248, 24. Oktober 1911. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 12775 Axel Juncker Verlag Berlin-Charlottenburg Gleichzeitig versende: Z) 2«° Auflage Camille Lemonnier, Ein Mann Roman. (Zugleich: Lemonnier's Ausgewählte Werke Band III) Preis 4 M. geheftet, 5 M. gebunden falls bis 1. November verlangt: 40^/0 7/6 Fedor von Zobeltitz: Es ist die tragisch-wilde Liebesgeschichte einer Bauerntochter und eines Wilderers mit einer verblüffenden Kraft zur Darstellung gebracht, einer Plastik der Schilderung und einer so stürmischen Leidenschaftlichkeit, wie es nur ein Schriftsteller vermag, der auf das innigste mit seinem eigenen Werke verwachsen ist. . . In den Naturschilderungen gibt er wundervolle Partien. Noch nie habe ich die Atemlosigkeit mittäglicher Äoch- sommerschwüle, noch nie das Erwachen des Morgens im Walde und das Linüber- gleiten des verdämmernden Abends in die Nacht so anschaulich, so lebendig, so wahr heitsgetreu dargestellt gefunden. Da spürt man in der Tat, daß der Verfasser sein Buch mitten im Lerzen der Natur geschrieben hat.... Pester Lloyd: O. Alscher: Lemonnier hat mit dieser Gestalt etwas Unvergängliches geschaffen, denn in keinem zweiten Roman neuerer Zeit gibt es eine Figur, die bei so wenig Psychologie so plastisch und gigantisch dasieht, die so fest gefügt in allen Linien klassisch zu nennen wäre... Lechner's Mitteilungen: Wir wüßten in der ganzen modernen Literatur kaum eine Schilderung zu nennen, die sich an dichterischem Zauber mit dieser Beschreibung messen könnte... Das ist reine, echte, unbeschreiblich schöne Poesie. Und dieser Poesie begegnen wir im vor liegenden Roman auf Schritt und Tritt. Als dieser Roman eines damals noch Unbekannten erschien (seitdem ist freilich Lemonnier zu einem der gefeiertsten Schriftsteller der heutigen französischen Literatur gestiegen) schrieb ihm Alphonse Daudet: Kommen Sie, Sie treffen bei mir Flaubert, Goncourt, Zola. Sie gehören mit zu der Familie. Seitdem gehört dieses Buch zu den gelesensten der französischen Literatur, und im Jahre 1910 war es nötig, daß man in Paris eine Volksausgabe von 125 000 Exemplaren veranstaltete.