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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.08.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-08-05
- Erscheinungsdatum
- 05.08.1901
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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6134 Nichtamtlicher Teil. -8 180. 5. August 1901 Ocffentliche Bibliothek und Lesehalle. — Die öffent liche Bibliothek und Lesehalle zur unentgeltlichen Benutzung für jedermann in Berlin 8V^., Alexandrincnstraße 26, erfreut sich einer von Tag zu Tag wachsenden Beliebtheit und Benutzung. In der Festschrift, die die städtischen Behörden von Berlin Ende vorigen Jahres über das Berliner Volksbibliothekswesen ver öffentlicht haben, ist dieses von Herrn Verlagsbuchhändler Heim ann begründete Institut als das größte und am zweckentsprechendsten eingerichtete bezeichnet worden. Nach der letzten Monatsübersicht wurden im Juli insgesamt 4073 Bände von der Bibliothek aus geliehen. Hiervon entfallen auf die schöne Litteratur 3234 Bände, auf Kunst, Musik, Litteratur 137 Bände, auf Geographie, Natur wissenschaften, Biographie 572 Bände. Der Rest verteilt sich auf die übrigen Wissenschaften, wobei bemerkt werden muß, daß die Fächer: Geschichte, Nationalökonomie, Philosophie, Theologie, Philologie und Verschiedenes der allgemeinen Benutzung bisher noch nicht übergeben werden konnten. In den behaglichen Räumen der Lesehalle hatten sich im ver gangenen Monat trotz des schönen, heißen Wetters 3635 Besucher eingefunden, die von dein inzwischen auf 435 Zeitungen und Zeit schriften jeder Richtung angemachsenen Bestände fleißigen Gebrauch machten. Die reichhaltige Nachschlage - Bibliothek wurde von 746 Personen benutzt. Die Besucher dieser gemeinnützigen Anstalt gehören allen erdenklichen Berufen an. Neben dem Arbeiter und der Arbeiterin sind Kaufleute, Techniker, Lehrer, Beamte und auch Studenten vertreten. Nicht allein aus allen Stadtgegenden, sondern auch aus den Vororten Berlins finden sich zahlreiche Wissensdurstige und Bildungsbedürftige ein. -Die Faeröer und ihr Schrifttum.- — Ein winziges Land hoch oben im Norden mit einer ganz geringen, jedoch in sich abgeschlossenen Bevölkerung, außerhalb Skandinaviens in Europa in Bezug aus Land, Leute, Sprache und Litteratur so gut wie unbekannt, ist die halbwegs zwischen Island und Norwegen im nordatlantischen Ocean gelegene Inselgruppe der Faeröer,*) die sowohl für den Sprach- und Volksforscher (Ethnographen), als auch für den Erdkundigen (Geologen) und Reisenden viel An regendes bietet. Besonders wird der Besucher dieser Inseln**) durch die fast lotrecht aus dem Meere aufsteigenden Klippen- wände, von denen zahlreiche Elven von Absatz zu Absatz als Silberbänder und Nebelschleier zum Meere gehen (höchster Punkt das Skallingsjäld auf Strömö, 725 w), durch feine herrlichen Basaltgrotten (die aus Myggenäs befindlichen noch großartiger als die berühmte Fingalshöhle auf Staffa), sowie durch seine bekannten Vogelberge (wenig Arten, aber viele Individuen) gefangen ge nommen. An seiner Ursprache, dem Faeröischen, einem Dialekt des Alt nordischen und mit dem heutigen Isländischen am nächsten ver wandt, hängt der Faeringer mit Leib und Seele, und er gebraucht sie ausschließlich in Familie und im Leben, obwohl das Dänische seit fast 300 Jahren Kirchen- und Rechtssprache ist und auch in der Schule***) noch neben dem Faeröischen gelehrt wird. Urkundliche Sagabücher und Pergamenthandschriften, wie auf Island, sind hier nicht vorhanden; trotzdem aber haben sich die alten Sagen und Gesänge durch mündliche Ueberlieserung von Geschlecht zu Geschlecht lebendig erhalten und werden noch heutigen tags wie in uralten Zeiten beim Tanze und in der Rauchstube (Familien- und Arbeitsraum mit offenem Herdfeuer) von jung und alt gesungen, auf welchem Wege ein großer Schatz von Volks und Kampfesweiscn (Xvaä) vor Vergessenheit bewahrt wurde. Diese alten Gesänge behandeln jedoch alle die Geschichte und Sage des alten Island, was leicht durch den Umstand erklärlich ist, daß die Faeröer schon zu Harald Haarfagers Zeit mit jenem Jnselland aufs engste verbunden waren. Das erste in faeröischer Sprache gedruckte Werk war kL6rö8le6 Xvaeäor ow Li^urck I'o8vor8bans- vom Jahre 1822. Zehn Jahre später erschien auS dem Isländischen übersetzt -I^asrsijivAa- saFa»,' ferner sammelte Professor Grundtvig ein -Oorpv3 Oarwi- vuw kiwrooviüuw-, em