Sbrsenblalt?. ». Dtjchn. vuchbattbet. 10923 ^ 222, 23. September 1911. Künftig erscheinende Bücher. Georg Müllen G> Verlag, München (A Anfang Oktober gelangt Zur Versendung: Z) I^arl Stauffers Eebensgan^ Cine Chronik öer Leiöenfthaft von Wilhelm Schäfer^ Geh. N. 4.-, geb. M. 5.50, Luxusausgabe M. 20.- ^t»s gereicht mir zu besonderer Zreude, dieses hervorragende Werk hier anzeigen zu können. ^ Wilhelm Schäfer, öer nun endlich mit seinen von Publikum und Presse begeistert aufgenommenen slneküotenbänöen auch in die kreise des weiteren Publikums gedrungen ist, bietet hier den nach jeder Seite hin gelungenen versuch, die Tragik in einem Künstler schicksal aufzuöecken, das nun schon seit 23 Jahren die Gemüter immer wieder aufs neue ergreift. Ein Künstler, der auf öer höhe seines Ruhmes aus glänzenden Verhältnissen durch häßliche Anklagen in den italienischen Kerker und nach unerhörten Leiden ins Narrenhaus kommt, um als Vreiundüreißigjähriger nach einem mißglückten Selbstmordversuch traurig dahinzufiechen, das würde schon an stch seinen Namen lebendig erhalten. Nun aber gehört dieser Name in eine Reihe mit den großen der Kunst, der den Größten eben bürtig zur Seite gestellt wird. Au denken, daß dieses Leben nur durch die Leidenschaft zu einer Zrau, der Lpüia Escher, zugrunde ging: wäre sinnlos. Vas Ziel dieses Suches, das auf Grund strenger wissenschaftlicher Studien aber als angebliche Selbstbiographie mit allen Mitteln der Sprache als Kunstwerk geschrieben wurde und das stch wie ei« Roman lesen soll, ist eben das: den künstlerischen Schicksalsgang aufzudecken, die Kunst selber als die zerstörende Leidenschaft einzustellen. Sie tritt gewöhnlich in den sogenannten Künstlerromanen nur anekdotisch oder als Milieu auf, um die gewohnten Menschlichkeiten interessanter zu machen, während sie für die wirklichen Segabungen im Grunde die einzige Leidenschaft ihres Lebens ist und in allen Zöllen öer Unzulänglichkeit zum Schicksal wird. Stauffers Lebensgang zeigt den unerhörten Aufwand von Energie, öer stch durch höchsten Ehrgeiz gestachelt an einer spröden Segabung zerrieb; seine Niederschrift mußte zur Chronik der Leidenschaft in einem Sinn werden, wo die Zrau und alle andere Menschlichkeit an der landläufigen Wichtigkeit verlieren. Es steht zu erwarten, daß dieses Such berechtigtes Aufsehen machen wird. Es steht als Kunstwerk noch weit über den bisherigen Schöpfungen Wilhelm Schäfers. vor Erscheinen liefere ich mit 40l<> un- 7/ö (Einban- netto)