Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.03.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-03-23
- Erscheinungsdatum
- 23.03.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19010323
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190103231
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19010323
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1901
- Monat1901-03
- Tag1901-03-23
- Monat1901-03
- Jahr1901
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Börsenblatt s. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 2887 es mit sich, nur gegen bar und nur in großen Partien zu beziehen. Daß bei solchen Käufen Irrungen in Bezug auf die Absatzfähigkeit eines Werkes nicht ausbleiben können, leuchtet ein. Was soll das Warenhaus mit einer großen Partie, die es bar bezahlt hat, die sich aber als unverkäuflich erweist, machen? Soll es die Partie einstampfen? Es quält sich ein, zwei Jahre damit herum, dann aber giebt es nur ein Mittel: Preisherabsetzung. Und dem wird sich kein Warenhaus entziehen können. Bei dem vorsichtigeren Ein kauf, bei der doch einmal vorhandenen größeren Waren kenntnis, bei einem leichter zu übersehenden Wirkungskreise, bei der Möglichkeit, das Risiko durch L covä.-Bezug abzu schwächen, kommen im Sortiment derartige Schädigungen nur ausnahmsweise vor, während diese beim Warenhaus betriebe sich sehr häufig ereignen werden. Der Rest wird immer — bei der aufrichtigen Annahme des besten Willens seitens der Warenhäuser — Preisherabsetzung sein müssen: der Artikel wird zur Ramschware, zum Schaden des Sorti ments — und des Verlags. Kann man danach zweifelhaft sein, ob die Aufnahme der Warenhäuser in die buchhändlerische Gemeinschaft Vorteil oder Nachteil für das Sortiment bedeutet? Ich glaube, es kann kein Zweifel sein, daß die Nachteile die Vorteile bei weitem überwiegen und daß hiervon das biblische Wort Jarobeams gilt: »Mein Vater hat euch mit Ruten ge züchtigt, aber ich werde euch mit Skorpionen peinigen»! Und nun zum Verlags Zweifellos wird der Verleger von Brotartikeln und Geschenkwerken vorerst bei Waren häusern einen erheblichen Absatz erzielen, einen Absatz zwar gegen Barzahlung, aber auch zu erhöhtem Rabattsage. Aber der Absatz des Buchhandels wird eben so reißend abnehmen. Denn es ist doch kaum anzunehmen, daß der Gesamtabsatz an Büchern durch die Warenhäuser erheblich vermehrt werden wird. Was also die Warenhäuser in Hunderten von Exem plaren entnehmen, hätte das Sortiment in Zehnern bezogen, und wahrscheinlich zu höheren Preisen als das Waren haus infolge seiner großen Bezüge bezahlt. Die Folge davon wäre eine Leitung des ganzen Absatzes an Brot artikeln und Geschenkwerken in die Warenhäuser, und damit wäre die Abhängigkeit des Verlegers von einigen großen Verbrauchern besiegelt. Bei sehr vielen Artikeln wird es dem Warenhause möglich sein, dem Verleger die Bedingungen vorzuschreiben und, wenn er sie nicht annimmt, seine Kundschaft einem anderen Verlage zuzuwcnden. Und das Sortiment! Wenn ihm das Rückgrat genommen ist, wird es überhaupt aktionsunfähig werden; für die Einführung neuer Artikel, für den Verkauf anderer als Massenartikel wird das Warenhaus niemals zu haben sein. Die buch- händlerische Organisation, auf die wir so stolz sind, wird in die Brüche gehen, der Verleger wird, wie in anderen Ländern, daraus angewiesen sein, mit viel größeren Kosten, als der Rabatt an den Sortimenter beträgt, selbst für die Einführung seiner Produktion besorgt zu sein. Eine weitere Gefahr für den Verlag bietet die eigene Produktion der Warenhäuser. Wenn ein Berliner Waren haus seinen Frieden mit dem Buchhandel zu machen sucht, so thut es dies offensichtlich nicht nur wegen seiner schwierigen Bezüge von Sortiment, als behufs Einführung seiner Pro duttion in den regulären Buchhandel. Heute bedeutet diese Produktion ihrer Natur nach für den Verlag keine erhebliche Gefahr, weil heute noch hervorragende Schriftsteller sich scheuen, sllr ein Warenhaus zu schreiben und ihren Namen auf Produkte zu setzen, die die Firma eines Warenhauses tragen. Welche Veranlassung