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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.07.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-07-21
- Erscheinungsdatum
- 21.07.1897
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- Deutsch
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5220 Nichtamtlicher Teil. 166, 21. Juli 18S7. und I. Zrenncr (Nürnberg) gebildet habe, um in München während des Oktober-Festes zum erstenmale in Deutschland eine große internationale Katzen-Ausstellung zu veranstaltein Aus dem Programm ist zu entnehmen, daß auch einschlägige Bilder und Bücher zugelassen sein werden. »Palm-, Verein jüngerer Buchhändler in München. — Der -Palm-, Verein jüngerer Buchhändler in München, bot am Sonntag den 11. Juli seinen Mitgliedern ein seltenes Ver gnügen mit der Veranstaltung einer Floßfahrt. Die Vormittags- zügc hatten die Teilnehmer nach dem romantisch gelegenen Wols- ratshausen gebracht, wo im Humplbräu das Mittagsmahl ein genommen wurde. Um 2 Uhr wurde das 24 Meter lange Floh bestiegen, das eigens für die Palmianer hergerichtet war und den sechzig Herren und Damen trockenen und sicheren Aufenthalt bot. Nachdem ein »Amateur-, unser Freund Ostertag, die frohgestimmte Gesellschaft rasch noch im Bilde festgehalten hatte, ging es lustig auf dem Wasser dahin, zuerst eine Zeit lang auf der lieblichen Loisach, dann aber auf der stolz daherrauschcndcn Isar, die unser Lorbach so schön besungen hat: -Hoch im Gebirg entspringet sie Die stolze, schncid'ge Maid, Der güt'ge Schöpfer ihr verlieh Das schönste grüne Kleid. Das Haupt bedeckt mit ew'gem Schnee Schau'n Riesen weit in's Land Aus stolzer majestät'scher Höh' Am grünen Jsarstrand.- Nur einem Dichter könnte es gelingen, den eigenartigen Reiz einer solchen Floßfahrt zu beschreiben. — Einen frischen Trunk spendeten die mitgebrachtcn Bierfäßchcn, während Musik, Reden und Lieder miteinander abwechselten und auch Vorträge wie Vansclows -Aus der See- die Gesellschaft erheiterten. Es war eine herrliche Fahrt, bei der sich jeder sagen mußte: -Es ist doch schön am grünen Jsarstrandl- Personalnachrichten. -j- Professor vr. Leo in Goldschmidt. — lieber den am 16. d. M. in Wilhelmshöhe gestorbenen Handelsrechtslehrer Geheimen Justizrat Professor vr. Levin Goldschmidt äußert sich die National- Zeitung wie folgt: Mit Professor Or. Leoin Goldschmidt (geb. 1829) rst wohl die erste Autorität auf dem Gebiete des Handelsrechts dahingegangen. Bevor er das eigentliche Feld seines späteren Lebensbcrufs betrat, hatte er einige Zeit Medizin studiert. Im Jahre 1851 erwarb er in Halle die juristische Doktorwürde, arbeitete dann bei den Danzigcr Gerichten und habilitierte sich 1855 in Heidelberg, wo er bald außerordentlicher und dann ordentlicher Professor wurde. Von hier aus wurde er wiederum für einige Zeit in die praktische Wirksamkeit gezogen, indem er eine Stellung am Rcichs-Obcrhandelsgericht in Leipzig erhielt, von wo ihn dann 1875 die Universität Berlin als Professor des Handelsrechts berief, auf einen Lehrstuhl, den er als erster inne hatte. Auch erhielt er den Titel Geheimer Justizrat. Aus dem reichen Lebenswerk des Verstorbenen sei namentlich ein Buch herausgehoben, das eine er staunliche Belesenheit zugleich mit wahrhaft historischer Jntuitions- krast verbindet. In diesem grundlegenden Werk verfolgte Gold schmidt die Entwicklung des Handelsrechts bis in die antike Welt zurück. Besonders glücklich war er in seinen Ausführungen über moderne Kommanditgesellschaften, deren Grundidee er geschicht lich auf das altrömische pooulium zurückleitete. So stellte er im allgemeinen das moderne Gesellschastsrecht nur als eine Stufe einer langen Entwickelungsreihe dar, deren Anfang in ganz alten Anschauungen vom Familienrecht wurzelt. Von seinen wissenschaftlichen Deduktionen bis zur Forderung eines deut schen Bürgerlichen Gesetzbuches war kein weiter Weg, und so war Goldschmidt einer der ersten, die es forderten; er wurde auch in die vom Bundesrat hierfür berufene vorbereitende Kommission gewählt. Stets hatte er unmittelbar an der Ausgestaltung des deutschen Handelsrechts milgearbeitet; bereits in seiner -Kritik des Entwurfs eines Handelsgesetzbuches für die preußischen Staaten- (1857—58), dem sich sein -Gutachten über den Entwurf eines deutschen Handelsrechts- (1860) gleichwertig an die Seite stellte. Seit 1858 hatte er für die Verbreitung seiner Ideen eine eigene Zeitschrift gegründet, die -Zeitschrift für das gesammte Handelsrecht-, die zahlreiche wertvolle Beiträge aus seiner Feder enthielt. Welchen international geschätzten Namen er als Jurist hatte, beweist die Thatsache, daß er im Jahre 1873 vom deutschen Kaiser in daS Schiedsgericht sür die zwischen England und den Vereinigten Staaten schwebende San Juan-Frage ent sendet wurde. Als eines seiner Hauptwerke ist noch das zwei bändige -Handbuch des Handelsrechts- zu erwähnen, das zu dem unentbehrlichsten Arbeitsmaterial des Juristen gehört, ferner sein praktisches und rechtsphilosophisches Buch -System des Handels rechts- (1887), das bereits in vierter Auflage vorliegt. Vom Jahre 1875 bis 1877 war er nationalliberaler Vertreter der Stadt Leipzig im Reichstag. In dem Kreise seiner Berufsgenossen wird man Levin Goldschmidts noch lange Zeit ehrenvoll gedenken. Gestorben: am 1. Juni d. I., wie wir erst jetzt erfahren, der Buchhändler Herr Friedrich Lang, Teilhaber und Leiter der Buchhand lung G. L. Lang in Speyer. Die unter dem Namen -Zeitbilder- erscheinende Beilage zur -Pfälzischen Presse- vom 27. Juni brachte sein Bildnis und widmete ihm den folgenden Nachruf: -Friedrich Lang war ein im öffentlichen Leben außerordentlich thätiger Mann. Geboren am 10. Mai 1840 zu Speyer, besuchte er die dortige Volks- und Lateinschule und trat mit seinem 15. Lebens- jahre als Buchhändlerlehrling ins väterliche Geschäft ein. Zur weiteren Ausbildung besuchte er Leipzig, Berlin, Paris u. s. w. 1866 ver heiratete er sich mit der Tochter des späteren Dekans Krauß in Cannstadt und trat als Teilhaber in das Geschäft seines Vaters in Speyer ein. Die vielen Verdienste, die er sich durch seine auf opferungsvolle Thätigkeit im Dienste des Gemeinwohls erworben hat, lassen seinen Namen nicht leicht der Vergessenheit anheimfallen. Bei jeder derartigen Veranlassung sah man Lang in der vordersten Reihe. Frühe schon widmete er der Turnsache seine Aufmerksamkeit, und viele Jahre hindurch bekleidete er die hervorragendsten Aemter und Ehrenstellen in den Turnvereinen. Dasselbe Interesse bekundete er für das Institut der Feuerwehr in Speyer und in der Pfalz und erhielt seiner Zeit für verdienstvolle Thätigkeit auf diesem Gebiete die silberne Schnalle. 1870 beteiligte er sich an der Organisation der pfälzischen Sanitätskolonne, ward deren Führer bei Weißen burg, Wörth, Sedan und Paris und wurde durch Verleihung des eisernen Kreuzes 2. Klasse am weißen Bande, sowie des bayrischen Militärverdienstkrcuzes und der Kriegsdenkmünze ausgezeichnet. Dem nationalliberalen Verein Speyer, dessen Mitbegründer er gewesen, war er ein eifriges Mitglied. Seine langjährige Thätigkeit als An gehöriger des Ausschusses dieses Vereins legte ihm oft Opfer auf, die er freudig für die gute Sache zu bringen bereit war. Wohl die reichste Anerkennung hat sich Lang in pädagogischer Hinsicht er worben. Er war ein begeisterter Vertreter der Fröbelschen Ideen und half Bahn schaffen, daß diese auch in Speyer Boden fassen konnten; so wurde er Mitbegründer des Speyerer Fröbelvereins, dessen Kindergarten nach dem Urteile der ersten zeitgenössischen Pädagogen zu den besteingerichteten zählt. Seit Bestehen des Vereins war Lang Mitglied der Vorstandschast; als Schulwart war er den Kleinen ein lieber -Vater-, den Kindergärtnerinnen und Praktikantinnen ein weiser Berater. Unermüdlich war er sür Be schaffung der zweckmäßigsten Spielmittcl besorgt; seine vielfache Be kanntschaft nach außen ermöglichte ihm, für die Verbreitung der Fröbelschen Erzichungsweise auch über die Pfalz hinaus beizutragcn. Dies veranlaßt«: den Vorstand des Deutschen Fröbelverbandes, dem der Speyerer Verein angehört, Lang zum Ehrenmitglied zu er nennen. Lang war es auch, der der Verbandstagung im Jahre 1894 die Thore sreundlichst öffnete. Seine scharfe Auffassungsgabe, sein opferbereites, kräftiges Wollen für die Interessen der All gemeinheit oft unter Hintansetzung persönlichen Interesses krönte stets den Erfolg seiner eifrigen Bemühungen. — Im Jahre 1872 starb seine erste Frau und 1880 verheiratete er sich zum zweiten- male und zwar mit Fräulein Merckle. — Uebergroße Anstrengung und schwere Krankheitsfälle in der Familie in den letzten Monaten legten sich dein sonst rastlos thätigen Manne hindernd in den Weg und ließen seine Kräfte allmählich erlahmen; ein wiederholter Schlaganfall schnitt seinen Lcbensfaden durch. k.- G e st o r b e n: am 18. Juli in Leipzig Herr Moritz Hornickel, langjähriger Prokurist und Leiter der Verlagsbuchhandlung Moritz Schäfer in Leipzig, der er länger als einunddreißig Jahre mit un ermüdlicher Pflichttreue gedient hat. Er war ein Mann von bescheidenem und liebenswürdigem Wesen und hinlerläßt viele aufrichtig trauernde Freunde, die sein Andenken in Ehren halten werden; — am 16. Juli in Gotha der geschätzte Kartograph Herr 4>r. Karl Vogel. Die Gothaische Zeitung schreibt über ihn: Am Freilag Nach mittag wurde während eines Spazierganges in den Anlagen unserer Stadt der Kartograph I)r. plril. Karl Vogel nach längerem Leiden von einem plötzlichen Tode ereilt. Er gehörte wegen seiner ausge zeichneten, genauen Arbeiten zu den bedeutendsten Gelehrten des Jnsti- tuts von Justus Perthes. Mit ganz besonderer Vorliebe vertiefte er sich in das Studium der engeren Heimat, und es gehören seine vielen hand lichen Thüringer Wald-Karten bezüglich ihrer großen Genauigkeit und geschmackvollen Ausführung noch heutigen Tages zu den besten und zuverlässigsten Führern durch das Thüringer Land. Ganz besonderes
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