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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.09.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-09-30
- Erscheinungsdatum
- 30.09.1911
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- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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228. 30. September 1911. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 11273 aber nach wie vor die eifrigste Stütze. 60 Jahre lang hat sie sich hinter dem Ladentisch der Bedienung der Kunden gewidmet, und noch heute im Alter von 76 Jahren kann sie nicht von der liebgewordenen Gewohn heit lassen. Der jetzige Besitzer hat das Geschäft in jeder Be ziehung noch bedeutend gehoben und sich unter anderm durch Gründung eines »Havelländischen Museums«, das bei allen Ge- schichts-und Naturfreunden Interesse begegnet, ein großes Verdienst und die Dankbarkeit seiner Vaterstadt erworben. Als Jubilarin ist ferner die Hohmann'sche Buchhandlung in Plauen i/V. zu begrüßen. Im Einverständnis und mit Unter stützung seines Schwiegervaters, des Buchhändlers F. E Neupert in Plauen, gründete A. Hohmann Anfang Oktober 1861 in derselben Stadt eine neue Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung unter der Firma seines Namens. Er wollte sein besonderes Augenmerk auf den Musikalienhandel richten, der damals dort noch nicht die rechte Pflege fand. Die geradezu »amerikanische« Entwicklung derJndustrie- stadt Plauen begünstigte das Aufblühen der neuen Gründung. Nach 21 Jahren emsiger Tätigkeit verkaufte Hohmann (Ende des Jahres 1882) seine Sortimentsbuchhandlung an Oswin Schneider und zog sich auf seinen Verlag und seine Lotterie- Kollektion zurück. Als Inhaber des Geschäfts folgte Herrn Schneider im Januar 1891 Herr Adolf Lohmann aus Hannover und diesem wieder am 1. April 1906 der jetzige Besitzer Herr Ernst Mensel aus Naumburg, der die wohlbekannte Firma durch Zuverlässigkeit und Geschäftseifer zu neuen Erfolgen führte Die Buchhandlung C. Riethmüller in Kirchheim u. Teck wurde am 1. Oktober 1861 von C. Riethmüller, dem Schwieger vater des jetzigen Inhabers, gegründet und mit der schon längere Zeit bestehenden Buchbinderei und Papierlaternenfabrik ver bunden. Die rasche Ausdehnung der einzelnen Geschäfts zweige machte schon nach wenigen Jahren eine räumliche Scheidung der verschiedenen Geschäftszweige notwendig. Die Papierlaternenfabrik, die ihre Erzeugnisse nach aller Herren Länder verschickt, wird seit ca. 30 Jahren in einem eigens hierzu erbauten und des öfteren erweiterten Ge bäudekomplex betrieben und ist heute im Besitze eines Sohnes des schon vor etwa 14 Jahren verstorbenen Geschaftsgründers. Im Mai 1897 ging die Buchhandlung und Buchbinderei in den Besitz des jetzigen Inhabers, Herrn Richard Haag, über, der sich die zur selbständigen Ausübung des Berufes nötigen Kenntnisse in hochangesehenen Häusern Deutschlands und der Schweiz (Bosheuyer in Cannstatt, Koch L Co. in Stuttgart, I. I. Christen in Thun, F. E. Haag in Melle) gesammelt hatte. Die Buch handlung ging unter dem neuen Besitzer einer weiteren gesunden Entwicklung entgegen und erfreut sich allgemein großen Ansehens. Um die durch Verlegung der Papierlaternen fabrik frei gewordenen Räumlichkeiten auszunutzen, wurde dem Ladengeschäft im Jahre 1898 eine Druckerei angegliedert, die sich unerwartet rasch entwickelte. Bald erwiesen sich die Räume für die sich stetig ausdehnende, heute mit acht Druckpressen und einer Reihe von Hilfsmaschinen arbeitende Druckerei als zu klein, sodaß sie im Jahre 1905 in einen hierfür errichteten Neubau verlegt werden mußte. Ein schönes Zusammen treffen ist, daß der Inhaber der Firma am gleichen Tage das 60jährige Bestehen des Geschäfts und sein 25jährigeS Berufs jubiläum feiern kann. Am 1. Oktober 1886 war er als Lehrling in die L- Bosheuyer'sche Buchhandlung in Cannstatt eingetreten. Auch eine österreichische Firma, die Buch-, Kunst- u. Musi kalienhandlung Buchholz L Diebel in Troppau, kann am 1. Oktober ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiern. Ihr Gründer war Leopold Buchholz aus Bockenem, der den Buchhandel bei A. Schweiger in Clausthal erlernt und seine buch händlerischen Kenntnisse in Leipzig, Wien und Troppau ver vollständigt hatte. Nach 4 Jahren alleiniger Geschäftsführung nahm er seinen Freund Gotthard Diebel aus Sondershausen als Teilhaber in das Geschäft auf, das von nun an die Firma Buch holz <L Diebel führte. Eine von ihnen im Jahre 1870 gemeinsam in Wien gegründete größere Musikalienhandlung (mit Klavierlager) wurde am 13. Mai 1877 von ihnen an ihre bisherigen Mitarbeiter Ferd. Rebay und Fl. Stenzl verkauft. Am 1. Oktober 1883 trat Adolf Robitschek in diese Musikfirma an Stelle von Stenzl ein und die Firma lautete Rebay L Robitschek, aus der dann die jetzige Firma Adolf Robitschek in Wien hervorging. — Das Troppauer Geschäft Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 78. Jahrgang. war nach dem Ableben von Leopold Buchholz und Gotthard Diebel seit dem 28. Februar 1908 im Besitz von Gotthard Diebels Erben, bzw. der Witwe Bertha Diebel. Am 1. Januar 1910 wurde es an die jetzigen Besitzer, die Herren Adolf Kresta und Franz Woitek, verkauft. Weiter können nach den Angaben im Offiziellen Adreßbuch am 1. Oktober auch die Firmen: Constantin Ziemssen's Buch handlung, R. Kießlich, in Zoppot, die als Filiale der Buchhandlung Constantin Ziemssen in Danzig gegründet wurde, und Heinrich Jäger (Karl Müller) in Greifswald auf ein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken. Mit Dankbarkeit gegen seinen verstorbenen Gründer kann der Polytechnische Verlag M. Hittenkofer in Strelitz auf die Wiederkehr des Tages zurückschauen, an dem er vor fünfund zwanzig Jahren das erste gedruckte Buch herausgab. Am Technikum Buxtehude lehrte Architekt Hittenkofer als Bauschul direktor seine Schüler nach eigenem System, das weit abwich von den strengen, kleinlichen Normen der siebziger Jahre. Seine Methode der freien Lehre, sein Einzelunterricht, der das Klassen system verwarf, seine individuelle Behandlung der Schüler und ihrer Arbeiten riefen einen leidenschaftlichen Kampf der Meinungen für und wider die »Methode Hittenkofer« hervor. Um den Lehrern eine feste Richtschnur zu geben und seine Grundsätze dauernd festlegen zu können, gab Hittenkofer seinen Schülern gedruckte Aufgabenzeichnungen und kleine Schriften in die Hand, die als Ergänzung des Schulvortrages dienen sollten. Zum Beginn des Winterkursus 1886 erschien dann seine erste zusammenhängende Arbeit über »die Technik des Zeichnens« im Selbstverläge. Seit her lebte er nur der Verwirklichung seiner Ideen, die er mit mehreren tausend Schülern erproben und danach teilweise rektifizieren konnte. Überzeugt, daß nur praktisch erfahrene und theoretisch wohlgeschulte Lehrer den Unterrichtsstoff gemein verständlich zu behandeln wissen, wählte er vorzugsweise technische Fachschullehrer zu Autoren seiner Verlagswerke. Als er im Jahre 1899 starb, traten sein Sohn und sein Schwiegersohn, beide Techniker, sein geistiges Erbe an, und im Sinne des Verstorbenen wurde rastlos weitergebaut. Bestand der Verlag beim Tode seines Gründers aus ungefähr 90 Werken, so umfaßt der dem nächst erscheinende Jubiläums-Katalog bereits 500 Nummern. Als äußeres Zeichen des Jubiläums, gleichzeitig in Würdigung der immer schwieriger werdenden Absatzverhältnisse des Sorti ments, erhöht der Verlag den Rabatt seiner sämtlichen Werke unter gleichzeitiger Einrichtung einer ständigen Auslieferungsstelle in Leipzig. Die Firma C. Winter in Dresden kann ebenfalls die Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens begehen. Gleichzeitig sind es 25 Jahre, daß der jetzige Inhaber, Herr Carl Stephan, dem Geschäft angehört. Im Aufträge seines Vorgängers C. Winter in Chemnitz eröffnete derselbe am 2. Oktober 1886 das Geschäft, und seiner Tätigkeit ist es hauptsächlich zuzuschreiben, daß die Firma zwar nicht zu den größten in Dresden gehört, zweifellos aber eine der bekanntesten am dortigen Platze ist, was sie be sonders der Ausdehnung ihres Schulbüchergeschäfts verdankt. Das mit dem Sortiment verbundene Antiquariat hat im Laufe der Jahre 147 Kataloge veröffentlicht. Seit 1. Juni 1900 führt Herr Stephan das Geschäft für eigene Rechnung. Zum Schlüsse möge hier noch das hundertjährige Jubiläum der Buchdruckerei G Kreysing in Leipzig, die rege Be ziehungen zum deutschen Verlagsbuchhandel unterhält und auch jährlich (seit 1864) das Offizielle Adreßbuch des Deutschen Buch handels druckt, Erwähnung finden. Ihr Werdegang ist kurz folgender: Sie wurde am 1. Oktober 1811 von der Leipziger Buchhandlung F. C. W. Vogel gegründet. Am 24. Januar 1837 übernahm das Geschäft Wilhelm Ferdinand Theodor Vogel von seinem Vater und firmierte fortan Wilhelm Vogel Sohn. In diese Firma trat am 27. April 1863 Benjamin Kreysing aus Rohrbach als Teilhaber ein, nachdem er bereits seit dem Jahre 1840 den Betrieb als Faktor geleitet hatte. Ihm folgte nach seinem Ableben — er starb am 20. Juni 1857 — »als verpflichteter Geschäftsleiter dieser Offizin, bei Abwesenheit des Herrn Vogel 1464
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