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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.01.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1894-01-25
- Erscheinungsdatum
- 25.01.1894
- Sprache
- Deutsch
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18. Januar 1894. Herrn Max Spohr, Leipzig. Sie befinden sich im Jrrthum über den Sachverhalt. An die Redaktion der Grenzdoten kam die Aufforderung, sich mit dem betreffenden Buche zu besoffen. Da sie hierzu keine Lust hatte, gab sie die Zuschrift an die Staatsanwaltschaft weiter, als an die Stelle, die sie für befugt hielt, über das Buch zu urteilen. Auf Ihre Zuschrift zu antworten, hatte der Inhaber der Unterzeichneten Firma keinen Anlaß; er überläßt Ihnen völlig, zu thun, was Ihnen gut dünkt, er erwartet aber Ihre Erklärung wegen der Auslieferung, um nötigenfalls seinerseits die Schritte zu thun, die ihm angezeigt erscheinen. und erhielt darauf eine weitere Zuschrift folgenden Inhalts: Leipzig, den 19 /1. 1894. Herrn F. L. Herbig, Hier. Ihr Schreiben vom 18. datiert, wird mir soeben 5 Uhr Nach mittags am 19. Jan. zugestellt, was ich vorerst zu beachten bitte. Zu erwidern habe ich aus jenes Schreiben folgendes: Wenn die Redaclion der -Grenzboten», iä sst Herr Grunow, wirklich eine Aufforderung erhielt, sich mit einem meiner Verlags werke zu befassen und Herr G. sich nicht als willenloses Werkzeug seines Correspondenten benutzen lassen wollte, namentlich nicht als heimlicher Denunziant, so hätte Herr G. jene Aufforderung zurückweisen müssen, das u. nur das wäre der richtige Weg gewesen. Statt dessen macht sich Herr G. die Meinung seines Correspon denten zu eigen, ohne das fragliche Buch gelesen zu haben und denunziert. Mit welcher Hochachtung man einem solchen Menschen gegenüber zu treten hat ergiebl sich von selbst. Ich habe Ihnen nun geschrieben, Herr G. soll die Folgen seiner Handlungsweise vertreten, er soll das ramponierte Buch bar be bezahlen (er mag es seinem Auftraggeber, wahrscheinlich einem Psaffen, dedicleren), alsdann soll er schriftlich sein Bedauern über seine -Ucbereilung» aussprechen und mir die Versicherung geben, daß er in Zukunst das Denunzieren Andern überlassen will. Ich habe dieses berechtigte Verlangen gestellt und gedroht, ich würde im Weigerungsfälle nichts mehr liefern. Gestern habe ich damit den Anfang gemacht und sowohl das Empfohlene für Scheitlin's Ns. St. Gallen wie auch für Semminger, Bern nicht geliefert. Beiden Firmen habe ich den Sachverhalt schriftlich heute Abend mitgeteilt und denselben gemeldet, daß ich auch in Zukunst nichts mehr durch Vermittlung der Firma Herbig liefern werde, wenn Herr G. sich nicht fügt. Es giebt ja noch andere Commissionäre tn Leipzig, Ich halte unter allen Umständen, was ich einmal gesagt, mag kommen was will, und so theile ich Ihnen ferner mit, daß sich bereits ein Circulair im Druck befindet, welches sich an die Committenten der Fa Herbig wendet und ihnen mitteilt, wes halb ich der Firma mein Vertrauen entzogen habe. Ich mache ferner darauf aufmerksam, daß in nächster Woche ein hochbedeutendes Werk (siehe Börsenb'att vom 15. d. Mts. Nr. 2300) bei mir erscheint, worauf schon jetzt auch von Ihren Com- mittcnten eine größere Anzahl Bestellungen vorliegen. Das Werk ist so bedeutend, daß ke'ne bessere Buchhandlung das Buch missen kann. Schreiben Sie sich selbst zu, was entsteht. In 14 Tagen werden Sie gezwungen sein zu dem, was Sie jetzt noch ver- hältnißmäßig freiwillig thun können. Ob ich die ganze Angelegenheit einmal zur Warnung im Ge- sammtbuchhandel veröffentliche, behalte ich mir vor — jedenfalls ziehe ich stramm an, wenn ich durch die Verhältnisse dazu ge zwungen werde. Herr Grunow mag nun wählen! Die beiden bereits an Semminger und Scheitlin fertig gestellten Briefe will ich bis morgen, den 20. d. Mts.. 10 Uhr, aus meinem Comptoir, Elisenstr. 