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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.12.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1911-12-01
- Erscheinungsdatum
- 01.12.1911
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- Deutsch
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15120 Birienblitt f. d. Dtschn. Buchhautel. Nichtamtlicher Teil. 279. 1. Dezember 1911. fanden, hervorzugehen. Ein paar Oberlehrer prophezeiten eine empfindliche Schädigung des höheren Schulwesens, ein anderer ver- stieg sich zu der seltsamen Meinung, »daß wissenschaftliche Werte für die Hamburger Kausleute nur dann Bedeutung hätten, wenn sie in Geld umgesetzt werden könnten«. Dieser bedenklich niedrigen Einschätzung der Hamburger begegnete Alfred Lichtwark, der Direktor der Hamburger Kunsthalle, mit den begeistert aufge nommenen Worten: »Der größte Luxus, den sich ein Staat oder ein Einzelner leisten kann, ist Unbildung und Beschränkt heit!« überhaupt erwiesen sich alle gegnerischen Gründe als zu schwach, um ernstlich ins Gewicht fallen zu können. So kam am Schluß der Versammlung die fast einmütige Forderung der Errichtung einer Universität oder »Ubersee-Hochschule« zu leb haftem Ausdruck. In einigen Wochen wird die Entscheidung fallen, die der geistigen Entwicklung des hamburgischen Staates auf Jahrhunderte hinaus die Wege weisen wird. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so wird Hamburg noch vor Frankfurt a. M. eine Universität haben. Bei der Bedeutung der Sache für den Hamburger Buchhandel kommen wir noch eingehend bei späterer Gelegenheit darauf zurück. «« der Hallesche« Uuiversitüt soll ein Seminar für Pädagogik errichtet werden. Ähnlich wie an dem Seminar für Genossenschaftswesen sollen an dem neuen Seminar mehrere Fakul täten Mitwirken. Als Direktor des Seminars ist Geh. Regierungs rat vr. tkk-ol. ot pbil. Fries, Direktor der Franckeschen Stiftungen und ord. Prof, der philosophischen Fakultät, in Aussicht genommen Voraussichtlich werden neben der Universität auch die Franckeschen Stiftungen in den Dienst der Sache gestellt werden. Ne«e VScher, Kataloge «sw. für V«chh2«dler: Christlicher Bücherschatz für das Jahr 1911. Illustrierter Weihnachts-Katalog fürs evangelische Haus, zugleich Katalog des Vereins von Verlegern christlicher Literatur. Herausgegeben von vi-. pbil. Joh. Jeremias, Pfarrer zu Limbach in Sachsen. XXXIII. Jahrgang. Gr. 8°. 176 S. mit zahlreichen Abbildungen. In Farbendruck-Umschlag mit Zeichnung von W. H. Rohmeyer. Leipzig, Verein von Verlegern christlicher Literatur. Vertreter: H. G. Wallmann. Blätter für Bücherfreunde. (Int^r kolia kruetuZ.) Illustrierte periodische Übersicht über die Neuerscheinungen der Literatur. Herausgeber: Paul Schikowski. Verlag von F. Volckmar in Leipzig. 11. Jahrgang, Nr. 4. 1. Dezember 1911. Gr.-8°. S. 137—200 m. Abbildungen. Inhalt: Johannes Richard zur Megedes gesammelte Werke. — Eine neue Erzählerin. — 3?a kolix ^.ugtriL — 8orid6. Neue Bücher österreichischer Autoren. Von Vecera. — Joseph Victor Widmann f. Von W. Bronisch. — Was soll unser Kind schauen und lesen? Ein Wort über künstlerische Bilderbücher an Eltern und Erzieher von vr. Richard Dohse. — Kleine Mitteilungen. — Personalchronik. — Biblio graphie. — Proben aus neuen Büchern. — Anzeigen. Personalnachrichten. Jubiläum. Herr I. H. Henke in Geestemünde kann am heutigen 1. Dezember auf 25 Jahre seiner Selbständigkeit zurückblicken und zugleich das 25jährige Jubiläum seiner Firma als Buchhandlung begehen. Die Firma I. H. Henke besteht schon seit 1861, also seit 60 Jahren, als Buchbinderei. Sie hat daneben auch buchhändlerische Geschäfte betrieben, wie das in jener Zeit üblich war, als es noch nicht so viele Buch händler und solche, die es sein wollen, gab. Die Firma bezog ihren Bedarf teils direkt, teils aus zweiter Hand und stand bei den Verlegern in gutem Ruf. Mit dem Eintritt des heutigen Jubilars wurde die Firma mit dem Buchhandel in direkten Verkehr gebracht. Man scheint dazu einen günstigen Augenblick benutzt zu haben, denn die im Aufblühen begriffene Stadt war zu der Zeit ohne buchhändlerische Vertretung. So heißt es in einem der Zeugnisse, die dem Etablissements-Zirkular nach alter Weise beigegeben sind, alle viel Lobenswertes von dem jungen Buchhändler vermelden und ihm eine erfolgreiche Zukunft prophe zeien. Dieses Prognostikon ist in Erfüllung gegangen, denn