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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.02.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-02-21
- Erscheinungsdatum
- 21.02.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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Börsenblatt s. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 1517 die dann noch haftenden zarten Farbcnsubstanzen auf seine Pa piere aufgetragen hat. Recht interessante Muster finden sich auch unter einer Serie Kleisterpapiere vor. Bezeichnend für die ver schiedenen Proben dieser Papiere ist das feine Farbengefühl, das sich darin geltend macht und den hauptsächlichsten Faktor bei der Herstellung der Papiere bildet. Bei einer kürzlich stattgefundenen gemeinsamen Besichtigung von Interessenten dieser buchgcmerblichen Neuheiten wies Herr Direktor vr. Kautzsch darauf hin, daß es im Hinblick auf der artige Bestrebungen auch an der Zeit wäre, Papiere erhalten zu können, die lichtecht sind. Diese Aufgabe zu lösen, müßte sich unsere Papierindustrie angelegen sein lassen. Ein frischer Zug der Erfindung macht sich in den Accidenz- arbcitcn der Firma Pöschel L Trepte geltend, unter denen sich Briefköpfe, Geschäftskarten, Circulare, Umschläge rc. befinden. Macht sich ab und zu auch noch die Neigung zu barocker Formen- gebung geltend, so tritt doch das Bestreben, zwischen Satz und ornamentalem Beiwerk stets ein möglichst einheitliches Gesamtbild zu erzielen, deutlich wahrnehmbar' hervor. Die Farbengebung, die in diesen Arbeiten vorwiegend in gebrochenen Tönen gehalten ist, läßt auch hier das Gefühl für die Farbe zu voller Geltung kommen. Wie wir schon im Eingang unserer Besprechung bemerkt haben, befindet sich zur Zeit neben den verschiedenen Sonderausstellungen neuer Erzeugnisse im Buchgewerbe auch eine Ausstellung von ganz vortrefflichen Nachbildungen alter Holzschnitte, die nicht allein wegen ihrer Reichhaltigkeit, sondern auch hinsichtlich der übersicht lichen Gruppierung von hohem Interesse sind. Beginnend mit Frühdrucken (Inkunabeln) aus der Zeit von 1400—1450, die ganz im Charakter der kolorierten Federzeichnung gehalten sind, sich jedoch nicht über die massenhaft verbreitete landläufige Bilder ware erheben, erscheinen diese Bilder als derbe Linienzeichnungen, die nach dem Druck mit der Hand koloriert sind. Wenn diese Blätter ganz den Charakter alter Drucke aufweisen, so liegt dies auch in dem glücklichen Umstande, daß die ausführcnde Firma Heitz L Mündel in Straßburg in der Lage mar, sie noch auf alten Papieren drucken zu können. Hieran anschließend erscheinen einige Albrecht Pfister in Bamberg, sowie zahlreiche Augsburger Arbeiten, die alle einen handwerksmäßigen Charakter tragen. Einen Fort schritt zum Künstlerischen weisen erst die Ulmer Holzschnitte und die Illustrationen zur Kölner Bibel von 1480 auf. Eine völlige Wandlung erlangt der Holzschnitt jedoch erst durch das Eingreifen voller künstlerischer Entfaltung zu bringen. Die von der Reichsdruckerei hergestellten Blätter geben die Schnitte Dürers mit größter Treue wieder, so daß man auch seine folgen kann. Von seinen Holzschnittfolgen sind vertreten: Die »Apokalypse., die -Passionen., das .Marienleben., der -Triumph- zug. und die -Triumphpforte Kaiser Maximilians», die in einem schüler Schäufelein und Burgkmair beteiligt und zeigen den Holz schnitt in seiner reichsten Blüte. Mit Hans Burgkmair nimmt auch der Farbcnholzschnitt eine außerordentliche Entwicklung an. Jedoch geübt wurde. So zeigt die Ausstellung auch unter den Blättern des fünfzehnten Jahrhunderts einen mit mehreren Platten aus geführten Farbenholzschnitt. Freilich haben sie dem Farbenholz- schnitt erst die rechte malerische Wirkung verliehen, vor allem da- dazu beitrugen, die malerische Wirkung wesentlich zu erhöhen. Hier ist auch der Regensburger Meister Albrecht Altdorfer zu er mähnen, der u. a. mit einem auf 17 Platten gedruckten Farbcn holzschnitt, eine -Maria« darstellend, vertreten ist. Weiter sind als bedeutende Vertreter des Holzschnitts noch zu nennen: Hans