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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.05.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-05-30
- Erscheinungsdatum
- 30.05.1911
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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^ 123, SV. Mai 1911. Nichtamtlicher Teil. Ovyekölatr I Ä- Atschn. 6543 bemerkungen darüber, wie diese Angelegenheit weiter behandelt werden soll, versehen werden kann. Erst wenn alle diese Fragen, die solch eine Presse-Notiz heroorruft, erledigt sind, darf der betreffende Ausschnitt in dis Akten eingereiht werden. Systematische Akten-Einteilung. Die Einteilung der Ausschnitt-Akten muß grundsätzlich so erfolgen, daß das gewünschte Material zu jeder Zeit und möglichst schnell den Interessenten zur Verfügung gestellt werden kann. Wie die Durchsicht der Schriften nach feststehenden Grundsätzen und bestimmten Gesichtspunkten zu geschehen hat, so erfolgt auch das Einordnen in die systematisch eingeteilten Akten am besten an der Hand eines Verzeichnisses mit numerierten Haupt- (römische Zahlen) und Unter-Abteilungen (arabische Zahlen), die nach Bedarf noch durch Buchstaben erweitert werden können. Für die Einordnung in irgendeine Abteilung ist lediglich der sachliche Inhalt des Aufsatzes oder der Mitteilung maßgebend. Kommen mehrere Abteilungen für ein und denselben Aus schnitt in Frage, so ist es ratsam, in den betreffenden Ab teilungen Verweise zu machen. Das Bezeichnen der Aus schnitts für die verschiedenen Abteilungen, denen sie eingefügt werden sollen, setzt große Sach- und Fachkenntnisse voraus und kann daher nicht von einem Lehrlinge gemacht werden. Über den Verbleib der entliehenen Ausschnitte ist genau Buch zu führen, da sonst die Sammlung mit der Zeit unvollständig wird und an Wert verliert. Auch sind ältere Zeitungs nummern selten noch später zu bekommen. Schluß. Eine Ausschnitt-Sammlung kann leicht an gelegt, ständig ergänzt werden und kostet nicht viel. Das auf diese Weise gesammelte Material ist sehr wertvoll, denn es kann jederzeit darauf zurückgegriffen werden. Wer viel beschäftigt ist und in der Praxis stehend für umständliches Blättern und Suchen keine Zeit hat, lege sich solch eine Ausschnitt-Sammlung zu, die es ermöglicht, in einer Minute das Gesuchte zu finden und das ganze vorhandene Presse- Material sofort zu überschauen. Wenn möglichst viele diese Anregungen bei Neueinrichtungen beherzigen und für sich nutzbringend anwenden, so ist der Zweck dieser Zeilen ersüllt. Über Klassikerausgaben. Ein Klassiker ist ein — eingesargter Schriftsteller. Mit Haut und Haaren, in seiner Ganzheit steckt man ihn in eine Reihe von uniformierten Bänden. Die Uniform will es, daß einer dem anderen bis auf die Bandnummer gleicht wie ein Ei dem anderen. Da hat nun der Benutzer, will er etwas, z. B. von Goethe, lesen, so seine 6 bis 30 Bände durchzusehen. Hat er Glück, so findet er's auf den ersten Anhieb im letzten Band; hat er keins, so fängt er von vorne an und blättert sich durch Gedichte, Dramen und Prosa hindurch, bis er's findet oder bis ihm die Lust vergangen ist, weiter zu suchen. Aber noch etwas ist immer vergangen: kostbare Zeit. Zeit ist bekanntlich ein Ding, von dem der Gebildete — ich rede hier nicht von Land-Pfarrern, Lehrern, Gelehrten oder Rentnern — heutzutage meist nichts, aber auch gar nichts übrig hat. Ich denke an den Kaufmann, den Fabrikherrn, den Angestellten, den Beamten, die alle an bestimmte und viele Arbeitsstunden und wenige der Muße gebunden sind. Ein solcher Mann möchte einmal wieder, oder vielleicht auch zum ersten Male — durch irgend etwas angeregt — ein bestimmtes Stück in einem Klassiker lesen. Mit dem Suchen ist also viel Zeit und bei vielen dadurch schon die Lust vergangen, den Vorsatz auszuführen, den an geregten Gedanken weiter zu verfolgen. Gesetzt, diese Hemmungen sind überwunden; der Mann hat wirklich angefangen zu lesen, wozu ihm der Weg so sauer ward. Da ist seine freie Zeit zu Ende. Er muß ins Bureau, an die Arbeit. Wohl hat er eine halbe Stunde auf der Eisenbahn, auf der Elektrischen zu fahren. Er liest auch auf dieser Fahrt stets in seiner Zeitung: heute würde