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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.06.1923
- Strukturtyp
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- 1923-06-20
- Erscheinungsdatum
- 20.06.1923
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- Deutsch
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vörseublau f. d. Dtschn. Luchhandel. Redallioneller Teil. X- I4l, 20. Juni 1923. wurde immer knapper, weil infolge der unübersehbaren Zukunft all gemein Warenbestände einem Markguthaben vorgczogen werden. Kaliko, Büchertuch, Schilling. Die Grundpreise find geblieben, nur «ine ringsreie Fabrik droht mit der Erhöhung der Grundpreise, weil die Appreiuranstaiien höhere Löhne verlangen. Diese Erhöhung der Grundpreise ist allerdings kaum verständlich, da sich ja die Preise für die Waren infolge der Teviscnsteigerung sowieso von Tag zu Tag erhöhen. Für Moleskin wird eine Lieferzeit von drei Monaten verlangt und der Grundpreis ebenfalls nur sreibleibend gestellt. Für Schristgiesjereierzcugnisse trat mit Wirkung vom 8. Juni eine Teu-rungszahi von 5100 und ein neuer Meiall- zuschiag in Kraft, der sür Füllstoff 7358, für Schriften 8SÜO und für Messinglinicn 4L MV Mark beträgt. Heftdrahl. Die Preise sind von seiten der Fabrikanten ab 1. Juni um zirka 40°/» erhöht worden und sollen sogar in aller Kürze eine nochmalige Heranssetzung erfahren. Bindfaden, E i n z i e h f a d « n, K o I u m n e n fchn u r. Die Hansindustriellen haben am 3. Juni wieder eine Preisliste für Hanf- Ivarc herausgegeben mit einem Grundpreise, der auf einem bestimmten Lirckurs basiert. Die Umrechnung erfolgt nach dem jeweiligen Stande der Lire. Linoleum sür Tonplattenschnitt Hai seit dem letzten Bericht abermals eine Erhöhung um zirka 3V°/» erfahren. Seife wird von Tag zu Tag teurer. Der Preis von 8VM Mark sür bas Kilo wird für die geringste Ware verlangt; für bessere Seife müssen 10 om und 11 MV Mark sür bas Kilo angelegt werden. Ri. Lagebericht des Zentralausschusses der Papier-, Pappen-, ZcUstoss- »nd Holzftoss-Jndustric sür den Monat Mai 1823. — Die BeiriebS- ivasjerverhälinisse waren im verflossenen Monat allenthalben gut, nur in Sllddenischiand machte sich in einzelnen Distrikten bereits Wasser mangel bemerkbar. Die Kohlenversorgung war stellenweise mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Die Preise der Rohstoffe zeigte» stark stei gende Tendenz, namentlich das Holz wurde erheblich teurer. Wenn auch der Verbrauch a» Holz durch neue Einkäufe gedeckt werden konnte; so wirkten die hohen Preise, der Kapitalmangel und die Zurückhaltung der Verkäufe teilweise nur erschwerend. Altpapier und Lumpen zogen sehr erheblich im Preise a». Die Versorgung mit Hilfsmatcrialien war durchweg gut, wenn auch die Preise sehr hoch und fortgesetzt stark steigend waren. Tic Holzstvfferzcugung selbst war meist gut, im ganzen aber geringer als im Vormonat. Da auch die Nachfrage gering war und sich erst gegen Ende des Monats besserte, wurden vielfach Vciriebseinschrankungen und auch Stillegungen vorgenommen. In folge der hierdurch beeinträchtigten Produktion waren Vorräte am Ende des Bcrichtsmonats nur in geringem Maste vorhanden. Die Zcll- stosserzcugung hat gegenüber der des Vormonats etwas zugenommcu, während die Lagervorräte infolge stärkeren Abrufs — namentlich in der zweiten Halste des Berichtsmonats — zurückgcgangeu sind. Die Erzeugungskosten passen sich in immer schnellerem Tempo der Rark- eutwcriung an. Innerhalb der Papierindustrie erhielt die in der letzten Aprilwochc ciusctzendc Belebung des In- und Auslandgeschäfis im Berichismonat durch den schnell fortschreitenden Währungsverfall weitere Anregung. Durch zunehmende Aufträge waren die meisten Betriebe des unbesetzten Deutschland wieder in der Lage, von Kurz arbeit oder teilweise Stillegung Abstand zu nehmen. Die der Geld entwertung solgendc Preissteigerung im Inland und die sich daraus ergebenden Lohnerhöhungen werden aber stets eine schnelle Ungleichung unserer Jndustrieerzcugnissc an die Weltmarkpariiät oder sogar ihre