haben die Schriftsteller aber serner zu dieser Abstinenz, wenn der Buchhandel offiziell die Warenhäuser als Buchhandlüngen anerkennt? Ist dies geschehen, so wird auch der hervorragende Schriftsteller gern die Honorare des Warenhauses einsacken, die um so bedeutender sein können, als das Warenhaus selbst in seinem Betriebe der größte Abnehmer seiner Verlags werke sein wird. Hat heute schon der kleine und der Mittlers Verleger Mühe, den Wettbewerb mit dem Kapitalis mus im Buchhandel aufzunehmen — nach dem Eintritt der Warenhäuser in den Buchhandel wird auch der kapitalkräftige Verleger einen harten Kampf zu kämpsen haben, einen Kampf, dessen Ausgang mindestens zweifelhaft ist. Aber auch der rein wissenschaftliche Verleger, der scheinbar an dieser Frage nicht beteiligt ist, da wissenschaftlichen Verlag die Warenhäuser in absehbarer Zeit kaum pflegen werden, möge sich vergegenwärtigen, daß das Sortiment, dessen er mehr oder weniger zur Einführung neuer Unternehmungen, zum Vertriebe seiner Verlagswerke bedarf, nur lebensfähig ist, wenn sein Rückgrat, der Vertrieb der Brotartikel und der Geschenkwerke, ihm erhalten bleibt. Also auch er hat alle Veranlassung zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Erwägt man somit das Für und das Wider in dieser Frage in Bezug aus den Verlag, so spricht auch hier alles dafür, entschieden gegen eine Aufnahme der Warenhäuser in die buchhändlerischen Verbände aufzutreten. So erweist sich dieser neue Vorstoß der Warenhäuser, der Versuch, in unsere eigenen Reihen einzutreten, als ein für Verlag wie Sortiment gleich verhängnisvoller. Würden auch die Folgen, die ich geschildert habe, nicht gleich eintreten, so würden sie doch unvermeidlich sein Der Buchhandel würde mit der Gewährung des Eintritts der Warenhäuser in seine Organisation sich selbst aufgebsn, er würde mittelbar zugestehen, daß seine Organisationsform eine leistungsfähige nicht mehr ist und einer leistungsfähigeren weichen muß. Kmi8t rmä Luik8tA6tV8I'd6 ttin Iblttlu ll«8 NtzNU ikkkllttztt ,litlll'll1liului't8 von Wllbslm koäe. 8°. (VI, 168 8.) LorUn 1901, Lruno u. Uaul 0g.88ir6i'. Kart. Von den in diesem Buche zusammengestellten, bereits 1893 bis 1900 anderweit einzeln abgedruckten fünf Aussätzen hat haupl- sächlich der vorletzte: -Zur Jllu stration moderner deutscher Kunst büch er« (1899) für den Buchhandel Interesse. Uebrigens bieten dieser, wie die übrigen Artikel! -Von der Weltausstellung in Chicago- , -Die Aufgaben unserer Kunstgewerbemuseen«, -Künstler im Kunsthandmerk. — Die Ausstellungen in München und Dresden« und -Beim Eintritt in das neue Jahrhundert« auch jetzt noch entschieden mehr als historisches Interesse und bei der ver ständnisvollen Auffassung der wahren Kunstaufgabcn, besonders den vielen häßlichen Auswüchsen moderner Kunst gegenüber, so eines altbewährten Kunstkenners wie des berühmten Verfassers das Labyrinth der modernen Kunst durchwandern kann, ihn loben hört, was zu loben ist, und tadeln, was zu tadeln ist. Er weist vor allem auf die Bedingungen für eine gesunde Entwickelung der -neuen Kunst« hin. -'Die plötzliche und fast gewaltsame Art, wie sich die moderne Bewegung gerade in Deutschland Bahn ge brochen hat, der Umstand, daß sie die vielen unkünstlerischen Elemente, die ihr anfangs feindlich entgegenstanden, mit aus genommen hat, zeigt, daß sie in der That gefährliche Wege ein zuschlagen droht und zum Teil schon eingeschlagen hat.« Bei den mancherlei nur zu bekannten, leider aber immer noch nicht ver bannten Verirrungen der modernen Kunst können die Bemerkungen des Verfassers nicht genug der Beachtung empfohlen werden. In dem Aufsatze: -Zur Illustration moderner deutscher Kunst bücher« handelt es sich hauptsächlich um die Verwertung der Photographie für Jllustrationszwecke. Die mannigfachen photomechanischen Veroielfältigungsarten, die andere Arten der Illustration, wie Holzschnitt, Kupferstich rc., vielfach verdrängt haben, bieten allerdings in ihrer immer viel seitigeren Vervollkommnung mancherlei schätzenswerte Vorteile 313*
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder