12758 Börsenblatt f. d. Dtjchn. Buchhandel. Künftig erscheinende Bücher. 248, 24 Oktober ISN. -r> Neuerscheinungen Herbst 1911 r- C.H.BeckL^L Oskar Beck München Zum 21. November, der hundertsten Wiederkehr des Todestages Heinrichs von Kleist erscheint Anfang November ' Heinrich von Kleist Sein Leben und seine Werke Von Wilhelm Herzog 45 Bogen 8°. Mit einem Porträt von Slevogt und einer Gravüre des Miniaturbildniffes. Geheftet M. 6.50, in Leinwand M. 7.50, in Liebhaberhalbfranzband M. 10.— ZurProbebar bis zu5Expl.mit40°/q,wennvor Erscheinenbestellt /^rst heute, nach hundert Jahren, kommt dem deutschen Volk allmählich zum Be- ^2- wußtsein, was schon der alte Wieland, nachdem er einiges aus dem Guiscard vernommen, klar erkannt hatte: „Von diesem Augenblick an war es bei mir entschieden, Kleist sei dazu geboren, die große Lücke in unserer dramatischen Literatur auszufüllen, die selbst von Schiller und Goethe noch nicht ausgefüllt worden ist." Im einzelnen freilich sind die Meinungen über Heinrich von Kleist und sein Werk immer noch recht wenig geklärt. Einig ist man nur darin, daß es sich hier um ein zwar vielfach rätsel haftes, doch ganz außerordentliches Phänomen handle; einig wohl auch darin, daß Kleists im höchsten Sinn poetische Schöpfungen in unserem Volke noch lange nicht so bekannt sind, als sie es verdienen. Diese Tatsache hat ohne Zweifel ihren Hauptgrund darin, daß für das Verständnis und für den vollen Genuß der Werke Kleists die Kenntnis des Lebensganges und die Vertrautheit mit der Persönlichkeit ihres Schöpfers in noch höherem Sinn eine Voraussetzung bilden, als dies bei den meisten anderen Dichtern der Fall ist. Eine neue Darstellung von Kleists Leben und Schaffen, der es gelänge, vom Boden der Tatsachen aus die innerliche Notwendigkeit und Folgerichtigkeit dieses Lebens überzeugend zu erweisen, Natur und Schicksal und Werke in Übereinstimmung aufzuzeigen, entspricht — darüber kann kein Streit sein — einem dringenden Be dürfnis. Adolf Wilbrandt hat es vor nahezu fünfzig Jahren als erster versucht, unter Verwertung des damals bekannten Materials und persönlicher Aufschlüffe, die er Kleists noch lebendem Freunde, dem General von Pfuel, verdankte, das Leben