Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.07.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-07-22
- Erscheinungsdatum
- 22.07.1911
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19110722
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191107223
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19110722
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1911
- Monat1911-07
- Tag1911-07-22
- Monat1911-07
- Jahr1911
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
8500 Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel- Nichtamtlicher Teil. -V IK8. 22. Juli 1S1I. Ostermesse zwei Drittel des schuldigen Saldos zahlten und ein Drittel auf die Michaelis-Messe übertrugen. Das war eine wertvolle Vergünstigung für den Sortimenter angesichts der Gepflogenheit der gelehrten Kreise, ihre Rechnung bei dem Buchhändler nicht sehr pünktlich zu bezahlen. Ist es auch hier- mit etwas besser geworden, so muß doch auch heute noch der Sortimenter einen großen Teil der Summen, die er dem Ver leger zur Ostermesse zahlt, vorauslegen und abwarten, bis seine Kunden die Güte haben, sie ihm wieder zu erstatten. Alle diese Verschlechterungen der Bezugsbedingungen haben einmal den Nutzen des Sortimenters verkürzt, ein anderes Mal ihn ge zwungen, ein viel größeres Kapital in das Geschäft hinein- znstecken, als es früher erforderlich war. Einmal der Barbezug, das zweitemal die Aufhebung der Überträge zwingen den Sortimenter, ebenfalls kapitalistischer zu wirtschasten, d. h. neben dem Kredit beim Verleger wie früher, auch Kredit anderswo zu suchen, beim Kommissionär, beim Bankier. Ein solcher Kredit kostet aber, und dies ist sehr schmerzlich, wenn der Nutzen schon ohnedies ein sehr mäßiger ist. Ist es nun günstig, daß auch das Sortiment seinen Be trieb kapitalistisch ausbaut, oder ist es vorzuziehen, wenn das Sortiment weiter arbeitet, wie es bisher getan hat, wesentlich als selbstarbeitender Betrieb? Ich glaube, daß das Letztere vorzuziehen ist. Der Vertrieb von Neuigkeiten, der ja eine der wichtigsten Tätigkeiten des Sortiments ist, kann nur gedeihen, wenn die Betriebe nicht zu sehr ausgedehnt werden. Auch die sonstige Bedienung des Publikums kann nur individuell da gehandhabt werden, wo die Geschäfte sich in einer Größe halten, die dem Betriebsleiter gestatten, wenigstens zu überwachen, daß die Kunden individuell behandelt weiden. Wird einmal auch im Sortiment der Mittelstand ausgeschaltet und gibt es nur ganz große Betriebe, so werden diese auch den Verleger zu Konzessionen zwingen, die weit, weit über das hinausgehen, womit heute der Sortimenter sehr zufrieden sein würd e. Dies ist bereits im Reisebuchhandel der Fall. Verlag wie Sortiment sind nicht an sich Selbstzweck. Wenn sich eine bessere Vcrtriebssorm für den literarischen Markt bietet, müssen beide zurückstehen, müssen beide dem Besseren weichen. Solange aber wir selbst der Meinung sind, daß die Organisation, die unsere Vorgänger dem Buchhandel gegeben haben, und die wir ausgebaut haben, die günstigste Vertriebs- form für die buchhändlerische Ware ist, muß der Verlag Mittel und Wege finden, diese Vertriebsform zu erhalten. Er muß Mittel und Wege finden, innerhalb seiner Kreise Bestre bungen zurückzudämmen, die diese bewährte Form vernichten müssen. In der dritten Auslage des Handwörterbuchs der Staats wissenschaften Band VIII unter dem Stichwort: »Verlag und Verlagsrecht« führt Alexander Elster folgendes aus: «Der Verlag als die .primäre Tätigkeit des Buchhandels' ist auch derjenige Zweig, der in erster Linie verant wortlich zu machen ist für die Lichtseiten wie für die Schattenseiten des gesamten Buchhandels. Denn der Sortimenter kommt, obwohl er dem Publikum und der sichtbaren Welt näher ist, für die Beurteilung erst ganz in zweiter Linie, da ihm im wesentlichen nur die Verteilung zu- sällt. Der Sortimenter kann weder gute Bücher Hervorrufen (wenn er auch für deren Verbreitung einiges tun kann) noch kann er der Überproduktion steuern (wenn er auch vieles unter drücken kann). Vielmehr ist sowohl für die Entstehung guter Bücher wie für die Überproduktion der Verlag ausschlaggebend. Ja, er