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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.11.1870
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1870-11-30
- Erscheinungsdatum
- 30.11.1870
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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Nichtamtlicher Theil. Aktenstücke zur Geschichte des deutschen Buchhandels. XI.-) An die Herren Agenten der Norddeutschen Packet-Be- förderungs - Gesellschaft. Geehrter Herr! Hiermit erlaube ich mir, Ihnen eine wichtige Mittheilung zu machen, welche von günstigen Folgen sür Sie begleitet sein wird, falls meine Offerte Ihr Gefallen findet. Einige der Herren Agenten der Norddeutschen Packet-Be förderungs-Gesellschaft, die sich vor einigen Monaten an mich ge wandt hatten, um die Vertheilung von Meyer's Convcrsations- Lerikon, welches ich in einer Anzahl von monatlich circa 1200 Palleten der Post und General-Agentur der Nordd. Packet-Beförderungs- Gesellschaft hier zur Besorgung übergebe, für einen gewissen Bezirk allein in die Hand zu nehmen, machten mir zugleich den Vorschlag, sich nebenbei für den Verkauf von Büchern und Zeitschriften zu interessier». Ich ging bereitwilligst darauf ein, und nachdem diese Herren selbst während der Dauer des Krieges ein verhältnißmäßig günstiges Resultat erzielt haben, zögere ich nicht länger, mit einer Offerte an alle, auch die früheren Herren Agenten der Nordd. Packct-Beförderungs-Gesellschaft heranzutreten. Dieselbe betrifft die Verbreitung von Büchern und Zeitschriften durch die Herren Agenten vermit telst Reisender und Subfcribenten-Sammler und durch Vertheilung von Prospecten. Seit Einführung der Gewerbeordnung sind dem Buchhandel die Fesseln genommen, die ein engherziges Gesetz ihm bisher anlegte; er ist frei, und Jedermann darf Bücher verkaufen. Ein regeres Gcschästsleben ersteht in dieser Branche, von Tag zu Tag mehrt sich der Bücherabsatz, und dieser wäre noch bedeutender, wenn es nicht an Bücherverkäufern mangelte! Wohl gibt es der Buch handlungen selbst in kleineren Plätzen genug ; doch meist vom alten Schlage, können sie sich nicht mit der neuen Methode des Geschäfts befreunden. Das Publicum, das in den Laden kommt, um zu kaufen, ist selten; es will zumKanf anfgefordert sein; man muß durch Reisende oder Sammler dieses oder jenes Werk vorlegen lassen! Für diesen rationellen Geschäftsbetrieb herrscht in buchhändle- rischen Kreisen meist sehr wenig Verständniß und Meinung, trotzdem er am rentabelsten, mühelosesten und ohne jedes Risico ist, und deshalb wende ich mich an die Herren Agenten der Norddeutschen Packet-Beförderungs-Gesellschaft, weil diese Herren, meist dem Handelsstande angehörend, den Beweis gegeb en haben, mit Kraft, Umsicht und Talent obige Agentur neben ihrer sonstigen Beschäftigung zu leiten. Mir geht die Kenntniß ab, ob die betreffenden Herren Mühe und Zeitaufwand in der obigen Agentur belohnt fanden, oder ob sie sonst etwa unliebsame Erfahrungen in dieser Nebenbeschäftigung ge macht haben, doch darf ich mit Gewißheit voraussehen, daß mit meinem proponirten Geschäfte keinerlei Unan nehmlichkeiten, höchstens nur die, oh ne welche kein Ge- >1 X. S. 1861, Nr. >1. schäft eristirt, verbunden sind, und daß vor allem die eigene Thätigkeit überraschend belohnt wird! Den besten Beweis für das Gesagte liefern die Besitzer der artiger Geschäfte (Colportage-Buch Händler) selbst, die fast alle mit geringen Mitteln anfingen und in cinigenJahren wohlhabend wurden. Mit dem Geschäfte kann sichIcder befassen, der Kaufmann, Agent, Lehrer oder Beamte, da es wenig Zeit in Anspruch nimmt und Vorkcnntnissc dazu nicht nöthig sind. Sagt Ihnen mein Vorschlag zu, so gestatten Sie mir, daß ich Ihnen über den Geschäftsbetrieb folgende Mittheilungen mache: ^ I.. ^ ^ ^ üb. eine Zeitschrift und Lieferungswerk von einigen Thalcrn einige Groschen und Heft 1. oder Heft 1. und 2. gratis; bei theuren Werken z. B. Meyer's Lexikon 3 Thlr. und mehr Provision. Je mehr Leute man beschäftigt, um so größer ist der Umsatz resv. Gewinn. Z ch' Probehefte: Probehefte von allen wichtigen Büchern und Zeitschriften stehen zur Verfügung und mache Sie mir neuen Erscheinungen stets früh zeitig bekannt.^ Bücher. Kalender, Musikalien, Bilder u. s. w. werden von durch den Bezug in Massen bin ich im Stande, Ihnen sehr günstige Bedingungen zu stellen. Sie erhallen an fast allen Lieferungswerken und Zeitschriften Heft 1. und 2. gratis und 40. 50, 60 und oftmals 100 dH Rabatt. Bei diesen sehr günstigen Bedingungen kann ich jedoch nur gegen Casse liefern und muß eine Provision von ^ dH vom Jahresumsätze berechnen. Unter Einem Thaler Provision für ein Rechnungsjahr wird nicht in An rechnung gebracht, wodurch die Nichtberechnung der Emballage gedeckt wer den soll. Bei Eingang einer Geschäftsverbindung verpflichten Sie sich, innerhalb nur unter dieser Bedingung so hohen Rabatt von vornherein gewähren kann. Gewinn: An 100 Thlr. Umsatz gewinnen Sie ca. 40 Thlr. Selbst die kleinsten Colportagegeschäfte haben jährlich mindestens 3000 Thlr. Um satz, macht Gewinn ca. 1200 Thlr. Wer das kennt, weiß es; die es nicht glauben, wollen sich Bestätigung von den Kennern geben lassen. Die Höhe dieses Umsatzes und Gewinnes zu erreichen, ist bei nur einiger Thätigkeit gar nicht schwer. Ist derselbe auch anfangs klein, so ist es ja selbstverständlich, daß er sich immer mehr möglicht wird. . H Daß die Heranziehung von neuen Kunden auch auf Ihr anderes Ge schäft günstig einwirken muß, braucht wohl kaum bemerkt zu werden. Der erste Versuch: Der erste Versuch könnte mit dem Vertheilen von Probeheften einer Zeitschrift und mit Ankündigungen einer Geschichte des Krieges geschehen, wozu ich Ihnen 10 Exemplare Heft 1. 2. und 500 Ankündigungen zur Disposition stelle, die Sie durch Ihre eigenen Leute (oder Lohndiener, Dienstmann) vertheilen lassen könnten. Die Herren Agenten, die den Prospect über Winterfeld, Geschichte des Krieges 1870 erhalten sollten, wollen denselben gefälligst circuliren lassen. Ich gewähre daran 50 dH Rabatt (kaufmännisch) und auf 12 bestellte Exemplare das 13. gratis.
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