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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.02.1884
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1884-02-13
- Erscheinungsdatum
- 13.02.1884
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
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694 Nichtamtlicher Theil. 37, 13. Februar alt, nachdem er ein arbeitsvolles, aber auch ersprießliches Leben durchkämpst hatte. Wenn auch nicht wohl behauptet werden kann, daß Horvath ein außerordentlicher Mensch gewesen sei, so war er doch als aolkmacko man ein Muster von reger Arbeitskraft, tüchtigem Wissen und aufopfernder Nächstenliebe. Durch die von ihm eingeleitete festere Organisation des deutschen Buchhandels hat er sich den Dank seiner Bernfsgcnossen in hohem Maße verdient. Wie Horvath seinen Berus und das Leben auffaßts, zeigt eine Anzahl nachgelassener „Gedanken oder Sentenzen", die dem bereits mehrfach erwähnten currioalnin angefügt sind und die sämmtlich seinen Charakter in klarem Lichte zeigen und ihn uns als einen Mann darstellen voll Vertrauen auf die Vor sehung, von unentwegtem Streben nach Wahrem und Gutem, voll Treue gegen sich selbst, die Seinen und seine Mitmenschen, voll Redlichkeit und bescheidenem Sinn. Alles dies glauben wir auch aus seinen hoheitsvollen Zügen zu ersehen, die uns sein im Besitz des Herrn Döring in Potsdam befindliches Portrait zeigt. München. Hans Franke. MiSccllcn. Heine's Memoiren. — Wir erhalten folgende Zuschriften: Herr Redactcnr! Ich ersuche Sie in Beantwortung der in Ihrem geschätzten Blatte abgedruckten Aeußerungen des Herrn E. Engel, betreffend meine Stellung zu Heine's „Memoiren", mir die Erklärung zu gestatten: 1) Daß ich weder der Agent des Herrn Julia gewesen bin, noch in dessen Auftrag die Mittheilungen bezüglich der im Besitze desselben befindlichen Briefe „an" Heine veröffentlicht habe. Diese Mitthcilungen halte ich ihrem ganzen Inhalte nach vollständig und mit größter Energie ausrecht. 2) Daß ich bei der pecuniären Verwerthung des betreffenden Memoirenfraginents nicht im Geringsten betheiligt war, daß ich von Herrn Julia keinen Centime zu fordern noch zu erwarten habe. 3) Daß mir ebensowenig ein pecuniäres Interesse aus der Verwerthung der fraglichen Briese erwachsen kann, und daß ich auf deren hohe Bedeutung nicht als „Speculant", sondern nur alz Journalist, der neue, interessante Thatsachen zu enthüllen im Stande ist, hingewiesen habe. (Der Beweis, daß diese von Herrn E. Engel ahsichtlich oder aus Unwissenheit verleugnetcn Briese existiren, wird in meiner demnächst erscheinenden Arbeit: „Meine Beziehungen zu Heine's Memoiren" ausführlich erbracht werden). 4) Daß ich gegenwärtig gegen Herrn E. Engel einen Ehren- beleidigungsproceß anstrenge, dessen öffentliche Verhandlung das Publicum über meine literarisch uneigennützige Rolle im Gegensätze zu der geschäftlichen Rolle des Beklagten in dieser Angelegenheit aufklären wird. Mit Hochachtung Paris, 7. Februar 1884. Paul d'Abrest (Tr. Kohn). Herr Redacteur! Indem ich Ihnen für die Mittheilung der Erwiderung des Herrn Kohn (Paul d'Abrest) danke, habe ich die Ehre, Sie zu bitten, folgendes dazu bemerken zu dürfen: 1) Die Geschäftigkeit, mit welcher Herr Kohn seit vielen Mo naten das deutsche Publicum von der Bedeutung des in Herrn Jnlia's Besitz befindlichen Memoiren-Manuscriptes unterhielt, und mit welcher er sogleich nach geschehenem Ankauf der Me moiren mit neuen „Enthüllungen" hervortrat, trugen so durch weg das Gepräge dessen, was man gewöhnlich unter der Thätigkeit eines „Agenten" versteht, daß dieser Ausdruck der Nächstliegende war. Daß Herr Julia Herrn Kohn nicht förm lich zu seinem „Agenten" bestellt, ist möglich; man nennt aber, und mit vollem Recht, jemand, der die Geschäfte eines Anderen besorgt, figürlich einen „Agenten", und in dieser Bezeichnung liegt absolut nichts Ehrenkränkcndes. 