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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.01.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-01-20
- Erscheinungsdatum
- 20.01.1897
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
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15, 20. Januar 1897. Nichtamtlicher Teil. 499 Bei einem größeren Werke schlagen ja die Kosten der Katalog zettel nicht zu Buche; ganz anders ist es bei kleineren Werken und Broschüren. Da die Zettel jedesmal bei Erscheinen der Bücher den Exemplaren mitgegeben werden sollen, und ferner ihres bestimmten Formates und Papieres wegen nicht etwa an den Schlußbogen, der zuweilen dafür noch Raum bieten würde, angedruckt werden können, so wäre in den meisten Fällen Einzel druck jedes Zettels erforderlich. Das käme auf dieselbe Ver schwendung heraus wie das Abschreiben und würde z. B. den Verlegern, welche viele kleinere wissenschaftliche Einzel schriften verlegen — bekanntlich ein recht prekäres Geschäft — erhebliche Kosten verursachen. Außerdem würde bei der in Deutschland üblichen Kommissionsversendung der Bücher ein gut Teil der beigefügten oder lose eingeklebten Zettel ver loren gehen. Dem Bedürfnis kann meines Erachtens nur so abgeholfen werden, daß (wie auch schon von anderer Seite vorgeschlagen ist) eine Ccntralstelle, etwa in Leipzig, die Zettel für ihre Rechnung herstellt und regelmäßig an die Bibliotheken, die auf die Zettel abonnieren, versendet. Da die Zettel auf großen Bogen zusammen gedruckt werden würden, so kann das Abonnement nicht sehr teuer werden, auch wenn eine Bibliothek nur einen Teil der ihr zugehenden Zettel verwertet. Fachbibliotheken könnten vielleicht auch nur auf die Zettel aus ihrem Fach abonniere». Die Ersparnis an Beamten arbeit wird die Kosten reichlich aufwiegen. Die Frage, ob der Börsenverein für eine solche, den Bibliotheken zu gute kommende Einrichtung Opfer bringen soll, möchte ich verneinen. Zum mindesten so lange, als den Verlegern die Extrasteuer der an die Landesbibliotheken zu liefernden Pflichtexemplare auferlegt bleibt, wird dazu nirgends Neigung vorhanden sein. Güttingen. De. W. Ruprecht. Kleine Mitteilungen. Verflachung der Zeitungspresse. — Die andauernden Bemühungen kapitalkräftiger Unternehmer, die Zeitungspresse in groszem Umfange geschäftsmäßig auszubeuten und inhaltlich zu verflachen, finden eine neue Bestätigung in der folgenden Mit teilung des Lpzgr. Tageblattes aus Chemnitz vom 15. Januar: »In Berlin hat sich jetzt eine Kommanditgesellschaft unter der Firma -tzachseld, Schmitz L Co.» gebildet. Diese Gesellschaft hat sich die Aufgabe gestellt, in Hunderten von deutschen Städten Zeitungen zu gründen oder bestehende Zeitungen mit ihrem Unternehmen zu verschmelzen, was fast einer Uebernahme derselben in das Eigentum der Gesellschaft gleichkommt. Die Gesellschaft hat zugleich den Druck übernommen; dies geschieht dadurch, daß so genannte kopflose Zeitungen im großen Maßstabe durch Lieferung fertiger Platten hergestellt werden. Dies dürfte jedoch eine schwere Schädigung der gesamten deutschen Zeitungspresse, des Bnchdruck- gewcrbes und des Publikums sein. Eine i» dieser Angelegenheit bezeichnende Stellung hat eine in Chemnitz abgehaltene Ver sammlung sächsischerBuchdruckereibesitzerundZcitungs- verleger eingenommen, die folgende Resolution annahm: -Die am Sonntag den 10. Januar im Gasthause zur Linde in Chemnitz versammelten Verleger sächsischer Pro vinzialzeitungen erblicken in dem von der Berliner Firma Hachfeld, Schmitz L Co. unternommenen Versuche, kopflose Zeitungen im großen Maßstabe mittels Herstellung und Versendung stereotypierter Piatten einzuführen, beziehentlich neue Druckereien und Agenturen zu diesem Zwecke zu er richten, sowie in der mitbeabsichtigteu monopolisierten Hand habung des Anzeigenwesens eine schwere Schädigung der gesamten deutschen Zeitungspresse, des Buchdruckgewerbes und des Publikums. Denn 1) ivürde das Aufdrängen einer unter dem Einflüsse gewisser Interessengruppen nach Schablone fabrikmäßig hergcstellten Zeitungslittcratur einen verderblichen Einfluß auf das ge samte Leserpublikum zur Folge haben und somit zu einer Schädigung der allgemeinen volkswirtschaftlichen Interessen und der Moral führen; 2) würde durch Verwirklichung des erwähnten Vorhabens eine große Zahl von Zeitungsbetrieben schwer geschädigt, wenn nicht vernichtet, und deren Arbeiter brotlos gemacht, zum mindesten aber die ohnehin schon aufs äußerste ge triebene Konkurrenz noch mehr verschärft und damit die Erlragsfähigkeit des Zeitungsgeschäftes in der Provinz gänzlich herabgedrückt werden; 3) würde die beabsichtigte Monopolisierung des Anzeigen wesens zu Gunsten einer einzelnen Gesellschaft auch eine schwere Schädigung der soliden Annoncen-Expeditionen zur Folge haben und überdies zu einem unwürdigen Ab- hängigkeitsocrhältnis der Zeitungsbcsitzer von dieser Ge- sellschaft führen.