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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.10.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1911-10-28
- Erscheinungsdatum
- 28.10.1911
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- Deutsch
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252 28, Oktober 1S11, Nichtamtlicher Tell. B»rs-nbl»u k, d, Dtschn, «uchh-nt-l. t 3023 der Zusammenschluß da sein. Er würde keine Spitze gegen den Verlag haben, es würden nicht Männer zu seiner Leitung berusen werden, die Draufgänger sind und für die Schwierigkeiten des Verlags ohne Verständnis, Wir haben genug Männer im Sorti ment, die das alles zu berücksichtigen wissen. In olle» Branchen sind auf der einen Seite die Fabrikanten zusammengeschlosscn, auf der andern die Tetaillisten, ohne daß es gleich zum Kriege kommt, die Verständigung fehlt da nie. Bei uns verschärft sich von Jahr zu Jahr das Verhältnis des Verlags zum Sortiment. Sehen Sie sich unsere großen Vereine anl I» der Berliner Vereinigung, im Rheinisch-Westfälischen Verein ist bei den Ver sammlungen stets nur eine winzige Anzahl von Mitgliedern an wesend, in den andern Vereinen liegen die Verhältnisse ähnlich. Wen» wir zum Zusammenschluß gelangen, kann das Verhältnis zwischen Verlag und Sortiment nicht schlechter, sondern nur besser werden, die Verleger, die weniger kapitalkräftig sind, werden an uns einen Schutz finden, Redner habe in Jena wesentlich schärfer gesprochen, es sei daher in allen Kreisen zu einer lebhaften Meinungsäußerung gekommen und zu einer erfreulichen Klärung in der letzten Ostermesse. Redner verwahrt sich dagegen, daß er etwa Pläne verfolge nach Art des Herrn vr. Lehmann. Ein Sortimenterverein habe wesentlich höhere Aufgaben zu erfüllen, als Herr vr, Lehmann sie verfolgen könne, und als die, über die im allgemeinen gesprochen wird. Man möge den Anssatz Pragers lesen: Wohin steuern wir? Redner bittet, die Em pfindung von hier mit nach Hanse zu nehmen, daß die Gründung eines Sortimentervereins dem Verlag und dem Sortiment gleich mäßig nützen würde, die wenigen Reibungspunkte würden über wunden werden. Tie Rolle des jetzigen Verbandsvorstandes würde dem Börsenvereinsvorstande zufallen, neben dem es dann nur einen Verlegerverein und einen Sortimenterverein geben würde. Herr Oskar Schmort (Hannover) schließt sich in seinen Ausführungen im wesentlichen Herrn vr. Ehlermann an. Das Sortiment wünscht, daß die Verkanfsordnung, wie sie beschlossen und gedacht war, auch gehandhabt werde. Der Sinn der Ver- kaufsordnnng solle in erster Linie beachtet werden, Allerdings wolle das Sortiment nicht zum Bücherverkäuser hcrabsinken, geht es aber so weiter wie jetzt, so dürfte es nicht anders möglich sein. Am meisten schade es uns, daß wir nicht so liefern können wie der Verleger. Redner bittet, die Verhandlungen bei der Annahme der Verkanfsordnung zu beachten (Kröner gegen Springer), die Absicht der damaligen Gesetzgebung ist es durchaus nicht gewesen, daß die Verkanfsordnung so ausgelegt werde wie jetzt. Eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs gegen einen de» Sinn der Ver- kaufsordnnng erheblich verletzenden Verleger dürste aussichts reich sein. Herr vr. Ehlermann habe gefragt, wo die Macht mittel des Sortiments seien? Redner glaube, daß eine Boykot tierung das einzige Mittel sein dürste, das Erfolg verspricht, so schwer es auch durchführbar sei, einen Teil der Literatur nicht zu vertreiben. Man solle auch aus unseren Nachwuchs sehen, der eine höhere Bildung überhaupt nicht mehr ausweise. Seit 1903 wird dem Verlag stets gesagt, es ginge so nicht weiter, ohne daß der Verlag sich wesentlich darum kümmere. Braucht der Verlag das Sortiment nicht, so soll er es ganz ausschalten, braucht er es aber, so muß er mit ihm arbeiten und seine Lebensbcdingungen berücksichtigen. Herr vr, Erich Ehlcrmann: Es wäre ja möglich, daß die wirtschaftliche Entwickelung dahin ginge, daß ein Wiedererstarken des Sortiments ausgeschlossen sei. Heute muß sich aber jeder Verleger sagen, die Forderungen des Sortiments