15550 Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. Künftig erscheinende Bücher. 285, 8. Dezember IS1I, Die Gartenlaube Vertriebs-Information für tyt2. Mittellos nach Amerika. Wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht lesen sich Kurt Arams Berichte über seine abenteuerliche Mission nach dem früher so gelobten Lande des Dollars, mit deren Veröffentlichung die „Gartenlaube" in Lest 1 des neuen Jahrgangs beginnt. Kurt Aram schreibt über seine Aufgabe folgendes: „In der Redaktion der „Gartenlaube" kam vorigen Sommer das Gespräch darauf, wie es wohl heute, wo sich die Verhältnisse sehr geändert haben, einem gebildeten Deutschen ohne Mittel in Amerika ergehen würde. Die Redaktion meinte: Schicken wir eben einen gebildeten Deutschen ohne Mittel hinüber, einen Deutschen, der Griechisch und Lateinisch auf seinen, Gymnasium gelernt hat, aber nicht Englisch, der alles mögliche weiß, aber zum Beispiel nicht, wie man sich die Schuhe wichst, kurz, einen humanistisch gebildeten Mann ohne praktische Kenntnisse. In meiner Person glaubte die Redaktion ein geeignetes Subjekt für ihren Plan gefunden zu haben. Praktische Kenntnisse stehen mir nicht zur Verfügung, auf dem Gymnasium, das ich besuchte, gab es noch keinen engltchen Unterricht, nicht einmal fakultativ; und auch sonst täuschte sich die Redaktion in meiner Person nicht, was schon daraus hervorgeht, daß ich „Grünhorn" gern auf solchen Plan etnging. Der Verlag der „Gartenlaube" drückte mir also den Ausweis für ein Billett zur Fahrt nach Neuyork im Zwischendeck in die Land, außerdem 25 Dollar (gleich 100 Mark), ohne die Amerika keinen Aus- Wanderer an Land läßt, und schließlich noch 20 Mark. Davon hatte ich die Fahrt vierter Klasse von Berlin nach Bremen und den zweitägigen Aufenthalt dortselbst zu bestreiten. Das Billett kostete 180 Mark. Rechnen wir dazu noch die 25 Dollar (100 Mark) und die 20 Mark, so betrug das Gesamtkapital gerade S00 Mark. In dem Augenblick aber, da ich von Amerika um Geld schrieb oder kabelte, mochte es nun nach acht Tagen oder acht Monaten sein, war meine Expedition zu Ende. Auch durfte ich mir in Amerika keine geistige Arbeit, sondern nur Landarbeit suchen, wovon ich bis dahin gar nichts verstand. Unter diesen Voraussetzungen fuhr ich dann im vorigen Sommer ab und will nun erzählen, was ich als gebildeter, aber mittelloser Amerikafahrer ohne praktischen Beruf erlebt habe" Du Schwert an meiner Linken. Ein Roman aus der deutschen Armee und eine der besten Arbeiten, die Rudolph Strah bisher ge schrieben hat. Schon die ersten Kapitel offenbaren die besonderen Vorzüge des Autors: eine sehr spannende Handlung aus Kreisen, für die jeder Deutsche das größte Interesse hat, eine knappe, scharfe Personenschilderung und eine geradezu meisterhafte Entwicklung seelischer Konflikte. Der Anfang dieses ausgezeichneten Romans wird allen Propaganda-Exemplaren von Lest l beigefügt. Leipzig, KSnIgsstraße 33, im Dezember 1911.