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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.11.1908
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1908-11-09
- Erscheinungsdatum
- 09.11.1908
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
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^ 2K1, g. November 1908. Nichtamtlicher Teil. geteilt wurde, daß in Berlin ein Mangel an gerichtlichen S a ch v e r st ä n d i g e n für buchhändlerische Angelegenheiten eingetreten sei. Wir konnten vier Kollegen als gerichtliche Sach verständige Vorschlägen, die sich zur Übernahme dieses Amtes bereit erklärt hatten. Am 20. Juli schrieb uns der Präsident des Königlichen Landgerichts I, daß der Herr Kammergerichts. Präsident ihm unser Schreiben zur Prüsung und weiteren Ver anlassung übergeben habe. Er stellt anheim, ihm zunächst diejenigen Prozesse unter Mitteilung der Gerichte und Akten zeichen anzugeben, in denen sich ein Mangel an Sachverstän digen auf dem bezeichneten Gebiete gezeigt habe. Wir konnten bereits am 28. Juli erwidern, daß uns zwei Rechtssälle aus neuester Zeit bekannt sind, in welchen sich dieser Mangel deut lich herausgestellt hat, wir waren auch in der Lage, die Gerichte und Aktenzeichen dazu anzugeben, haben aber bisher nichts weiter darüber gehört. Ihr Vorstand konnte zu folgenden Gedenkfeiern im Berichts jahre den Glückwünschen der Korporation Aus- druck geben. Am 29. Februar und l. März feierte der B u ch h ä n d l e r - BerbandHannover-Braunschweig sein 25. Stis- tungsfest in Hannover. Er übersandte uns die zu diesem Feste erschienene kurze Geschichte des Verbandes, die wir unserer Bibliothek überwiesen. Mit unserem Tank für dieses Buch über mittelten wir dem Verbände unsere Glückwünsche zu seinem Jubiläum. Die zur Korporation gehörige Firma BollLPickardt übersandte uns zur Einreihung in unsere Bibliothek die an läßlich des sechzigjährigen Jubiläums des Herrn R. Voll erschie- neue Festschrift. Auch hier verbanden wir mit unserem Dank für die Einsendung u nere Glückwünsche für den Jubilar und die angesehene Firma. Das Geographische Institut und der Landkartenverlag Jul. Straube feierte am 3. Juli 1808 das 50 jährige Be stehen dieser Firma. Wir überreichten dem Besitzer eine Adresse, in welcher die Glückwünsche der Korporation ihm dargebracht wurden. Sehr schmerzliche Verluste durch den Tod hatte unsere Korporation im vergangenen Jahre zu beklagen. Am Dienstag, den 8. Oktober 1807, standen unsere Mit glieder in tiefer, ausrichtiger Trauer an der Bahre eines hoch geehrten Kollegen und Freundes. Im 00. Lebensjahre ist der Geheime Kommerzienrat Elwin Paetel am Morgen des 4. Oktober seinen Leiden erlegen. Er war ein Mann, dem wir seiner Liebenswürdigkeit, seiner Tüchtigkeit und treuen Gesinnung halber gut werden und gut bleiben mußten. Er war geboren in Berlin am 13. November 1847, einem Sonntag, und er blieb swie sein Vater dem Schreiber dieser Zeilen einst in froher Stimmung sagte) ein Sonntags kind sein ganzes Leben hindurch. Nachdem Elwin Paetel seine Schulzeit auf dem Wilhelms- Gymnasium vollendet hatte, trat er als Lehrling in die alt bekannte Nicolaische Buchhandlung ein, die damals im Besitz von Friedrich Wreden und Fritz Borstell war. Am 14. März 1870 be gründete er seine Selbständigkeit. In Gemeinschaft mit seinem älteren Bruder, Or. Hermann Paetel, der bis dahin Gymnasial-Oberlehrer war, erwarb er den Alexander Duncker- schen Verlag. So entstand die Firma »Gebrüder Paetel«. Im Jahre 1874 begründeten die Gebrüder Paetel unter Mitwirkung von Julius Rodenberg die »Deutsche Rundschau«, vr. Hermann Paetel verließ die Firma am 1. April 1884 und gründete eine eigene Verlagsbuchhandlung. Die Firma Gebrü der Paetel blieb nun im Alleinbesitz Elwin Paetels bis zum I. Juli 1893, au