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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.05.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-05-15
- Erscheinungsdatum
- 15.05.1901
- Sprache
- Deutsch
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3978 Amtlicher Teil. M 112, 15. Mai 1901. ablehnt, dagegen eine Resolution saßt, daß den Verlegern ans Herz gelegt werde, den Rabatt doch in allen denjenigen Fällen, wo es nur halbwegs möglich ist, aus 25 Prozent zu erhöhen. Denn es ist gar kein Zweifel, daß von vielen Verlegern in dieser Hinsicht jetzt manchmal leichthin gesündigt wird. Ich möchte bitten, diese Resolution anzunehmen und damit den Antrag Heinze für erledigt zu erklären. Herr Hartmann-Elberfeld: Meine Herren! In der gestrigen Delegiertenversammlung hatten eine Reihe von Kollegen sich über diesen Antrag sehr eingehend unterhalten. Man hat schließlich den Beschluß gefaßt, es möchte, wie Herr Heinze schon vorhin beantragt hat, sein ursprünglicher Antrag dem Vereinsausschuß überwiesen werden; ein solcher Antrag sollte von unserer Seite gestellt werden, und ich bin damit betraut worden. Da das der Herr Antragsteller inzwischen selbst gethan hat, so erübrigt mir nur, hier zu konstatieren, daß thatsächlich der Antrag nicht von ihm selbst ausgegangen ist, son dern ein Resultat der gestrigen Verhandlungen gewesen ist; und ich möchte mir doch auch erlauben, Sie zu bitten, diesem Anträge auf Verweisung der Sache an den Vereinsausschuß Folge zu geben. Meines Erachtens liegt eine Beunruhigung absolut nicht vor; im Gegenteil, ich bin der Ansicht: weisen wir den Antrag jetzt n limine ab, begnügen wir uns mit dieser — verzeihen Sie, Herr Deuticke — etwas farblosen Resolution, so werden wir über kurz oder lang von Neuem wieder aus Sortimenterkreisen eine ähnliche Anregung bekommen. Denn wenn ich auch keineswegs aus dem ursprünglichen Antrag Heinze stehe, der in seinem ganzen Wortlaut auch mir als vollständig unannehmbar erscheint, so muß ich doch sagen: alles, was er vorgcbracht hat, können wir hier in der Versammlung nicht nachprüfeu, und ich glaube wohl, daß wir cs der Arbeit des Herrn Heinze schuldig sind, daß wir diejenige Institution, die wir uns selbst gegeben haben, dafür in Anspruch nehmen, daß diese Institution die Sache Prüft. Es ist vorhin davon gesprochen worden, daß ohne weiteres die Hauptversammlung berechtigt wäre, über den An trag Heinze abzustimmen. Meine Herren, ich bin gar nicht der Ansicht, daß die Hauptversammlung dazu berechtigt wäre. Es steht ausdrücklich in H 1-1 der Satzungen des Börsenvereins unter Nr. 7, daß der Hauptversammlung zustcht: »die Beschlußfassung über von dem Vorstand aus Veranlassung des Vercinsausschusscs gestellte Anträge in Betreff der Regelung des Verkehrs der Buchhändler mit einander und mit dem Publikum«; das heißt mit anderen Worten: die Behörde, die wir eingesetzt haben, der Ausschuß, soll sich zunächst damit beschäftigen. Der Ausschuß ist so zusammengesetzt, daß alle großen Kategorien des Buchhandels darin vertreten sind: vier Verleger, vier Sortimenter, ein Kommissionär. Drücken wir doch nicht aus diesen Ausschuß, indem wir ihm eine solche Materie entziehen. Es kann nur zum Vorteil des Börscnvereins ge reichen, wenn das, was der Gesetzgeber gewollt hat, nun auch wirklich ausgesührt wird. Ich erinnere mich noch sehr genau, daß diese Bestimmung nachträglich in Frankfurt in die Satzungen hineingekommen ist als das Ergebnis langstündiger Unter redungen des Vorstands mit dem Vorstand des Kreisvereins rheinisch-westfälischer Buchhändler; aus diesem Grunde fühle ich auch als rheinisch-westfälischer Buchhändler mich besonders berechtigt, auf diesen Punkt 7 des H 14 hinzuweisen, und hier aus habe ich auch gestern die Berechtigung geschöpft, Ihnen den Vorschlag zu machen, die Sache dem Vcreinsausschuß zu übergeben. Der Vereinsausschuß mag das prüfen und uns das Ergebnis mitteilen. Was er uns dann vorlegt, wird so sorgfältig geprüft sein, daß wir im nächsten Jahre ruhig das hinnehmen und ohne Aufregung uns darüber beraten können. Herr Goeritz-Braunschweig: Sehr geehrte Herren! Sie haben schon von dem Herrn Vorredner gehört, daß gestern in der Delegiertenversammlung die Meinung dahin ging, einen Antrag zu stellen, wie Herr Hartmann ihn eben vor- getragen hat. Nachdem ich aber die Stimme des Herrn Müller-Grote Berlin gehört habe, und nachdem vorher unter allge meiner Zustimmung dem Börsenvereinsvorstand der Dank gezollt worden ist, daß es ihm gelungen ist, die Verleger zu be wegen, das Sortiment in der Rabattfrage so wesentlich zu unterstützen, möchte ich Ihnen doch anheim geben, ob cs nicht richtiger wäre, jeder möglichen Animosität der Verleger vorzubeugen und eine Resolution dahin zu fassen, daß die Er ledigung des Heinzeschen Antrags dem Börsenvereinsvorstand direkt zur Erwägung übergeben werde. Ich möchte daran ferner die Bitte an die Herren Verleger knüpfen, daß sie sich, nachdem die Heinze'schen Ausführungen gedruckt zu ihrer Kenntnis gekommen sein werden, freundlichst davon überzeugen wollen, daß arge Mißstände bestehen, deren Abstellung den Kreis- und Ortsvereinen allein nicht möglich sein würde, selbst wenn sie die vorgeschlagenen Aufschläge auf den Laden preis machten, die ich, nebenbei gesagt, eigentlich nicht billigen kann, weil eben dadurch der Ladenpreis ausgehoben wird; am Ladenpreis aber sollte weder nach unten noch nach oben geändert werden. Es giebt indessen eine ganz wichtige Kategorie von Büchern, die uns ohnehin schon mit argen Verlusten belastet, das sind die Schulbücher: bei diesen einen Ausschlag in den Kreis- und Ortsvereinen durchzudrücken, halte ich für unmöglich. Ich bitte Sie also, den Weg des Vergleichs zu betreten und eine Resolution dahin zu fassen, daß der Börsenverein direkt die weitere Erledigung der Angelegenheit in die Hand nehmen möge. Ich hoffe, daß sich so der Wandel zum Besseren in vollem Frieden vollziehen wird, woraus ich großen Wert lege. Vorsitzender: Wird das Wort noch gewünscht? — Es ist nicht der Fall. — Wir haben nun zwei Anträge auf Resolutionen; in erster Linie die des Herrn Deuticke, die dahin geht, die Verleger im allgemeinen aufzufordern, in diesem Sinne ihre Bezugsbedingungen zu gestalten, wie Herr Heinze es wünscht; dann die Resolution, die Herr Goeritz beantragt, die Sache dem Börsenvereinsvorstand zu überweisen, und endlich den Antrag Heinze, die Angelegenheit dem Bereinsausschuß zu übergeben. Die Resolution, die Herr Deuticke beantragt hat, ist die weitgehendste, und ich stelle sie zunächst zur Ab stimmung. Herr Fuendeling-Hameln: Der Antrag des Vorstands, die Sache ganz zurückzuweisen, ist eigentlich der weit gehendste. Vorsitzender: Der Antrag des Vorstandes ist durch die Zurückziehung des Antrags Heinze erledigt. Herr Hartmann-Elbcrfeld: Mir scheint nicht, als wenn die Resolution des Herrn Deuticke den Antrag des Herrn Heinze ausschlösse. Die Verleger können recht gut nebenher ersucht werden, in diesem Sinne schon jetzt zu wirken. Es erscheint mir nicht ausgeschlossen, daß trotzdem die Angelegenheit dem Vcreinsausschusse übergeben wird. Vorsitzender: Wenn ich Herrn Deuticke richtig verstanden habe, so ging seine Ansicht dahin, eine Resolution zu fassen, die den Antrag Heinze ausschlösse. (Wird bestätigt.) Das ist auch die Ansicht des Herrn Deuticke, und meiner Auffassung nach ist die Sache zweifellos so aufzufassen.
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