Herr Henke hat es verstanden, sein Geschäft in der vordersten Reihe zu halten, und steht mit vielen Verlegern in angenehmster Ver bindung. — Möge Herrn Henke und seiner Firma auch fernerhin der Erfolg treu ble>ben: das ist wohl der beste Wunsch, den man ihm zu seinem Jubiläum darbringen kann. 70. Geburtstag. — Am heutigen Tage kann Herr Max Müller, Inhaber der Firma I. U. Kern's Verlag in Breslau, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag feiern. Bei dem Interesse, das der Jubilar von jeher an öffent lichen Angelegenheiten genommen hat, geziemt es wohl auch der Öffentlichkeit bei dieser Gelegenheit kurz auf das Wirken dieses verdienstvollen Mannes im buchhändlerischen und kommunalen Leben seiner Vaterstadt hinzuweisen. Geboren am 1. Dezember 1841 als Sohn einer angesehenen Breslauer Kaufmannsfamilie, trat er am 1. Oktober 1858 bei Trewendt L Granier ein, wo er 3 Jahre ordnungsmäßig den Buchhandel erlernte. Seine Wanderjahre führten ihn zu Georg L Co. in Genf, Williams L Norgate in London und zuletzt zu Gerold L Co. in Wien. 1866 machte er den Feldzug gegen Österreich mit und wurde auch 1870 zu den Waffen gerufen. Ami. Januar 1869, also vor nunmehr 42 Jahren, begründete er seine Selbständigkeit durch Übernahme von I. U. Kern's Verlag, den er unter der alten Firma mit Hinzu fügung seines Namens weiterführte und zu großer Blüte brachte. Es sei hier nur aus dem Gebiete der Naturwissenschaften an die jetzt noch erscheinenden Beiträge zur Biologie der Pflanzen, be gründet von Ferdinand Cohn, der mit seinen darin enthaltenen Untersuchungen über die Bakterien bahnbrechend wirkte, sowie an die ersten Publikationen Robert Kochs, der damals als Kreis- physikus in Wollstein wirkte, an die Kryptogamenflora von Schlesien und verschiedene Monographien, an Rosen, Anatomische Wandtafelnder vegetabilischen Nahrungs- und Genußmittelund an das populärwissenschaftliche Werk von Cohn, Die Pflanze, erinnert. Von juristischen Werken verdienen besonders die Eisenbahn- und verkehrsrechtlichen Entscheidungen und Abhandlungen, heraus gegeben von Eger, die Zeitschrift für Völkerrecht und Bundes staatsrecht, herausgegeben von Josef Köhler und die verschiedenen Kommentare von Eger u. a. hervorgehoben zu werden. Von dem übernommenen Verlag führte er die Eichertschen Schul wörterbücher zu Caesars Gallischem Krieg und Cornel. Nepos fort. Nicht unerwähnt dürfen ferner die Spielbücher bleiben, von denen die Patiencenbücher viele und große Auflagen erlebt haben und jetzt noch einen sehr gangbaren Artikel des Verlags bilden. Neben dieser reichen verlegerischen Tätigkeit fand der Jubilar indes noch Zeit, sich in umfassender Weise der Interessen seiner Berufsgenossen anzunehmen. So gehörte er seit Gründung des Breslauer Buchhändlervereins im Jahre 1874 bis vor wenigen Jahren nicht nur dem Vorstande dieses Vereins an, sondern be tätigte sich auch in dem 6 Jahre später begründeten Provinzial verein der Schlesischen Buchhändler von Anfang an als Vor standsmitglied und ist noch gegenwärtig als Beisitzer tätig. 1885 berief ihn der Börsenverein in den Wahlausschuß, dem er 6 Jahre, zuerst als Schriftführer, dann als Vorsitzender angehörte. In den gleichen Eigenschaften wirkte er von 1901 bis 1907 im Nechnungsausschuß des Börsenvereins, immer bemüht, seine reichen Erfahrungen in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Auch seine Vaterstadt, in der er seit Jahren das Amt eines Königl. Handelsrichters bekleidet, hat ihn allzeit bereit zur Über nahme der ihm übertragenen Ehrenämter gefunden, so daß der Jubilar am heutigen Tage auf ein reiches und gesegnetes Wirken zurückblicken darf. Möge ihn ein heiterer Lebensabend für alle die Mühe und Aufopferung entschädigen und es ihm ver gönnt sein, die Früchte seiner Arbeit noch recht lange zu genießen! La«renz Mülloer -f. — Am 28. Nov. ist in Meran der Professor der Philosophie an der Wiener Universität vr. Laurenz Müllner im Alter von 63 Jahren aus dem Leben geschieden. Müllner ging in seinem Wirken als akademischer Lehrer fast voll ständig auf, so daß ihm für schriftstellerische Tätigkeit nur wenig Zeit blieb. Er hat verfaßt: »W. Rosenkranz' Philosophie« (1877), »Die Bedeutung Galileis für die Philosophie« (1894) und einen Band »Literatur- und kunstkritische Studien« (1895), der zumeist Eindrücke seiner italienischen Reisen enthält.
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