in der Königlichen Bibliothek zu Kopen- Hagen als Handschrift ausbewahrtes reiches Quellcnwerk, dessen *) Isländisch kam-, dänisch kaar, faröisch köruz'um — Schaf, ö, Plural öer Inseln, demnach Schafinseln, deren im Deutschen gang bare Bezeichnung Faeröer-Jnseln als Häufung ein und derselben Bezeichnung (Pleonasmus) zu vermeiden ist. **) Aus achtzehn kleinen Vasaltinseln und einigen Schären bestehend, von denen siebzehn bewohnt sind und eine Gesamt- beoölkerung vorwiegend norwegischer und im Süden (auf Süderö) irländischer Abkunft (Religion evangelisch-lutherisch) von beiläufig 14000 Köpfen bei einem Umfang von 24 Quadratmeilen aufweisen. ***) An höheren Schulen befindet sich eine Realschule und eine von Engländern geleitete Lehranstalt in der Hauptstadt Thorshavn (4000 Einwohner). Verfasser auch ein -kaero8k OräboA- (Wörterbuch) herausgab. Besonders verdient um saeroeisches Schriftwesen machte sich jedoch Propst 8awm6r8baiwd, der das Faeröische im Vereine mit anderen Vaterlandsfreunden eigentlich erst zur Schriftsprache erhob. Dessen Hauptwerk »kaoröglr Xntllolo^io- erschien 1801 und bildet eine reichhaltige Sammlung von Gesängen und Schilderungen faeröi schen Volkslebens. Gutes stiften in dieser Beziehung auch die beiden faeröischen Vereine in Thorshavn und Kopenhagen, sowie der 1898 gebildete Verein zur Herausgabe guter Bücher in faeröi scher Sprache, die gegen einen Jahresbeitrag von 5 Kronen zu gänglich sind. Dieser giebt auch ein -Xr8bok- (Jahrbuch), aus kleinen Abhandlungen und bisher ungedruckten alten Gesängen bestehend, heraus. — Ueberdies erscheinen in Thorshavn drei kleine Blätter: -^örivAS-ll'jcksQlls-, -kuAlakrswi» und -UÜAvav», so daß auf diese Weise die Muttersprache und die alte Kultursprache, das Dänische, Hand in Hand gehen, um Aufklärung und Wissen unter dem kleinen aber begabten Volke immer mehr und mehr zu verbreiten. -Lachs-, Verein jüngerer Buchhändler zu Danzig. — Zur Feier des 2. Stiftungsfestes veranstaltet der Verein jüngerer Buchhändler -Lachs- in Danzig am Sonntag den 1. Sep tember d. I. einen Ausflug nach Sagorsch. — Abfahrt Danzig 73v morgens. (Versammlung bis spätestens 7" daselbst.) Gang durch die Wälder, durch die Auen. (Unterwegs Frühstück im Walde.) Gemeinsames, zwangloses Mittagessen im Hotel Claasen in Sagorsch. (Gedeck 1 ^l.) Spiele im Freien, eventuell kleines Tänzchen. Rückfahrt von Sagorsch aus 8^« abends. Abschieds schoppen im -Deutschen Haus- in Danzig. — Anmeldungen zur Fahrt (bei genügender Beteiligung Fahrpreisermäßigung), sowie zum Essen bis spätestens Sonnabend den 24. August an den Vor sitzenden Herrn William Dieball i/H. L. G. Homann's Buch handlung erbeten. Gäste willkommen. Briefe von Ludwig Anzengruber. — In der Beilage zur Allgemeinen Zeitung findet sich eine Mitteilung und Bitte vr. Anton Bettelheims, der mit einem Werke -Neue Beiträge Fast alle Briefe des Dichters, von dessen zwanzigstem Lebensjahre bis an sein Ende, wurden seit dem Heimgang Anzengrubers sorg fältig gesammelt. Die Korrespondenzen mit Rosegger, Professor Velin, Schlögl, Ada Christen, Rosner, Martinelli, der Briefwechsel mit Josephine Gallmeyer und mit ^manchen anderen,^ wie Brc^tkopf lichen Bescheid an vr. Anton^ Bettelheim, VNcn XIX, Karl (S p r e ch s a a l.) Berechtigte Zahlungsverweigerung? eine Anzahl Lieferungen (soweit bis dahin erschienen) zum Preise von 42 geliefert erhalten, worauf er bis 2. April d. I. Ratenzahlungen^ im Gesamtbeträge von 24 ^ machte. Anfang das zu bezahlen, was er geliefert erhalten hättet beantwortete der Kunde in schroff ablehnendem Tone mit Vorwürfen über meine -bummlige- Lieferung der Fortsetzung des Werkes. Ich bemerkte dazu, daß von dem betreffenden Werk seit zwei Jahren nichts mehr erschienen ist, und ich die Fortsetzung daher nicht liefern kann. Höfliche Anfrage: Kann der Kunde mit Erfolg auf Zahlung des Gelieferten verklagt werden? Um gefällige Aussprache bittet Ein Sortimenter. Bemerkung der Redaktion. — Wir schließen uns der Bitte des Fragestellers um gefällige Aussprache an. Nach unserer Meinung hat der Kunde das Recht, gegen Rückgabe der em pfangenen Lieferungen, gleichviel in welchem Zustande, Rück zahlung der von ihm geleisteten Zahlungen (24 ^S) vom Sorti menter zu verlangen. Die Einbehaltung der Lieferungen und die Verweigerung eines Teiles seiner Gegenleistung würde ihn ins Unrecht setzen.
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