sind berechtigt, Redner will eine Organisation des Sortiments außerhalb des Ver bandes nicht empfehlen, bereits vor zwei Jahren in Leipzig habe er ausgesührt, daß der Berbandsvorstand die gegebene Vertretung des Sortiments sei. Wenn er also einen Zusammenschluß auch em pfehle, so sei es nur innerhalb des Verbandes. Das Sortiment soll sich auch erst klar sein über die einzelnen Forderungen, die erhoben werden müssen. Was ist z. B, unlautere Manipulation? Solche Begriffe müßten erst scstgcstellt werden. Herr Alexander Ganz (Köln) hat den Börsenverein imnier als eine Art von Staat betrachtet, dessen Mitglieder, Sortimenter wie Verleger, gute Staatsbürger seien und die Gesetze zu befolgen haben. Die Revision der Verkanfsordnung sei durchaus keine reine Sortimcntersache. Die Verleger, die sich gewehrt haben gegen die Auslegung des Vereinsausschusses, haben sich gegen eine selbstgeschafsene Institution ausgelehnt, Redner ist nicht so pessimistisch wie vr. Ehlermann, eine Besserung des K 12,1 nicht finden zu können, er bittet vielmehr die Versammlung, nicht mit der Meinung von hier fortzugehen, es werde nichts herans- kommen, das Gegenteil sei zu erwarten. Herr Heinrich Schöningh fragt Herrn Paetsch, welche Orts- und Kreisvereine denn die Sortimenterinteressen nicht ge nügend wahrnehmen. Kein Sortimenterverein sei Wohl in der Lage, das besser zu tun als die Kreisvcrcinc, Wohl aber werde er unsere ganze Organisation zerstören. Herr Otto Paetsch antwortet Herrn Schöningh, daß jeder Kreisvcrein die Interessen des Sortiments nur so lange wahrnehme, als es ihm eben möglich ist. Meißner (Elbing) hat bereits 1897 den taktischen Zusammenschluß des Sortiments erfolglos empfohlen, und wir sind heute nicht weiter, Herr Wolsgang Köhler (Leipzig) empfiehlt die Schaffung eines Ehrengerichts innerhalb des Verlegervereins. Herr Bernhard Staar: Es gebe eine ganze Reihe hart gesottener Verleger, die sich bei unehrenhafter Geschäftsführung auch ans dem Ehrengericht und aus Veröffentlichung nichts machet, würden, Herr Georg Krehenberg (Berlin): Unehrenhafte Motive sind beim Verlag Wohl im allgemeinen ausgeschlossen. Man müsse die Sache aber auch vom kaufmännischen Standpunkte be trachten, 100 Exemplare müssen billiger sein als 1 Exemplar. Redner empfiehlt den Ausweg des Herrn Schmorl, alles dem Sortiment zu übergeben, auch die Bestellungen zu herabgesetzten Partiepreisen. Herr Gerhard Kanffmann (Breslau): Es sei undurch führbar, daß eine Behörde, die etwa 100 Exemplare für 3,75 ^ beziehe, diese für 5 an ihre Organe Weiterverkäufe, Das Sortiment solle jedoch stets in der Lage sein, ebenso zu liefern wie der Verlag, Herr Oscar Schmort: Keine Verkaufsordnung der Welt nützt etwas, wenn der Verlag sich nicht nach ihr richtet, unsere Verkaussordung ist gar nicht so schlecht, sie müsse nur auch von seiten des Verlages lauter befolgt werden. Herr R. L. Prager wendet sich im Schlußwort den Aus führungen der Herren Kaussmann, Schmorl und Krehenberg zu Auch er wünsche, daß nicht nur der Wortlaut, sondern auch der Sinn der Verkaufsordnnng gewahrt werde. Wenn gefragt worden sei, wo die Macht zur Durchführung wäre, so möchte er antworten, daß der Börscnverein diese Macht habe, warum wendet er sie nicht an? Ebenso wie der Börscnverein bestimmen kann, daß der Verlag nicht liefern darf, so darf er bestimmen, daß das Sortiment seine Bezüge einstelle. Wir hätten dann mit einem Male Ruhe, besser sei ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Manches geht, was für unmöglich erklärt wird, aber der Vorstand muß energisch sein und das Sortiment hinter sich haben. Redner klärt Herrn Meiner noch über die Frage der Mictbücher aus und empfiehlt, seine Leitsätze anzunehmen und sie dem Börsen verein bzw, der Kommission zur Erwägung zu übergeben. Die Leitsätze des Referenten werden cinstimmigangenommen. Ein Antrag des Herrn Paetsch, der Berbandsvorstand möge eine Enquete über das Lehrlingswcscn veranstalten, wird auf morgen vertagt. (Schluß 8»/. Uhr.) (Fortsetzung folgt.) 1S88«
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