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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.07.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-07-19
- Erscheinungsdatum
- 19.07.1897
- Sprache
- Deutsch
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164, 19. Juli 1897. Nichtamtlicher Teil. 5173 Reichsstadt Eßlingen in das Programm ausgenommen worden, der bei herrlichem Wetter prächtig verlief. Pnnkt 4 Uhr dampfte ein endloser Sonderzug aus der Bahnhofshalle hinaus. Der Zug machte in der Station Obertürkhcim Halt, von wo sich ein Teil der Gesellschaft auf interessantem Fuß weg auf die hochgelegene alte Burg nach Eßlingen begab. Der übrige Teil fuhr weiter bis ans Endziel und besichtigte zunächst die interessante alte Stadt. Auf freundlich ergangene Einladung wurde hierauf der bekannten Keßlerschen Schaum weinfabrik ein Besuch abgestattet. Mit großem Interesse wurde die Thätigkeit der einzelnen Arbeitergruppen verfolgt und ein Rundgang durch die ausgedehnten Kellerräumlichkeiten mit ihrem enormen Flaschenlager angetreten. Herr Kommerzien rat Weiß und eine Anzahl Angehörige der Firma machten die Führer und gaben überall die sachlichen Erklärungen. Vor Verlassen des Hauses knallten die Pfropfen, und jedem Besucher wurde in gastlicher Weise ein Glas »Keßler Cabinet« gespendet. Der Dank für die liebenswürdige Gastfreund schaft wurde den Inhabern der Firma Keßler lebhaft zum Ausdruck gebracht. Durch die stärkende Wegzehrung wurde der Aufstieg auf die Burg erleichtert, woselbst die einzelnen Abteilungen wieder zusammcnkamen. Die Stadt Eßlingen hatte das Innere des »dicken Turmes«, in dem ein Konzert stattfand, mit Fahnen und Guirlanden festlich schmücken lassen. In Vertretung des am Erscheinen verhinderten Oberbürgermeisters Or. Mülberger ergriff Baumeister und Stadtrat Brintzinger das Wort und hieß die zahlreiche Gesellschaft im Namen der Stadt herzlich willkommen. Der Redner hob hervor, daß man sich auf historischem Boden befände, auf dem sich in früheren Zeiten nicht nur manches Kriegsgetümmel abgespielt, sondern wo auch eine der ersten Buchdruckerpressen gestanden habe. Er begrüßte' den Verein, der sich die Verbreitung von Wissen und Bildung zu seinem schönen Beruf erkoren habe, und leerte sein Glas auf das fernere Blühen des Süddeutschen Buchhändlervereins. — Der neue Vorstand des Vereins, Herr Egon Werlitz-Stuttgart, brachte dem Vorredner sofort den herzlichen Dank der Versammlung für den liebenswürdigen Empfang, den die alte Reichsstadt Eßlingen den Buchhänd lern heute bereitet habe, dar und führte u. a. aus, daß die sogenannte schwarze Kunst sich zu einer mächtigen und auch lichtspendcnden gestaltet habe, zu deren Hebung und Verbreitung die Stadt Eßlingen und ihre buchgewerblichen Etablissements kräftig mit beigetragen hätten. Die Gesellschaft stimmte freudig in das der Stadt Eßlingen dargebrachte Hoch ein. — Der nächste und letzte Redner war Herr O. Petters- Heidelberg, der in prächtigen, mit Humor gewürzten Worten die Damen hoch leben ließ. Während die jüngere Gesellschaft gegen ^8 Uhr den Rückweg nach der Stadt antrat, um sich rechtzeitig einen Platz in dem großen Saale der Kugelschen Bierbrauerei zu sichern, in dem ein Tanzvergnügen den Tag beschließen sollte, verblieb der andere Teil noch längere Zeit auf der luftigen Höhe, um das herrliche Landschaftsbild zu genießen, das sich vor dem Auge des Beschauers ausbreitetc. Zu Füßen lag im goldenen Sonnenglanz die Stadt und das fruchtbare Neckarthal, besät mit einer Reihe freundlicher Dörfer, durch zogen von dem Fluß, der wie ein silbernes Band herauf leuchtet, eingeschlossen von üppigem Wald und Weinbergen. Den Hintergrund bilden in duftiger Bläue die Berge der schwäbischen Alp, Hohenstaufen, Rechberg, Teck, Neuffen, Achalm u. s. w., ja, junge scharfe Augen wollten in der Ferne sogar den Hohenzollern erblicken. Von diesem schönen Fleckchen Erde konnte man sich nur schwer trennen, und als die hereinbrechende Dunkelheit zum Ausbruch trieb und die Gesellschaft unten anlangte, hatte Göttin Terpsichore schon geraume Zeit daselbst ihr Szepter geführt. Ihr wurde leb- Bicrr.^!?