welchem Tage sein Sohn, unser vr. Georg Paetel, als Teilhaber des väterlichen Geschäfts in die Firma ausgenommen wurde. Wir alle kennen die Bedeutung der Deutschen Rundschau, welche im literarischen Leben des Deut schen Reiches ein führendes Organ wurde, wir alle kennen auch die gediegene, vornehme Richtung des Verlages der Gebrüder Paetel, der viele Werke der geschätztesten Namen auf belletristi schem Gebiete in sich schließt. So konnte die Korporation stolz sein auf die hervorragende geschäftliche Tüchtigkeit des Ver storbenen, die hohe Anerkennung fand weit über den Berliner und auch über den deutschen Buchhandel hinaus. Und nun seine Persönlichkeit! Man nannte ihn einen Edel mann in des Wortes schönster Bedeutung. Seine Erscheinung gehörte zu den liebenswürdigsten und wohlwollendsten unter den Kollegen. Ein gütiges Geschick hatte ihm seltene Gaben verliehen: Lebensfreude und Arbeitsfreudigkeit, Glücksgefühl in seiner Familie, in seinem Beruf, im Verkehr mit lieben Freunden. Wie reich sein Herz war, das haben viele, viele erfahren, die sich in Kummer und Not an ihn wendeten. Und dabei war ein unverwüstlicher Frohsinn und Humor sein Element. Er liebte es ganz besonders, fröhliche Gesichter um sich zu sehen, und er vermochte auf seine Umgebung in diesem Sinne ein zuwirken. Was Elwin Paetel in verantwortungsvollen Ehrenämtern Jahrzehnte hindurch sür den Buchhandel und namentlich für unsere Korporation geleistet hat, sichert ihm sür alle Zeiten in unserer Mitte ein ehrenvolles Andenken. 1884—1830 war er Mitglied des Rechnungsausschusses des Börsenvereins, 1887 bis 1890 gleichzeitig im Ausschuß sür das Börsenblatt, 1879—1884 war er Schatzmeister unserer Korporation und zweimal, 1887 bis 1890 und 1894—1899 war er der Vorsteher unserer Korpora tion. Daneben war er ununterbrochen über 25 Jahre hin durch im Vorstand unseres großen Unterstützungsvereins tätig, lange Zeit als der Vorsitzende. Fünf Jahre hindurch <1880 bis 1884) hatte der Schreiber dieser Zeilen unter dem Vorsitz von Bernhard Brigl mit Elwin Paetel im Vorstand der Korporation gemeinsame ehrenamtliche Arbeit. Es waren recht mühevolle, arbeitsreiche Jahre, in welchen unsere Bestellanstalt, die bis dahin nur Zettel und Zirkulare annahm, erweitert wurde zur Annahme und Verteilung von Paketen. Ferner wurde in diesen Jahren eine Bibliothek zusammengeslellt für den damaligen Prinzen Wilhelm, den jetzigen Deutschen Kaiser, als Hochzeitsgeschenk der Korporation. In jener Zeit haben Bernhard Brigl, Elwin Paetel und Ihr jetziger Vorsteher eine herzliche Freundschaft miteinander geschossen, die der nun Letztüberlebende bis ans Ende seiner Lebenstage in treuester, wehmütiger Erinnerung bewahren wird. Mit ihm werden Sie alle die Erinnerung an den lieben, verehrten Kollegen fest- halten, wie auch das Gefühl herzlichen Dankes für all das viele Gute, das der Verstorbene sür unsere Korporation und sür den Buchhandel gewirkt hat. Am 6. Dezember starb im siebzigsten Jahre nach langem Leiden Herr Siegfried Cronbach. Er war am 11. Februar 1838 in Graudenz geboren. Am 1. April 1862 begründete er ein Zeitungs-Vertriebs-Kontor <eine Neu heit damals im Buchhandels, in dem Zeitungen und Zeitschriften verkauft wurden; es wurde bald ein Sortiment und ein kleiner Verlag angegliedert. Drei Jahre später gab er ein Journal heraus, die Coiffure, die heute noch unter dem Titel »Der Damenputz« besteht und das älteste Fachblatt ist auf dem Damenhutgebiet. Nach Verkauf des Sortiments und der Zeitungsvertriebsanstalt widmete er sich ganz dem Verlage, in dem geschichtliche und biographische Werke vorherrschten; be sonders Pflegte er den Verlag von Literatur über russische Ge schichte und Kultur. Er war es auch, der das bekannte Werk ISS7»
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