-- Vom Reichsgericht. Unzüchtige Zeitungsanzeige. — Zweideutige Inserate sind für einen Redakteur oft die Quelle großer Unannehmlichkeiten. Weist er ein ihm bedenklich erscheinendes In serat als zur Aufnahme nicht geeignet zurück, so wird ihm vielleicht der Vorwurf gemacht, er schädige die materiellen Interessen des Blattes, oder er sei ein Schwarzseher, der immer gleich das Schlimmste aus einem Schriftstück herauslese. Nimmt er aber das Inserat auf und denkt, dem Reinen ist alles rein, so kann er eine Anklage wegen Sitt- lichkeitsvergehens erhalten. Dem Jnseraten-Redakteur des -Hannover schen Tageblattes-, Georg Ernst Feuerhake in Hannover, be gegnete das letztere. Das Landgericht Hannover hat ihn am 30. November v. I. wegen Sittlichkeitsvergehens, verübt durch die Presse, zu dreißig Mark Geldstrafe verurteilt. Im August v. I. wurde ihm ein Inserat zur Aufnahme übergeben, das aller dings nur von ganz harmlosen Seelen für unverfänglich gehalten werden konnte. Es lautete etwa folgendermaßen: -ll'amour. Gebildete sehr junge Dame wünscht mit sehr reichem Herrn in Verkehr zu treten, am liebsten mit Fabrikbesitzer rc. Heirat nicht ausgeschlossen.- Er nahm das Inserat auf und erklärte später vor Gericht, er habe geglaubt, es handle sich hierbei nur um die An bahnung eines geselligen, nicht unsittlichen Verkehrs behufs späterer Heirat. -Die objektive Prüfung-, sagt das Urteil, -hat aber das Gegenteil ergeben. Allerdings enthält derWortlaut nichts Bedenkliches oder Unsittliches, denn es ist nur von Verkehr die Rede, ohne daß ausdrücklich gesagt wäre, es sei damit geschlechtlicher Verkehr ge meint. Aus dem Zusammenhänge ergiebt sich aber völlig unzwei deutig, daß eine Preisgabe zum Beischlaf angeboten wird. Das ist in einer für jeden unbefangenen Leser erkennbaren Weise zum Ausdruck gebracht, wenn cs auch durch die Wortsorm etwas ver hüllt wird. Dem Angeklagten ist nicht geglaubt worden, daß er das Inserat als Heiratsgesuch aufgefaßt hat.» — Die Revision des Angeklagten scheiterte an den völlig einwandfreien thatsäch- lichen Feststellungen. Das Reichsgericht erkannte am 18. d. M. auf Verwerfung des Rechtsmittels. Neue Bücher, Kataloge rc. sür Buchhändler. I.ittsratnr und Lpraob viessvsolia.t't; Vollrslisäsr; 8agsn- und Nrtrellsnlruncls; Lultur^sellüiobts; Nzckliologio. tlntiq.-Liatalog dir. 5 von S. v. dls-sars Antiquariat in örsnrsn. 8". 48 8. 1284 diru. Ncmatlioüs dlittsiluvgsu äs8 Ln eliüancitungs-ksüilksn- Vsrsin« 2n llsixeig. 63. Vsroiusjalir. dir. 13. (lauuar 1897.) 4°. 1 Statt. Neues aus dem Verlage von A. F. Marcks inSt. Peters burg — Im Verlage von A. F. Marcks in St. Petersburg, dem Herausgeber der russischen, -Niwa- genannten -Gartenlaube-, ist ein Album von Stickerei-Vorlagen erschienen, das unter zwei Gesichtspunkten unsere Aufmerksamkeit verdient. Auf 25 Tafeln bringt cs eine außerordentlich reiche Fülle von Stickmustern, die sich durch Originalität auszeichnen; die Mehrzahl derselben sind in russisch-byzantinischem Geschmack gehalten, vermeiden aber durch aus dessen Excentricitäten, und bieten fast ausnahmslos schöne, harmonische Farben msammenstellungen in reizvollen Mustern, die sich sowohl zur Ausführung in Kreuzstich, wie in Plattstich auf Leinen, Batlist, Kanevas u s. w. eignen. Die Vorlagen, entworfen von B. A. Lewenetz, sind in lithographischem Farbendruck in der graphischen Kunstanstalt des Herausgebers hcrgestellt; ihre minu tiöse Genauigkeit, wie die Lebhaftigkeit und Reinheit ihrer Farben machen sie zu trefflichen Mustern, wie sie schöner wohl noch nicht in einer russischen Druckerei geschaffen worden sind; sie dürsten aber auch gern in deutschen Kreisen, wo in den letzten Jahren die rumänischen Stickereien so große Beliebtheit erlangt haben, freudige Aufnahme finden, umsomehr als der Preis dieser fünfundzwanzig Tafeln, denen auch ein Alphabet russischer Versalien beigegeben ist, nur 2 Rubel beträgt, was sie allen Mitteln zugänglich macht. Der Druck des Albums gereicht seinem Verleger und Drucker zur Ehre. Nü. 6. Beschlagnahme. — Wie die Direktion des Kritik-Verlages in einer Anzeige der heutigen Nummer d. Bl. mitteilt, ist die Nr. 118 der -Kritik- auf Requisition des Ersten Staatsanwaltes beim Landgericht I zu Berlin beschlagnahmt worden. 67-
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