57 zurückbehalten. Sollten Sie sich bis dahin entschließen, meiner Forderung zu entsprechen, so lasse ich dieselben nicht abgehen, andernfalls nimmt die Geschichte ihren Lauf. Max Spohr. Meine Antwort lautete: Leipzig, 20. Januar 1894. Herrn Max Spohr, Verlagshandlung. Leipzig. Um nicht einer falschen Auffassung Raum zu geben, erklärt sich Herr Grunow infolge Jhrers Zurückkvmmens auf den Ersatz sür das Ihnen von der Königlichen Staatsanwaltschaft ausge schnittene Exemplar des fraglichen Buches — in Ihrem ersten Brief hatten Sie geschrieben, Sie wollten den Ersatz von der Königlichen Staatsanwaltschaft einzutreiben suchen — bereit, den Ihnen zugesügten Schaden zu ersetzen, und bittet den Betrag sür das Buch gegen Ablieferung des Exemplars an der Kasse des Unterzeichneten Geschäfts zu erheben. Im Uebrigen bezieht sich Herr Grunow auf das Schreiben vom 18. ets. Hiermit ist meine Korrespondenz mit dem Herrn Verleger des Werks über Urningsliebe abgeschlossen. Ich sehe mich aber genötigt, den Drohungen dieses Herrn gegenüber um den Schutz meiner Geschäfts freunde zu bitten. Große Schwierigkeiten können ihnen, nachdem ihnen der Sachverhalt mitgeteilt worden ist, nicht erwachsen. ... Ich glaube aber darauf rechnen zu dürfen, daß sie sich diese Boykottierung weder sür sich noch sür ihren Kommissionär gefallen lassen. Ihr sehr ergebener I. Grunow. Anzeigeblatt. Geschäftliche Einrichtungen und Veränderungen. (3909) Berlin 8.O., den 20. Januar 1894. Adalbertstr. 42. x. x. Hierdurch erlaube ich mir Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß ich meine seit 1889 am hiesigen Platze unter der Firma: Carl Hause, Verlag Stenogr. Zeit- u. Streitfragen, Kalender f. Urendssche Stenographen, Lehrbuch der Alrendsschen Stenographie von Spahr und Kirsch » bestehende Verlagshandlung in direkten Ver kehr mit dem Buchhandel gebracht und Herrn L. A. Kittler in Leipzig meine Kommission übertragen habe. Meinen Verlag lasse ich durch Herrn L. A. Kittler in Leipzig ausliefern und ersuche Sie, Ihre Bestellungen in Zukunst an diesen richten zu wollen. Hochachtungsvoll Carl Hause. (3964) In unfern Verlag ist mit heutigem Tage übergegangen: Aus der Heimat. Eine naturwissenschaftliche Zeitschrift. Organ des Lehrervereins für Naturkunde. (3200 Mitglieder.) - Auflage 360«. - Pro Jahrgang (6 Hefte) 2 ^ ord, 1 ^ 40 H bar. Ferner ist soeben bei uns erschienen: Woos-Kerbarium. Zusammengestellt von Lehrer A. Wälde. 10 ^ ord , 7 ^ 50 H bar. Näheres über diese und weitere zur Er weiterung unseres naturwissenschaftlichen und Lehrmittel - Berlagszweigs dienende Unterneh mungen werden wir in besonderem Cirkular be kannt geben. Hochachtungsvoll Stuttgart, 24. Januar 1894. Süddeutsches Verlags-Institut. (3916) Nachstehende Werke meines Verlags werden von jetzt ab nur noch von C. B. Gries bach in Gera ausgeliesert: Goethes Werke. Auswahl. Schillers Werke. Auswahl. Sang und Klang. Balladenbuch in beiden Ausgaben. Baterlandslieder in beiden Ausgaben. Geistliche Lieder in beiden Ausgabe». Citatenschatz in beiden Ausgaben. Rofeuberg, Geschichte der modernen Kunst. 3 Bände. Ergänzt bis zur Gegenwart. Neue Ausgabe. 1894. Exemplare von Goethe und Schiller in meinen Original-Halbfranz-, Liebhaber- und Ganzleder-Einbänden, sowie die Anthologien in Ganzlcder und Atlas gebe ich selbst noch zu den bisherigen Bedingungen ab, so weit der kleine nur noch in wenig Exemplaren bestehende Vor rat reicht. Leipzig. Fr. Wilh. Grunow.
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