10480 Börsenblatt s. d. Dlschn Buchhandel. Künftig erscheinende Bücher. 215. 15. September 1911. W kW MI WA MH Verlag von Egon Fleischel 6c Co., Berlin W 9. MW iE MM <I Wir versandten Rundschreiben iibert Die Tochter des großen Georgi Theater-Roman von Georg Freiherrn v. Ompteda Mit wirkungsvollem Umschlag Geh. M. 6.— ; geb. M. 7.50 Von jeher hat die wirkliche Welt sich eng berührt mit den Brettern, die die Welt bedeuten. Schon manche große Künstlerin ist die Gattin eines Aristo kraten und die Zierde seiner Salons ge worden. So mag auch Ompteda, der Dichter des deutschen Adels, den ersten Anstoß zu diesem Roman dadurch er halten haben, daß er bei dem einen oder anderen seiner Standesgenoffen in deren Gattin eine frühere Fürstin der Bühne wiedergefunden hat. Vielleicht ist dies die Anregung gewesen, einmal demWer- deneinersolchenErscheinungnachzugehen und von den Anfängen, den ersten tasten den Schritten aus den Brettern bis zu jenem Augenblick das Künstlerleben zu verfolgen, wo der befriedigte Ehrgeiz, das Bewußtsein, das gesteckte Zielerreicht zu haben, zum ersten Male der Künstlerin dasWort auf dieLippen drängt: „Ich bin glücklich." Wie die Tochter des großen Schauspielers alter Schule, die ängstlich der Sphäre des Vaters ferngehalten wird, instinktiv den Weg findet, dahin, wo ihres Ruhmes Stern leuchten soll, wie sie von kleinen Anfängen, durch alle Widerwärtigkeiten des Schmierenda seins, immer bewußt des künstlerischen Zieles, langsam aufsteigt, wie sie durch die Tiefen der Leidenschaft geht, um im In nersten zu empfinden, was sie durch ihre Kunst andere empfinden lassen will; wie die Schlacken der Alltäglichkeit, dieKlein- lichkeiten und Lindernisse allmählich zu rücktreten und ihr Flug frei wird zu den Lohen, wie sie endlich ihrZielerreicht und als eine große Künstlerin dasieht, das hat der Dichter mit unendlich viel seinen und geistvollen Zügen ausgezeichnet, und es ist ihm gelungen, ein Menschenschicksal vor dem Leser zu entrollen, das ihn aus das tiefste ergreift und fesselt, und er nimmt bewegt Abschied von dieser Künstlerin, die ein Mensch gewesen, weil sie eine Kämpferin war. -..8.1 — Bestellzettel in der Beilage —