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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.06.1923
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- 1923-06-16
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- 16.06.1923
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Redaktioneller Teil. 138, 16. Juni 1923. sionäre kennen den Grundgedanken der BAG seit dem 2. De zember 1919 durch den damals von Herrn Robert Voigt- lander ihnen gehaltenen Vortrag und durch die Denkschrift der acht Leipziger Verleger vom 29. April 1929. Sie haben den Gedanken als unausführbar abgelehnt und velampft <das be rühmte »Es geht nicht« — dis es doch geht) und spielen nun die Gekränkten, weil die Gründer der BAG sich im Januar 1923 nicht an die Gern-Monopolisten des buchhändlerischen Zahlungs wesens, die Kommissionäre, gewendet, d. h. keine Lust gehabt haben, ihre gute Sache abermals zugrundereden oder verwässern zu lassen. In Wirklichkeit geht die Verkalkung des Leipziger Zahl wesens noch viel weiter, über ein halbes Jahrhundert zurück, bis zur Einführung der Postanweisung. Als diese, bald nach 1871, aufkam, 20 Pfennig Gebühr für 190 Mark, da war sofort klar zu erkennen, daß die Leipziger Gebühr von je 1?/» ^ je 1 Mark für 109 für Zahler und Empfänger nicht mehr haltbar war. Die Leipziger Kommissionäre haben sie aber hartnäckig zu halten ge sucht, erst jüngst sogar auf je 1.85 Mark erhöht, zuletzt nur in der allgemeinen Umsatzberechnung verborgen. Die selbstverständliche Folge war fast völlige Abwanderung des Zahlverkehrs von Leip zig weg. Die Kommissionäre wollten ihren Nutzen und verstan den ihn doch nicht, sondern haben mit ihrer Hartnäckigkeit nicht nur sich selbst, sondern dem Ansehen des Vororts Leipzig un endlichen Schaden zugefügt. Hätten sie vor 59 Jahren »Zalko« erfunden, es wäre damals eine Tat gewesen, und Besseres hätte sich daraus entwickeln können. Jedweder hätte damals 10 Pfen nig Gebühr für solch einen Zahlzettel ganz angemessen gefunden, lange Zeit hindurch. Jetzt wollten die Kommissionäre es für I Pfennig tun, und selbst diesen mußten sie fahren lassen <s. u. 5). Der Verein der Kommissionäre sagt weiter: 2. »Es scheint sich nun die Legende bilden zu wollen, als ob der BAG-Verkehr der dem Verlag, der Zalko der dem Sor timent nützlichere sei und der Streit der Leipziger daher ge eignet ist, die zu Kantate geschlossene Kluft zwischen Verlag und Sortiment wieder zu öffnen.« Der einfache Sachverhalt ist, daß etwa 800 Verleger und 1600 Sortimenter das, was die Leipziger Kommissionäre nicht einsehen und nicht tun wollten, endlich selbst in die Hand genom men haben, und daß die plötzlich aufwachenden Kommissionäre sie dabei mit Zalko L Gilko hemmen wollen, um eine durch eigene Versäumnis verlorene Stellung wiederzugewinnen. Der Verein der Kommissionäre sagt: 3. »Den besseren Weg werden also diejenigen beschreiten, die dem Sortiment den bequemsten und billigsten' Zahlungs verkehr bieten, sodaß täglich ohne Unkosten und Mühe alles verfügbare Geld des Sortiments an den Verlag abgefllhrt werden kann. Diesen Weg bietet zweifelsohne der Zalko.« Es ist nicht der bequemste und billigste Zahlverkehr, wenn der Schuldner täglich alles verfügbare Geld abführen soll. Der Wille zur pünktlichen Zahlung ist bei weitaus den meisten Sorti mentern vorhanden, wie ja deren Andrang zur BAG zur Genüge beweist. Mit dem Willen ist es aber nicht getan, sondern die Hauptursache der bestehenden Zahlungsstockungen liegt darin, daß die Sortimenter bei ihrem erklärlicherweise der Zahl nach mög lichst knapp gehaltenen Personal die Arbeit des Ausschreibens der Menge von Post- und Bankschecken nicht bewältigen können. Dies« Arbeit nimmt ihnen die BAG völlig ab. Die Zalko-Zahlzettel sind aber nur eine neue Form der alten überlästig gewordenen Arbeit. Der Verein der Kommissionäre sagt: 4. »Dadurch, daß der Verlag spätestens innerhalb acht Tagen die Zahlungen erhält, ist er schnellstens über die Prompt heit und Kreditwürdigkeit seines Kunden orientiert.