Überschreitung zur Folge haben. Die Lage der Papierindustrie in den besetzten Gebieten hat sich inzwischen noch erheblich gegen den Vor monat verschlimmert, da säst jede Möglichkeit der Rohstoffbcschaffung und des Versands aufgehört hat und immer schärfere Eingriffe unserer Feinde jede Regelung des Wirtschaftslebens Niederschlage». Immer wieder muh die Papierindustrie die Erfahrung machen, dah die Lieferer auf genaueste Einhaltung ihrer scharfen Zahlungsbedingungen be stehen, während die Abnehmer angesichts der Kapiialnot die größte Nachsicht verlangen. Auf die Dauer wird die Papierindustrie diesen beiden Forderungen nicht Nachkommen können, ohne ihre Lebensfähig keit zu vernichten. i iii Diebstähle. — Der Firma S. Ealvary L Co. in Berlin wurden gestohlen: Puchtinger, Goethe in Karlsbad; Gobincau. Renais sance (Verlag G. Müller). Beide Bücher in privaten Gan,Icd«r-Ein- bänden. Bei der Firma Otto Meißner in Hamburg wurde vor einigen Tagen gestohlen: Clemens Brentano, Frühlings- kranz, Wolkemvanderer-Verlag, Bütteu-AuSgabc, Nr. 7Ü(?>. Ganzlcder band mit reicher Haubvergoldung von der Buchbinderei Gerbers, Ham burg. Die Firma warnt vor Anlauf dieses Buches und bittet um zweckdienliche Mitteilung. Für Auslandlicseruitgcn. — Ter Reichskommissar sür Aus- und Einsuhrbewilligung hat nachstehende Umrechnungskurse nach dem Stand« vom 18. Juni, gültig sür die Zeit vom 20.—20. Juni 1823, scstgesetzt, die von den AustenhandelSncbenstelle» bei der Umrechnung von Fakturen in ausländischer Währung zur Ermittlung der Reichs- abgaben und der Gebühren benutzt werden: für Gebühren sür Reichsabgabe oldINark: 27310.— 21850.— Ägypten 5430.— 4400. Amerika 147630.— 118000.— Argentinien G. 120150.— 96200.— — P. 52860.— 42300 — Belgien 7900.— 6400.— Brasilien 15210.— 12200.— Bulgarien 1870.— 1500.— Chile G. 30 700.— 84600.— — P. 15820.— 12700.— Dänemark 26330 — 81100.— England 34040.— 27200.— Estland 430.— 344.- Finnland 4090- 3300.— Frankreich 9230.— 7400.— Griechenland 3530.- 2900.— Holland 57850.— 46300.— Italien 6780.— 5500.— Japan 72070.— 57700.- Jugoslav. 1620.— 1300.— Lettland 580.— 464.— Luxemburg 7900.— 6400.— Mexiko 75000.— 60000.— Norwegen 24540.— 19700.— Österreich*) 2.10 1.70 Polen 1.— —.80 Portugal 5240.— 4200.— Rumänien 800.— 640.— Schweden 39100.— 81300.— Schweiz 26530.— 21300.— Spanien 21940.— 17600.— Tschechoslow. 4440- 3600.— Ungarn 16.— 13- Uruguay 92200.— 73800.— *j Für Österreich wird sür den Verkehr über Leipzig 1 Kr. 1.80 Mark umgerechnct. Gefaßter Büchcrdieb. sBgl. Bbl. Nr. 138.) — Die Untersuchung gegen den Bibliomanen, der aus der Marienbiblioihek in Halle a. S. den nur In einem Exemplar existierenden Deutschen Katechismus vr. Martin Luthers aus dem Jahre 1648 stahl, förderte seltsame Ergebnisse zutage. Der Dieb, ein höherer Postbeamter, der in der Bllcherkundc durch seine außergewöhnliche» Kenntnisse in Fachkreisen sehr geschäht war, hat sich, um den Raub in der Marienbiblioihek ausführen zu können, zunächst Eingang in die Bibliothek der Buch- und Kunsthandlung I. M. Reichardi in Halle verschafft. Dort übernahm er freiwillig die Aufgabe, die wertvolle Hallensiasammlung zu ordnen. Dabei stahl er die wertvoll st en Stücke, indem mit großem Geschick, um das ihn der tüchtigste Buchbinder beneiden könnte, ungebundene Exemplare in Pergameni- papier mit Banddurchzug band und die Rücken mit einer aniikeu Schrift versah. Bon den gestohlenen alten Bänden machte er der Marienbiblioihek eine Anzahl zum Geschenk. Selbstverständlich hatte der Mäzen nun in der Marienbiblioihek ungehinderten Zutritt, den er zu Diebstählen benutzte, u. a. zur Entwendung jenes Deutschen Katechismus. Bei Verwandten in Altenburg, wo man neuerdings wieder Haussuchung vornahm, sind im ganzen fünf große Kisten mit Büchern gefunden worden, nur ein kleiner Teil davon ist gekauft. Während der Bibliophile anfangs nur für alte Bücher Inter esse hatte, hat er schließlich zusamincngcstohlen, was er nur erreichen konnte: Tagore, Löns und sogar Räubergeschichten. Die Diebereien
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