>kiz>i:!lcr Jahrgang. Haft gehuldigt, und manch ernster, gesetzter Prinzipal wurde wieder jung und drehte munter das Tanzbein. Die Mitter nachtsstunde kam nur zu schnell herbei, und mit dem ersten Glockenschlag des neuen Tages verließ der Sonderzug Eß lingen, um das Buchhündlcrvölkchen in die Residenz zurück- zubnngen. So hatte auch dieser Tag einen gelungenen Verlauf ge nommen und es erübrigt uns noch, dem rührigen Vergnügungs ausschuß, welcher die mit dem Arrangement großer Festlich keiten verknüpften Mühen und Plagen bereitwilligst auf sich genommen hatte, herzlichen Dank auszusprechen Die auswärtigen Gäste werden sich im Laufe des Jahres gern an die fröhlich verlebten Stunden erinnern, und wir hoffen, sie zur Juni-Messe 1898 alle mit einem biederen »Grüß Gott« wieder in unserer süddeutschen Buchhandelsstadt begrüßen zu können. ViMme 777. Iwuäon, ?aul, Nreocb, Nrübver L 6o., limiteä. 1897. VIII, 511 8. 6r. 7,sx.-80. sKit, 22 Nakolv uvä mit sin- Aeäruelrtsn Illustrationsv.j Mit diesem dritten Bande schließen die schon in Nachrichten a. d. B. 1896, Nr. 129, bei Erscheinen des zweiten Bandes rühmend erwähnten 8idliogrs.pbioa ab. -Leider-, so muß man sagen, denn der in allen drei Bänden meist von Mitgliedern der Lidliograpdioal Loeiotz- gebotene Stoff ist durchgängig so inter essant, daß man gern ein Weitcrbestehen der Veröffentlichung ge sehen hätte. Allein, die Verleger hatten ja von Anfang an nur drei Bände in Aussicht genommen, und sic meinen, Bibliographie sei zwar in gewissem Sinne ein unerschöpflicher Stoff, aber doch einer, der nicht bis ins Unendliche bearbeitet werden könne, ohne daß er an Interesse verlöre. Darüber ließe sich nun zwar rechten; aber die Verleger sind der Ansicht, daß denjenigen ihrer Mitarbeiter, die Mitglieder der bibliographischen Gesellschaft sind, ja die Spalten von deren Nransaetions und NouoArapbs zur Verfügung stehen, und ziehen es vor, jetzt und mit Glanz zu schließen, anstatt viel- leicht später einmal ohne solchen. Daß die Beschaffung der von Band zu Band an Zahl zu- nehmenden z. T. kostbaren Illustrationen Sorge genug gemacht hat, wird sicher jeder glauben, der sich an ihrem Anblicke erfreuen kann. Nach der Hz'pnorotomnvbia koZpbiii wurden von L. Housman die Initialen und Finalstücke besonders gezeichnet, die die 3 Bände zieren, der Rahmen aber, den sämtliche Umschläge der Hefte der Liblio- zrkrpbiea tragen, ist einer Ausgabe von Petrarcas 1)s viele lllastribae, Verona 1476, entnommen. Mit diesem und einem alphabetischen Sachregister schließt die ganze Veröffentlichung. Der Inhalt des vorliegenden dritten Bandes ist, wie nicht anders zu erwarten, ein äußerst reichhaltiger und auch für Nicht. Engländer interessanter. Japan ist jetzt Trumpf; daher beginnt er mit einem Artikel von R. K. Douglas über japanische illustrierte Bücher, den Ursprung der japanischen Holzschnittdrucke im 12. Jahr hundert und ihre Verbesserung im Laufe der Jahrhunderte. Fünf teils bunte, teils schwarze Tafeln und eine Anzahl eingedruckte Illustrationen machen dem Leser das Charakteristische der japanischen Kunst anschaulich. Recht für Buchhändler passend ist R. Garnett's Aufsatz über den ältesten italienischen Buchhandel, der sich meistenteils aus Klas siker, Grammatik, Theologie und Jurisprudenz beschränkte und seine Hauptdruckercicn in Rom und Venedig hatte. — Die Holz schneidekunst in Lyon im 15. Jahrhundert — Spielkarten wurden da nachweislich seit 1444, Bücher mit Holzschnitten seit 1478 ge- druckt — behandelt in französischer Sprache Nat. Rondot; auch hier sind Illustrationen beigcgeben. — -Onos a Wsslc- als großes Kunstmagazin bespricht I. Penne ll und weist nach, daß in dieses im Jahre 1859 entstandene Journal die besten jetzt lebenden eng lischen Künstler Beitrüge geliefert haben. Proben davon sind eingedruckt. Besonders für Engländer interessant dürfte H. B. Wheatleys Geschichtsbeschreibung und Bibliographie der Strawberry-Hill-Presse sein, jener kleinen Druckerei, die der berühmte Horace Walpole auf seinem Gute Strawberry.Hill eingerichtet hatte und von 1757 bis 1789 von anfangs einem bis zwei Setzern betreiben ließ. — Während der älteste Musikdruck meist vom Musikerstandpunkte be trachtet wird, schildert W. B. Sguire in Wort und Bild in seinem Artikel -Nachrichten vom ältesten Musikdruck- dieses Stiefkind der Bibliographie Englands vom typographischen Standpunkte betrachtet. — Einen kleinen, aber interessanten Beitrag über die zur Illu minierung bestimmten Holzschnittzeichnungcn venetianischer Bücher 692
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