ist es mehr als die Verfasser." Mnliches hat in der letzten Abgeordnetenversammlung des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine im deutschen Buch handel Herr Staar ausgesührt als Äußerungen, die er Herrn vr. Ehlermann zugeschrieben hat: »Demgegenüber aber muß sestgehalten werden, daß es der Verleger allein ist, der aus der einen Seite den Laden preis, auf der anderen die Höhe des Rabatts bestimmt, so daß dem Sortimenter keine Möglichkeit gegeben ist, aus eigener Initiative seinen Verdienst bei dem Vertrieb eines Buches zu beeinflussen. Aus diesem weitgehenden Rechte des Verlagsbuchhandels erwächst die für ihn unabweisbare Pflicht, Ladenpreis und Rabatt so zu bemessen, daß der Sortimenter bei sachgemäßem Geschäftsbetriebe angemessen existieren kann. Daß das gegenwärtig nicht der Fall ist, steht außer allem Zweisel; es ist daher die Forderung aus zustellen, daß der Rabatt wenigstens zurzeit erhöht werde, wo das irgend angängig erscheint, so daß ein geringer Rabatt nur zu den Ausnahmesällen gehört.» Wenn ich auch nicht feststellen kann, ob die Worte wirklich von Herrn Or. Ehlermann herrühren, so hat er sich doch gegen die Autorschaft nicht gewehrt, und wenn ein anderer sie ausge sprochen haben sollte, so sind sie deswegen nicht weniger wahr. Was ist also zu tun? Der Verlag muß vor allen Dingen sich aller Geschäfte enthalten, die das Sortiment schädigen, e r darf nicht ferner zu den Kunden seiner Kunden gehen. Des weiteren muß er versuchen, die Rabattsätze des Buchhandels aus ein Maß zu bringen, das einem gut geleiteten, größeren Sortiment die Möglichkeit einer standes gemäßen Existenz bietet. Ist der Verlag nicht willens, aus die Vorteile zu verzichten, die das Sortiment schädigen, so ist nicht zu erwarten, daß unsere Organisation erhalten bleiben kann. Wir werden Zustände bekommen, wie sie in Frankreich und anderen Ländern bestehen, wo dem Verleger obliegt, namentlich für die wissenschaftlichen Erzeugnisse seines Ber lages selbst tätig zu sein und wo der Durchschnittsbuch händler Tinte, Federn und »daneben auch« einige Bücher führt. Dann ist es zu Ende mit dem deutschen Buchhändler, auf den andere Nationen mit Neid blicken, dann wird aber auch ein großer Teil des Verlages nicht mehr imstande sein, die über große Produktion unterzubringen, wenigstens nicht mit Nutzen. Der Ausschuß zur Revision der Verkaussordnung ist gewählt und wird nächstens seine Arbeit beginnen. Ihm wird es obliegen, die Rechte des Verlegers, die die II und 12 ihm eingeräumt haben, zu erklären und ihre Ausdehnung auf ein vernünstiges Maß zurückzusühren. An den einzelnen Ver legern aber, die willens sind, die Organisation des Buch handels zu erhalten, wird es sein, solchen Kollegen, die nur ihren eigenen Vorteil suchen, ohne zu fragen, ob damit das gemeine Beste bestehen kann, zu Gemüte zu führen, daß sie Rücksichten zu nehmen haben auf andere. Es wird dies um so leichter sein, als die Zahl der Ver leger, die Interesse an der Erhaltung dieser weitgehenden Befugnisse haben, nur eine kleine ist, die freilich aber durch ihre Kapitalkrast und die Wucht ihrer Firmen etwas bedeuten. Ich bin aber der Meinung, daß auch sie sich der Aufklärung nicht verschließen werden und daß auch sie den Gedanken nicht von sich weisen werden: 8alu» publica suprema lex! Kleine Mitteilungen. Preiserhöhung der «uchblnderarbclten. — Wie wir in Nr. ist belanntgaben, ist zwischen dem Verbände Deutscher Buch' binderei-Besitzer und dem Deutschen Buchbinder-lArbeitnehmer-j Verbände ein neuer Tarisvertrag aus die Dauer von 8 Jahren abgeschlossen worden, der den Gehilfen eine durchschnittliche Erhöhung der Arbeitslöhne um 10 Prozent gebracht hat. Als weitere Wirkung des neuen Tarifs ist jetzt eine Mitteilung des Verbandes Deutscher Buchbinderei-Besitzer an die Auftraggeber desBuchbindereigewerbes zu verzeichnen, dahingehend, daß die dem Verbände angehörenden Firmen lcs handelt sich säst ausschließlich um Leipziger, Berliner und Stuttgarter Buchbindereien) infolge dieser Lohnerhöhung in Verbindung mit der Erhöhung der Materialpreise und sonstiger
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder