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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.12.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1910-12-20
- Erscheinungsdatum
- 20.12.1910
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- Deutsch
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15722 vörjenblatt s. d. Dtschn. vuchhand«. Nichtamtlicher Teil. K 294. 20. Dezember 1K16 Angabe des Beklagten, daß er den Apparat stets vorschrifts mäßig benutzt habe und daß es noch kein Verschulden darstelle, wenn das »einmal« im Drange der Unterhaltung von einem Teilnehmer vergessen werde. Nun hat das Berufungsgericht allerdings der Beweisaufnahme entnommen, daß, wie die Klägerin behauptet, der Beklagte schon früher die Kurbel vor schriftswidrig gedreht hat. Allein dieser Umstand in Verbindung damit, daß Schäden dadurch bisher nicht verursacht worden seien, rechtfertigt durchaus nicht die von der Revision ge zogene Folgerung, der Beklagte hätte ohne Verschulden annehmen können, daß die von ihm beliebte vorschriftswidrige Art der Benutzung Gefahren nicht mit sich bringen werde. Ebenso wenig steht endlich der Annahme eines Verschuldens entgegen, daß dem Beklagten das vorschriftswidrige Drehen der Kurbel nicht verwiesen, und daß er auf die schädlichen Wirkungen, die seine Handlungsweise Hervorrufen könnte, nicht besonders auf merksam gemacht worden sei. Die Revision des beklagten T. wurde deshalb zurück gewiesen. (Aktenzeichen: VI 66/10. Wert des Streitgegenstandes in der Revisionsinstanz: 12 000—14 000 >6.) * Weihnachtsfesttage in England. — Es sei darauf auf merksam gemacht, daß die Lage des diesjährigen Weihnachts festes in England dazu führt, an drei Tagen die Geschäfte ge schlossen zu halten, nämlich außer am Sonntag und Montag auch am Dienstag, 27. Dezember. Denn nach englischer Auffassung kann der Sonntag nicht als 1. Weihnachtsfeiertag in Betracht kommen; seine fröhliche Feier ließe sich mit der strengen Heilig haltung des englischen Sonntags nicht vereinbaren. Der I. Weih nachtsfesttag wird daher auf Montag den 26. Dezember verlegt, der 2. Festtag auf den 27. Dezember. Die Geschäfte in London und dem übrigen England bleiben somit von Sonnabend (24.) mittags bis einschließlich Dienstag (27. Dezember) geschlossen. Auch Post und Eisenbahnen haben entsprechend verkürzten Sonn- und Feiertagsdienst. * ll?üo8aurus linsuas latiuav. — Die von den deutschen Akademien eingesetzte Kommission für den Thesaurus der lateini schen Sprache hat in diesem Jahre von der Abhaltung einer Konferenz im Oktober abgesehen. Sie wird erst zu Pfingsten des nächsten Jahres zusammentreten, nachdem sich durch Abschluß der Jahresrechnung für 1910 die Finanzlage übersehen lassen wird. Die Arbeit ist unterdessen planmäßig fortgeschritten. 61 Bogen wurden fertiggestellt. Für die Artikelarbeit fertig ge ordnet wurden die Zettel aus den Buchstaben v und kV * Volkszählung in Frankreich. — Ein Erlaß des Ministers des Innern ordnet die nächste Volkszählung in Frankreich am 3. März 1911 an. ^ Unsere neuere Erzählungsliteratur. — Der »Dickleibigkeit« unserer neueren Erzählungsliteratur widmet ein kritischer Mit arbeiter des »Berliner Lokal-Anzeigers« folgende Betrachtung: Auf dem Büchermarkt geht es in diesen Tagen besonders lebhaft zu. Denn nicht nur der Jugend schenken wir Bücher, auch die Erwachsenen machen sich gern auf diese Weise vornehme Festesfreude, und es gibt sogar zahlreiche Menschen, die es für eine echt weihnachtliche Gepflogenheit halten, auf den Gabentisch für den lieben Nächsten — die allerneuesten Romane niederzulegen. Wie man über diese Sitte auch je nach dem Geschmack, den man der modernsten Nomanliteratur abzugewinnen vermag, denken möge — eins läßt sich nicht bestreiten: wer einen solchen neuen Roman kauft, bekommt was für sein Geld. Unsere mehr oder weniger berühmten Autoren — berühmt sind sie ja alle — leiden immer bedenklicher an Dickleibigkeit. Was ihren Werken an Qualität abgeht, ersetzen sie durch Quantität, und die Zeit, da ein moderner Roman nur noch in mehreren Bänden unter zubringen ist, rückt bedrohlich näher. Es ist noch gar nicht lange her, da lächelte man über die Romane aus der guten, alten Zeit, deren Lektüre uns viel zu zeitraubend erschien, und was ein recht moderner Autor sein wollte, der sagte das überaus wenige, das er zu sagen hatte, mit versöhnlicher Knapp- heit. Die ersten realistischen oder naturalistischen Romane zeichneten sich mindestens durch schlagende Kürze aus. Ein Vorzug, der gar nicht hoch genug geschätzt werden kann, wenn man bedenkt, wie wenig Leute es gibt, die zu ihrem Vergnügen lesen. Gerade der Unglückliche aber, der von Berufs und von Gesellschafts wegen oder aus mißverstandenen Vildungs- zwecken dazu verdammt ist, möglichst alles hinunterzuwürgen, was von literaturbeflissenen Zeitgenossen der leidenden Menschheit verabreicht wird, empfand jenen Vorzug unbeschreiblich wohltuend. Mit der Zeit hat sich dieser erfreuliche Zustand zum Schlimmeren gewendet. Es wird mehr produziert denn je, dafür aber auch mit verblüffender Mißachtung der Kosten für Druck und Papier. Die modernen Romane beginnen an Dickleibigkeit mit denen früherer Zeiten zu wetteifern, und je weniger der Romancier von heute zu er zählen hat, desto dicker wird sein Buch. Angst und Schrecken ergreifen den eingeweihten und deshalb ahnungsvollen Leser beim Anblick solch eines allerneuesten Werkes, zu dessen Lektüre im Straßen bahnwagen oder im Stadtbahn-Coups man als Handgepäck ein Lesepult mitführen muß. Denken unsere allverehrten Dichter denn wirklich nicht daran, daß man in unserer hitzigen Zeit mit ihren Eilzugsgepflogenheiten ein gar zu dickes Buch leicht — dick kriegt? (»Berliner Lokal-Anzeiger«) Personalnachrichten. » Gestorben: am 11. Dezember im 23. Lebensjahre in Tübingen nach kurzem, schwerem Leiden der Buchhändler Herr Hermann Kriegshammer. Der in jungen Jahren vorzeitig dem Leben entrissene Kollege war erst vor kurzem von Altona nach Tübingen gekommen, wo er seit dem 1. Oktober d. I. in der Osiander'schen Buch- und Antiquariatshandlung tätig war. In Altona war er im Hause Anton Send beschäftigt. * Professor vr. M Wilhelm Meyer -x. — Am 17. De zember ist in Meran der verdiente Astronom Professor Vr. M. Wilhelm Meyer, Gründer der bekannten »Urania« in Berlin, gestorben. Er war am 15. Februar 1863 in Braunschweig geboren, studierte in Göttingen, Leipzig und Zürich Astronomie, promovierte in Zürich mit der Doktorschrift »Über Doppel sterne« und habilierte sich dort als Privatdozent. 1877 kam er als Observator an die Sternwarte in Genf, wo er an deren Direktor Plantamour, der in ihm einen tüchtigen Nachfolger sah, einen väterlichen Freund und Förderer fand. Als aber nach dem Tode Plantamours dessen Nachfolge ihm nicht übertragen wurde, ging er zunächst nach Wien, dann nach Berlin, wo er 1888 das sehenswerte und lehrreiche wissenschaftliche Theater »Urania« ins Leben rief und mit dessen lebendiger Anschaulichkeit der Erkenntnis der Himmelswelt in der großen Menge der Laien in außerordentlichem Maße gedient hat. Auch als populärer astronomischer Schriftsteller ist er vielfach hervor- getreten. Von seinen Schriften seien hier genannt: Selbstbiographisches vom Himmel (1877); — Kosmographisches Skizzenbuch (1879); — Spaziergänge durch das Reich der Sterne (1884); — Die Königin des Tages und ihre Familie (1885; 2. Ausl. 1900); — Kosmische Weltansichten (1886); — Auf der Sternwarte (1887); — Lebensgeschichte der Gestirne (1887; 3. Ausl. 1898); — Die Entstehung der Erde und des Irdischen (1888; 6. Ausl. 1903); — Mußestunden eines Naturfreundes (1891); — Das Weltgebäude (1897; 2. Ausl. 1908); — Der Untergang der Erde und die kosmi schen Katastrophen (1902; 3. Ausl. 1604); — Die Naturkräfte (1903); — Von Saint Pierre bis Karlsbad (1603; 2. Ausl. u. d. T.: Im Bannkreis der Vulkane 1907); — Bis ans Ende der Welt (1903); — Weltuntergang (1904); — Weltschöpfung (1904; Jubil.-Ausg. 1910); — Sonne und Sterne (1905); — Das Rätsel der Erdpole (1906); — Ägyptische Finsternis (1907); — Kometen und Meteore (1907); — Vom Himmel und der Erde (1907); — Der neue Stern (1907); — Erdbeben und Vulkane (1908); — Wie ich der Urania-Meyer wurde (1908); — Der Mond (1909); — Sammlung populärer Schriften (31 Hefte). — Er gab heraus: Diesterweg, Populäre Himmelskunde (20. Ausl. 1903; 21. Ausl. 1909).)
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