« Diese acht Tage sind Blendwerk, denn sie beginnen erst mit dem Tage, an dem der Auftrag des Schuldners nebst Deckung in Leipzig ei »trifft. Die Übertragung vom Schuldner-Kommissionär zum Gläubiger-Kommissionär und von diesem zum Gilko oder zu einer Bank — dies dauert also a ch t Tage, während die BAG dies alles in zwei Tagen, nämlich von Montag bis Mittwoch, besorgen wird. Die anderen sechs 82« Tage hilft das schwimmende Geld nur dazu, den Kommissionären ein großes zinsfreies Kapital zu bilden, wie sic das in ihrem Einfllhrungshest von »Zalko L Gilko« ausdrücklich zugegeben haben. Dieses Kapital wird also auf Kosten des Verlags gebildet, -dem es von Rechts wegen gehört, und obendrein fehlt jedwede Kontrolle, ob es bei der sechstägigen Zurückhaltung des Geldes in Leipzig bleibt. Also nochmals aufs schärfste betont:JeneachtTag«rechnenvomEingang des Zahlungsauftrags neb st Deckung in Leipzig an. Wenn der Schuldner aber 4 Wochen oder 4 Monate zu spät den Auftrag abschickt, so rührt diese Not des Verlags den Verein der Kommissionäre auch offenbar heute noch nicht, sondern sie haben dafür das beschönigende ermunternde Schlagwort erfun den: »die Zahlungsinttiatibe gebührt dem Schuldner«. Die l4 bis 21 Tag«, innerhalb deren planmäßig die BAG dem Ver leger sein Geld zur.Verfügung stellt, schließen dieeinwöchige Frist für die Sortimenter, die Postlaufzeiten und die Bearbeitung in der BAG und der Bank e i n. Wir hoffen, daß damit der wahre Sachverhalt nunmehr ein für allemal sestgestellt ist, und erwarten von dem Verein der Kommissionäre, daß er die irreführende Reklame mit seinen acht Tagen künftig unterläßt, möchten jedenfalls bitten, vor etwaiger Wiederholung die N 4 und 15 des Gesetzes über unlauteren Wettbewerb nachzulesen. Der Verein der Kommissionäre sagt: 5. »Uns aber liegt besonders daran, die Legende nicht aufkommen zu lassen, als ob der Zalko das Sortiment begün- fügen und den Verlag benachteiligen, oder gar die Säumigkeit im Sortiment unterstützen wolle. Im Gegenteil, der Zalko soll dem Verlag zum gleichen Vorteil weiden wie dem Sortiment, und das ist eben am ehesten durch diesen technisch einfachsten und billigsten Zahlungsverkehr zu erreichen. Das Interesse des Kommissionsgeschäfts am Verlag ist allermindestens ein eben so großes wie dasjenige am Sortiment, deshalb sind die Kom missionäre bei der Erfindung des Zalko-Gedankens von vorn- herein auch bemüht gewesen, in gleicher Weise den Interessen ihrer Verlegerkommittenten zu dienen. Daß dies ihr ganz be sonderer Wunsch ist, beweist, daß sie auch noch den einzigen Punkt, in dem der Verlag sich benachteiligt fühlen konnte, näm lich die Berechnung von 1 Pfennig Grundzahl je Zahlzettel, fallen gelassen haben und den Zalko auch für den Verlag völlig kostenfrei gestalten«.« Wenn die Herren Kommissionäre doch nur den Verlag nicht bevormunden und ihn in seinen Bemühungen, sein Verhältnis zum Sortimenter selbst zufriedenstellender zu gestalten, nicht stören wollten! Es handelt sich ja nicht allein darum, daß das Geld schließlich hereinkommt, sondern, und das ist fast noch wichtiger, darum, daß dem Verleger die schweren Lasten des Buchungs- und Mahnwesens ab ge nommen werden, und das soll durch die BAG geschehen. Daß die Arbeitsersparnis bei den Sortimentern eine an nähernd gleichgroße Rolle spielen soll, ist schon gesagt. Mit dem »ganz besonderen Wunsch« des Vereins der Kommissionäre, den Verlag frei zu halten, hat es seine besondere Bewandtnis. Das Ansinnen, dem Verleger für jede durch Zalko L Gilko eingehende Zahlung 1 Pfennig Grundgebühr mal Schlüsselzahl, also augen blicklich je 50 Mark aufzubürden, hatte bereits zu der Einleitung einer sehr entschiedenen offenen Erklärung des Verlags an die Kommissionäre geführt. Der Veröffentlichung dieser Erklärung sind die Kommissionäre zuvorgekommen und haben damit aus eine erhoffte Einnahme verzichtet, di« sich aus Hunderte von Millionen jährlich auf Kosten des Verlags hätte belaufen sollen. — Nun ist in der Tat, scheint es, der Zahlverkchr durch Zalko L Gilko für Verlag und Sortiment »völlig kostenfrei«. Daß dennoch der Verlag einen Teil der Lasten tragen soll, indem ihm in Leipzig sein Geld 6 Tage oder mehr zurückgehalten wird, ist bereits gesagt, aber außerdem und auch von anderer Seite ist schon darauf hingewiesen worden, daß diese scheinbare Billigkeit eine innere Unmöglichkeit ist. Von nichts kommt nichts, und sollte der Wunsch der Kommissionäre, die BAG zu zerstören, in Erfüllung gehen — er wird es nicht — oder sonst
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