Baldung, Johann Wechtlin und der neben Dürer als der eigenartigste Künstler dastehende Hans Holbeiu, der die Kraft besaß, einen ganz neuen Stil zu schaffen. Mit seinen Nach folgern Jost Amman, Tobias Stimmer. Virgil Solis u. a. tritt dann der Verfall der Kunst des Holzschnitts ein. Als eines von denen, die noch nach wirklich großen künstlerischen Gesichtspunkten zu schaffen suchten, sei hier noch Lützelburgers gedacht. Aclituiidsechzlgsier Jahrgang. schließenden Jahrhunderte bis zur Neuzeit folgen. Ernst Kiesling. Kleine Mitteilungen. Vom Reichstage. Verlagsrecht. — Die XI. Kommission des Reichstags beschäftigte sich am 19. d. M. mit den 30 bis 37 des Verlagsrechts-Gesetzentwurfes. Der erste und der letzte Paragraph dieser Reihe (30 und 37) erhielten wesentliche Jnhaltsänderungen, während in den 88 31—36 nur geringe redaktionelle Aenderungen vorgenommen wurden. § 30 lautet im Entwurf: -Ist der Verlagsoertrag auf eine bestimmte Zahl von Auf lagen oder von Abzügen beschränkt, so endigt das Vertrags verhältnis, wenn die Auflagen oder Abzüge vergriffen sind, Auskunft darüber zu erteilen, ob die einzelne Auflage oder ^die bestimmte Zahl von Abzügen vergriffen, sowie darüber, ob das Werk unverkäuflich geworden ist. Endigt das Vertragsverhältnis wegen Unver käuflichkeit des Werkes, so behält der Verleger die Befugnis zur Verbreitung der noch vorhandenen Abzüge.« Wird der Verlagsvertrag für eine^ bestimmte Zeit ge schlossen, so ist nach dem Ablaufe der Zeit der Verleger nicht mehr zu^ Verbreitung der noch vorhandenen Abzüge berechtigt. Antragsteller war der Abgeordnete Or. Müller (Meiningen/ ^ In ß 37 wurde der erste Absatz gestrichen. Dieser lautete im Entwurf: , ^ -Bis zur Ablieferung des Werkes ist der Verfasser berechtigt, durch Vertrag steht eine Uebertragung gleich, die im Weg^ der Zwangsvollstreckung erfolgt.. Postkonferenz. — Die Tagesordnung der hier schon er wähnten Konferenz im Reichsposlamte zu Berlin umfaßt acht Punkte; davon betrafen vier Verbesserungen und Fragen deS Telegraphenbetriebes. In betreff des Klopferbetriebes stehen die guten Erfahrungen der Verwaltung mit den Klagen einiger Handelskammern in Widerspruch. Es wird behauptet, daß mit der Ausdehnung des Klopferbetriebes die Telegrammentstellungen zunehmen. Ein neues Telegrammformular ist seit dem vorigen weise eingeführt. Bei diesem ist der Aufgabeort auf der Außenseite sichtbarauch ist die Ankunftszeit und im all gemeinen auch die Abfertigungszeit nicht mehr angegeben. Es fragt sich, ob das Formular allgemein cingeführt werden soll. Erörtert wurden ferner die Ursachen der häufigen Verzögerungen im telegraphischen Verkehr mit England. Der vierte Punkt betraf die Einführung des Wörterverzeichnisses, das das Internationale Telegraphen-Codices herausgegeben hat. Vier andere Punkte betrafen den Pollbetrieb. Bei der Versendung von Drucksachen unter einfachem Streifband oder in offenem Umschlag schieben sich sich, ob cs sich empfiehlt/die Vorschriften der Postordnung ent sprechend abzuändern. Einschreibsendungen, Wertsendungen und Postanweisungen bis 400 ^ können jetzt an ein erwachsenes Familienmitglied bestellt werden. Es fragt sich, ob diese Bestimmung aufzuheben ist. Auch die Frage der Erzielung eines gleichmäßigen Formats der Briefe wurde behandelt. Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete die Einführung des Postscheckoerfahrens, an welcher Absicht die Reichspostverwaltung sesthält. Deutscher Buchgemerbeoerein. Vortrag. — Am Freitag den 22. d. M., abends 8'/, Uhr, wird der Vorsitzende des Deut- schen Buchgewerbevereins, Herr vr. Ludwig Volkmann (Mit inhaber der Firma Breitkopf L Härtel), in der Gutenberghalle des Deutschen Buchgewerbehauscs zu Leipzig einen Vortrag über -Wege und Ziele der deutschen Buchausstattung, halten. Die Ausführungen des Vortragenden werden durch zahlreiche Licht bilder anschaulich gemacht werden. Der Eintritt ist frei. Provinzialverein der Schlesischen Buchhändler. — Dle ordentliche Hauptversammlung des Provinzialvereins der LOl
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