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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.01.1925
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1925-01-20
- Erscheinungsdatum
- 20.01.1925
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- Deutsch
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16, 2V. Januar 1925. Redaktioneller Teil. «Srs-Ntlatt s. d. Dtlcha. Bnchh»»del. tzß7 nächsten vier Wochen erklärte» fast zweimal hunderttausend Menschen, sic würden erscheinen. Jeder hatte etwas auf dem Herze», was münd lich vorzutragen ihn schon lange reizte. Der eine wünschte, man möge beim Versand die Ecken uni Rücken der Bücher mit Stahlschienen schützen, der andere bat, man möchte darüber abstimmen, daß als nächster Jahresband der wundervolle Noma» ,Die Goldelse' von dem berühmte» Dichter Marlitt verschickt werdet der dritte schlug vor, man solle di« Preise erhöhen und die Bücher in Ganzleder binden- der vierte dagegen riet, zu den bewährten und billigen Pappbänden zurück zukehren. So ging cs ins Unendliche fort, und jeder hielt seine Sache sür wichtig genug, daß sie ans die Tagesordnung käme. Swenn strahlt, und auch die Direktion hatte nicht bloß Mühe, sondern auch Freude, denn sie hatte di« Treue und die Lust am Mitarbeiten bei ihre» Freunden nicht so hoch eingeschätzt. Aber das war nicht die ein zige Wirkung der Zeitungsmeldung. Zwei Dutzend Städte bemühten sich, Kongreßorte für den -Volksverband- zu werden. — Als er in die Gegend der Lüneburger Heide kam, sah er einen langen Zug Menschen, mit Rucksäcken beladen, in guter militärischer Ordnung dahinziehen. Erst glaubte er, es handle sich um eine politische Truppe, die zu kühnen Taten für oder gegen die Regierung ausziehe. Aber als er näherkam, bemerkte er, dass die Hälste des Zuges aus Frauen bestand. Herr Swenn liest sein Auto halten und näherte sich einem älteren Herrn, dem der Ernst seiner Lebensauffassung aus dem wallenden Bart sprach und dessen weithin hallende Stimme de» Zug komman dierte. Er fragte, was es mit den Leuten für eine Bewandtnis habe, uni erhielt die Antwort: ,Das sind lauter Mitglieder des V. d. B. Wir wollen zur Generalversammlung und habe» uns klargemacht, dast die Eisenbahn versagen wird. Darum veranstalten wir wöchentlich ltbungsmärsch« mit vollem Gepäck. Wir werde» zu Fuß die Reise machen. Wir haben uns auch eine Fahne angeschafft. Auf der steht unser aller Meinungl Ich habe sie in den Vers gefaßt: ,Ein Glück für Volk Und Vaterland sind Bücher ans dem Volksverband!'« — Der Volks-Verband der Bücherfreunde veranstaltet außer dem Bortra-gsabende in vielen Städten Deutschlands, unter anderem auch hier. Cr läßt durch den Schauspieler Kays« aus den Werken des Volksverbandes lesen. Es müßte nun möglich sein, daß der Börsenverein einen Redner in allen wesentlichen Orten Wer das Wesen des Volksverbandes und ähnlicher Ge- nremschvsten sprechen läßt und aus die große Gefahr, die unserem ganzen Geistesleben droht, aufmerksam macht. Außer dem «miß die Press« so weit wie möglich herangezogen werden. Ich glaub« sicher, daß die Sortimenter ln den einzelnen Orten gerne bereit sind, die Kosten anteilig zu tragen. Mer wenn die Buchhändler wie bisher in ihrem Schlaf verharren, werden sie wohl nicht mehr auszuwachen brauchen, hier hilft nur die Arbeit jedes Einzelnen, die Gefahr zu beseitigen.« Ans Grund einer Mitteilung des Deutsche Meister- Verlags in München können wir über den Stand des Volksverb-andes der Bücherfreunde und der Bnchgeineinschast folgende Angaben machen: Der Volksverb and der Bücherfreunde hat über 200 000 Mitglieder. Diese Zahl ist den Angaben seiner eigenen Prospekte entnommen. Von Mitgliedern des Deutsche Meister- BuNdes werden wir aber darauf aufnrerksam gemacht, daß die Zahl 230 000 bereits erreicht sei. Die Mitglieder des VolksverbaNdes müssen im Jahr vier Bände zu je 3.10 Mark abnehmen - 12.40 Mark pro Jahr. Gin Teil der Mitglieder bezieht aber nicht nur diese Pflicht bände, sondern darüber hinaus aus der sogenannten Auswahl reihe weitere Bücher, Klassiker-Ausgaben, Mappenwerke ufw. des Volksverbandcs. Nehmen wir als niedrigen Durchschnitlsbelrag - I 5 Mark pro Jahr, so -ergibt das bei 230000 Mitgliedern im Jahr einen Umsatz an -Büchern des Bo-lksv-erbandes von wenigstens 3 Millionen 450 Tausend Mark. Die Deutsche Buchgem-elnschast spricht in ihren Prospekten von »Ze-hnt-au-senden von Mitgliedern«. Das ist richtig. Sie druckt (nach Angaben von Mitgliedern des Deutsch« Meister-Bundes) durchschnittlich Auflagen von >00 000. Mit glieder zurzeit ungefähr 80 000. Börsenblatt s. den Deutschen Buchhandel. 