2) Da Herr Kohn seine Mittheilungcn über die bewußten Briefe an Heine aufrecht erhält, so erkläre ich, daß ich soeben einen eigenhändigen Brief von Herrn Julia erhalte, in dem es wörtlich heißt (in Uebersetzung): „Ich will nicht verantwortlich sein für irgend eine seiner Kohn's) Mittheilungcn. Was speciell die in Ihrer Zuschrift an die Voss. Ztg.) erwähnten Mittheilungcn (Kohn's) an geht, so stelle ich deren Wahrheit vollständig in Abrede." Das heißt: Herr Julia, der Besitzer der Briefe an Heine, desavouirt das, was Herr Kohn über dieselben geschrieben! 3) Ich habe mit keiner Silbe behauptet, daß Herr Kohn von Herrn Julia einen Centime oder mehrere zu fordern oder zu erwarten habe; Herr Kohn entschuldigt sich somit gegen eine Anklage, die nie erhoben worden. 4) Ich habe nie behauptet, daß Herr Kohn ei» pecuniäres Interesse an der Verwerthung der fraglichen Briefe habe. 5) Ich habe in meiner Zuschrift an die Voss. Ztg. die Existenz der betr. Briefe nicht geleugnet, weder absichtlich »och aus Unwissenheit, sondern ich habe ausdrücklich deren Existenz zugegeben. 6) Was ich behauptet habe und noch behaupte, ist, daß derjenige, welcher angesichts der unzweifelhaft echten, wirklichen Memoiren, die er selbst als solche früher bezeichnet, einen Haufen von Briefen an Heine, auf welche die Antworten Heine's längst gedruckt sind, die „wirklichen Memoiren" nennt, sich solchen Ab fertigungen aussetzt, wie sie ihm zutheil geworden. Der Klage des Herrn Kohn sehe ich mit aller Ruhe entgegen. Berlin Vl, 11. Februar 1884. vr. Eduard Engel. Zum „Colportageparagraphen". — Der Verein Deutscher Colportage-Buchhändler in Berlin hielt am 29. v. M. eine außerordentliche Generalversammlung ab, die sehr zahlreich besucht war. Zweck der Versammlung war, wie der Vorsitzende, Herr E. Malzahn, und andere Redner ausführten, die Einführung von Schutzmaßrcgeln für die Colportage-Buch händler den seit dem 1. Januar d. I. in Kraft getretenen Be stimmungen der Gcwerbenovelle gegenüber. Wie vorauszusehen, habe die Ausführung der betreffenden Gesetzesbestimmungen den Colportage-Buchhändler» mannigfache Belästigungen auferlegt, die denselben in geschäftlicher Beziehung sehr nachtheilig seien. Schon jetzt stehe die Thatsache fest, daß, bei Ermangelung genügend fest gestellter Ausführungsbestiminungen, die Deutung der betreffenden Paragraphen im verschiedensten Sinne ausgeübt, auch An forderungen betreffs des Bücherverzeichnisses :c. gestellt würden, die nach dem Wortlaut des Gesetzes nicht angebracht seien. Nament lich seien von diesen Unzuträglichkeiten die Geschäftstreibendcn in der Provinz betroffen. Auf Anregung des Vereins hat sich nun eine Commission ge bildet, welche die Interessen der Bcrlinerund auswärtigen Colportage- Buchhändler wahrnehmen will. Zn diesem Zweck wird dieselbe alle Beschwerden seitens der Kollegen in ganz Deutschland entgegen- nchme», Rath und Auskunft erthcilen n. a. m. In der Versammlung wurde der Beschluß gefaßt, eine hieraus bezügliche Kundgebung an die Verleger und interessirtcn Gewerbe treibenden gelangen zu lassen.
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