er gern in dem Klassiker weiter lesen, und morgen und die anderen Tage wohl auch; aber — o armer Eingesargter, dich legt er wehmütig aus der Hand, du bist ihm zu umfangreich! Ja, könnte man dich unbesorgt für die Haltbarkeit der Seiten tasche in diese stecken, oder wolltest du keine Beule in der Brust tasche verursachen! — — Du bleibst also zunächst ungelesen, armer, unglücklicher Glücklicher, der es bis zum Klassiker ge- bracht hat! Dank Deinem Verleger. Im Ernst, Ihr Verleger! Die Sache ist so: Die vielgerühmte, vielempfohlene Klassikerlektüre, die volksbildende, sie ist heute im Kreise der Geld verdienen müssenden erwachsenen Menschenmehr heit beinahe nicht möglich durch Euch und Eure Ausgaben; mögen sie noch so billig und vollständig sein, sie werden selten mehr als einen bunten Wandschmuck in der Wohnung bilden. Und doch könnten sie mehr sein. Ich habe da so eine Ideal - Gebrauchsausgabe der Klassiker im Kopfe. Die Cottasche Handbibliothek kommt ihr ziemlich nahe. Format und Schriftgröße könnte man gelten lassen, aber die Dicke der Bände müßte etwa um die Hälfte geringer sein, der Einband sollte nicht so stark, aber doch haltbar, der Preis eines solchen Bandes 60 bis 60 H sein. Der Rücken trägt in meiner Idee den Namen des Schrift stellers und eine wenig auffällige Bandnummer; auf der äußeren vorderen Seite des Einbandes stünde knapp, aber vollständig an gegeben, was er birgt. Schon würde nicht mehr der Name allein (ein dunkler Begriff nur) sprechen, sondern die Titel einiger Schöpfungen des Autors. Der Name begönne Leben zu atmen. Auf der Hinteren Einbanddecke wäre eine Übersicht über den Inhalt der anderen Bände desselben Klassikers, so daß man, hat man einen von ihnen in der Hand, sofort weiß, wo zu finden ist, was man sucht. Den Stoff für die Einbände und ihre Art überhaupt denke ich mir wie den von Langewiesches Preußischer Königstochter. Ein Klassiker, auf diese Weise für die Menge lebendig gemacht, aus dem Sarge gehoben, kann gewiß ganz anders und eindring licher zum Volke reden, als einer herkömmlicher Aus- oder Bestattung. Man wird einwerfen, daß bei meinem Vorschlag die Bände reihe durch Verlieren, Verschleppen bald unvollständig sein werde. Was tut das? Besser, es reden zwei verlorene Bände irgendwo zu irgendwem, als das Lebenswerk eines großen Geistes schweige in einem Hause ganz. Zudem denke ich mir die Bücher natürlich einzeln käuflich und dauernd käuflich. Der Gedanke, falls er aufgegriffen wird, dürfte also nicht von irgend einem Eintags verlage verwirklicht werden, er müßte von einer unserer ganz großen Firmen Leben erhalten, oder — durch eine Stiftung für lange Zeit gesichert werden. Vielleicht wendet man ein, man könne ja das meiste der Klassiker einzeln bei Reclam, Hendel, Meyer usw. kaufen. Gewiß. Aber der sparsame Deutsche kauft nicht leicht etwas zum zweiten Male, was er schon einmal im Besitze hat. Ferner: In den meisten Fällen würde er das, was er im Augenblicke haben muß, soll er durch nichts davon wieder abgelenkt werden, nicht erreichen können; nicht jedermanns Weg geht immer an einer guten Buchhandlung vorbei. Und noch eins: Ich möchte, daß der, der eben erst dabei ist, einem Klassiker gewonnen zu werden, die edle Frucht in einer guten Schale finde; es ist nicht gleich, ob man Wein aus einem Wasserglas trinkt, oder aus einem feinen Kristall schlürft. Auch darf der Druck für arbeitsgeplagte Augen nicht eine neue Plage bereiten — es wäre eine Hemmung mehr, die den Weg zu den Klassikern sperrt. Man hat bei der Herausgabe der Klassiker die falsche Voraus setzung im Auge, daß die Mehrzahl der Deutschen die Klassiker kenne. Das ist nicht wahr. Es ist eine der großen gesellschaft lichen Lügen, daß jeder tut, als verstünde sich das von selbst. Darum, schafft freien Weg zu den Klassikern auch für die, die wenige Zeit haben, sich ihnen zu nähern! Friemar. ^lein lieben von Mcksick ivsgne,-. 2 ssnck« (886 Leitsn 8") 1911. Nünoüsn, k'. Lrnek- rn an n, ^.-(1. Osd. in I^ä., ?rsi8 N 25.— orä. Als ich den ersten Band (S. 1—528) dieses allgemein mit Spannung erwarteten Werkes mit einer sich fast fieberhaft steigernden Erregung 848°
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