92. Jahrgang. Die Gruppeneinteilung und -di« Preisfestsetzung sür die P-s i i ch t-b ä nd e bei -dieser Gemeinschaft sind wie folgt zu be werten : Gruppe -4 vierteljährlich 3.60 Gruppe u vierteljährlich 7.— Gruppe 0 vierteljährlich 10.20 Durchschnitt 20.80 : 3 — rund 7X4 -für vier Viertel jahre - rund 2 8 -Mark pro Jahr. (Auch hier können Wer die Pflichtbände hinaus weitere Bücher »zu Geschenkzwecken usw.« bezogen werden.) Bei 80 000 Mitgliedern pro Jahr also ein Umsatz von mindestens 2 Millionen 240 Tausend Mark. Nehmen wir nun einmal an, diese Bücher würden durch den regulären Buchhandel verkauft und -sie wären im Durch schnitt nur mit 30^ rabattiert, so ergibt das: Volksverband der Bücherfreunde Jahresumsatz 3 450 000 Blork 30?S hieraus - I 035 000 Mark Deutsche -Buchgeinelnschast Jahresumsatz 2 240 000 Mark 30?S hieraus - 672 000 Mark - 1 707 000 Mark. Es ist also leicht festzustellen, daß allein durch die Liefe rungen der. beiden Vereinigungen schon bei der gegenwärtigen Ausdehnung dieser Verbände jährlich ein Bruttogewinn von mindestens 114 Millionen Mark. dem -deutschen Sortimentsbuchhandel entgeht. Dies« ungefähre Schätzung dürft« den tatsächlichen Beträgen gegenüber eher noch zu bescheiden sein. -Einer Notiz -der Königsberg« Allgemeinen Zeitung vom 4. September ist übrigens zu -entnehmen, daß die Buchgemein- schaft -auch -mil genossenschaftlichen Theatergemeinden zusammen- arbett-et. Bezüglich der Bnchgeineinschast verweisen wir endlich noch auf die Veröffentlichungen im Börsenblatt 1924, Nr. 135, 139, 165, 235 und 255, aus -denen wir der Vollständigkeit halber folgendes hier nochmals -wl-edergeben: Deutsche Vuchgcmcinschast. — Auf die früher veröffentlichten Ein gaben des Börsenoereins (vgl. Bbl. Nr. IM) hin ist, datiert vom 5. Juli, seitens des Herrn R c i ch s m i n i st e r ß des Innern die Mitteilung eingegangen, daß er am W. Inn! nachstehendes Schreiben an sämtliche Herren Reichsminister, Preußischen Minister und die Re gierungen der Länder, sowie an sämtliche Abteilungen und Nachge ordnete Behörden des Reichsministcrinins des Innern, die Deutsche Buch-Gemcinfchaft G. m. b. H. und alle Stellen und Persönlichkeiten, die unter Berufung auf das Schreiben vom 24. April beim Ministe rium vorstellig -geworden waren, gerichtet hat: Mein Rundschreiben — Spezialbüro 1198 vom 24. April 1924 — zugunsten der Deutschen Buch-Gemeinschaft ist ohne mein Wissen »nd entgegen meinem Willen zu Werbezwecken vervielfältigt und »listbraucht worden. Dieses Verhalten der Deutschen Buch-Gemein schaft zwingt mich zu meinem Bedauern, von meiner Empfehlung -zurückzutreten. Der Buchhandel kann mit diesem Erfolg durchaus zufrieden sein und wird dem raschen, tatkräftigen Eingreifen des Herrn Ministers gewiß Dank wissen. Nachstehend die Presseäußerimgen, aus die oben hi-ngewiesen wurde (teilweise Um -Auszug). -Hermann Hel-Irl ege-l schrieb in -Nr. 921 -der Franks. Ztg. vom 10. -Dezember 1924 -unter anderm: Schon im Jahr« 1919 entstand der »Bolksverband der Bücher freunde«, der es sich zum Ziel fetzte, durch eine Ari von genossenschaft licher Organifation unter Ausschaltung des Sortimentsbuchhandels für einen Kreis eingeschriebener Mitglieder gut« und zugleich billig« Bücher heranszugebcn. Der Bolksoerb-anb hatte mit diesem Gedanken, der übrigens keineswegs neu ist. einen außerordentlichen Ersolg . . . Eine Genossenschaft im eigentlichen Sinne ist freilich ein« solche Organisation nicht, denn sie geht nicht von den Mitgliedern, -sondern 182
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