterricht eingeschränkt werden. Daß trotz dieser von Carl Graeser gebotenen Unterlagen eine bnchhändlerische Fachschule in Oesterreich und speziell in Wien nicht zu stände gekommen ist, mag zum Teil finanzielle Gründe haben, znm andern Teil aber wohl mit an der da mals herrschenden Abneigung der Prinzipale gelegen haben, den Lehrlingen die nötige Zeit znm Besuch der Schule frei zu geben. Auch die Bemühungen des Wiener Ge Hilfen- ausschusses, die Korporation der Wiener Buchhändler zu bewegen, der ihr gesetzlich auferlegten Pflicht gemäß eine Fachschule zu gründen, waren bisher vergebens, werden aber, wie mir mitgeteilt ist, fortgesetzt werden. Bestrebungen der Gehilfen, — Lehrlings-Statistik von Hermes in Tübingen. Die Notwendigkeit einer Besserung der Lehrlingsverhält nisse hatte sich auch der Gehilfenschaft aufgedrängt, die unter den üblen Folgen schwer zu leiden hatte, und die Einsicht, daß etwas geschehen müsse, rief verschiedene Bewegungen in der Gehilfenschaft hervor. Anfang der achtziger Jahre gingen z. B. von der Sphynx in Hamburg und vom Gehilsen- verein in Paris Vorschläge aus, wie in dieser Hinsicht etwas zu erreichen sei. Besonders energisch und mit großen Opfern an Zeit und Mühe ging Kollege Hermes in Tübingen vor, der in den Jahren 1891—93 eine Statistik der Lchrlingsverhältnisse auf stellte und am Ende seines in »Unser Blatt « 1893 No. 19 und 20 abgedruckten Berichts in einigen von ihm aufgestellten Sätzen u. a. es als wünschenswert hinstellte: daß im Buch handel nur junge Leute zur Lehre angenommen würden, welche mindestens die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militär dienst erworben hätten, daß keine Handlung mehr als zwei Lehrlinge mit mindestens einem Jahre Abstand einstelle, daß Geschäftsinhaber und Gehilsenvereine vereint für eine tüchtige fachliche Ausbildung der Lehrlinge besorgt seien und dies eventuell durch Errichtung von Lehrlingsschulen zu erreichen suchten, daß die Gehilfenvereine mit allen Mitteln daraus hin arbeiteten, daß freiwillige Gehilfenprüfungen cingeführt würden, und daß die Gehilsenvereine gemeinsam diese Punkte beim Börsenverein anregtcn. Leider fand Herr Hermes damals mit seinen Vorschlägen wenig Anklang, auch für die von ihm an geregte Statistik nicht überall die nötige Unterstützung; immer hin ist das von ihm gesammelte statistische Material das einzige, worauf wir fußen können, und es zeigt, wie traurig die Lehrlingsverhältnisse im Buchhandel sind, und wie not wendig eine Acnderung und Besserung ist. Vorgehen der Mitteldeutschen Buchhandlungs-Ge- Hilfen-Vereinigung. Wie Ihnen bekannt ist, hat sich in den letzten zwei Jahren der Vorstand der Mitteldeutschen Buchhandlungs-Ge- Hilfen-Vereinigung unter seinem thätigen Vorsitzenden Bonn dieser Frage energisch angenommen. Durch zum Teil wiederholte Eingaben an die buchhändlerischen Kreis- und Ortsvereine hat er bewirkt, daß ein großer Teil der Organi sationen der Prinzipale sich damit beschäftigte. Es waren dies der Schweizerische Buchhändleroerein, der Verband der Kreis- und Ortsvcreine, der Provinzialverein der Schlesischen Buchhändler, der Buchhändler-Verband für das Königreich Sachsen, der Buchhändler-Verband Hannover-Braunschweig, der Verein Dresdner Buchhändler, der Brandenbürgisch- Pommersche und der Mitteldeutsche Buchhändler-Verband. Aus der sehr ausführlichen Eingabe der Mitteldeutschen Buch- handlungsgehilfen-Vereinigung möchte ich einige Stellen an führen, die zeigen, was sie im einzelnen erstrebt: »Wenn wir nun in unserm Rundschreiben baten,, der Lehrlingsfrage nahe zu treten, so geschah es, weil wir
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