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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.03.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-03-06
- Erscheinungsdatum
- 06.03.1911
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- Deutsch
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- Saxonica
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2820 Börsenblatt f. b. Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 54, s. März ISN. Hauspolitik, die daraus ausgeht, Bücher im Umfange von SO und mehr Druckbogen zu einem Preise anzubieten, bei dem auch Massenauflagen nur einen ganz verschwindenden Nutzen für den Produzenten abwerfen können. Das Publikum wird dadurch zu Ansprüchen verleitet, die im allgemeinen unerfüllbar sind und die zu der auch vom Sortiment er hobenen Klage führen, daß Bücher zu angemessenen höheren Preisen immer schwerer verkäuflich sind. Der Gang des Sortiments war in der Hauptsache ein ruhiger. Bücher, nach denen eine besonders starke Nach frage gewesen wäre, gab es im letzten Jahre nicht. Immer auffallender ist die Erscheinung, daß größere und teurere Werke, auch zu Weihnachten, nur noch selten verlangt und verkauft werden. Auch im vergangenen Jahre waren es Bücher mittlerer und billiger Preislage, nach denen gefragt wurde. Das Weih nachtsgeschäft war auch in diesem Jahre beeinträchtigt durch die Preisunterbietungen des Warenhauses; doch blieben im allgemeinen die Umsätze wohl nicht hinter denen ver gangener Jahre zurück. — Viel geklagt wird über den schlechten Eingang der Außenstände. Das Geschäft im Antiquariat während des abgelaufenen Jahres ist als normal zu bezeichnen. Die schon seit einem Jahrzehnt beobachtete Preisbewegung nach oben für gedruckte und handschriftliche Literaturerzeugniffe, die für den Anti quariatshandel in Betracht kommen, ist auch in diesem Jahre weiter fortgeschritten. Die Schuld daran liegt einmal an dem naturgemäß immer seltener werdenden Voikommen der älteren Literatur, dann aber besonders an gewissen .Bibliophilen, selbst, die, mehr auf einen gefüllten Geld beutel als auf tiefgehende Kenntnisse gestützt, auf den Ver steigerungen die Preise selbst ganz gewöhnlicher und häufig vorkommender Werke ungebührlich in die Höhe treiben. Der Antiquar kann sich natürlich diesen Einflüssen nicht entziehen und muß beim Einkauf und Verkauf mit diesen Preissteigerungen rechnen. Eine wichtige Entscheidung hat das Oberlandesgericht in Dresden in einem Rechtsstreite zwischen zwei Leipziger Antiquaren getroffen, die für alle, die auf Auktionen zu kaufen pflegen, von grundsätzlicher Bedeutung ist. Ohne auf die Einzelheiten des Falles hier eingehen zu können, sei nur hervorgehoben, daß die Auktionsfirmen für die Richtigkeit der Bezeichnung der Bücher, soweit sie in einer Charakterisierung des Inhalts besteht, haftbar sind, und sich von dieser Haftung auch nicht dadurch, daß sie in den Auktionsbedingungen jede Reklamation für unzulässig erklären, befreien können. Diese Entscheidung entspricht durchaus den Anschauungen, die die große Mehrzahl unserer Antiquare von Treu und Glauben im Geschäftsleben hat. In einem hiesigen Barsortimente sind wiederholt um fangreiche Bücherdiebstähle verübt und einzelne dieser Bücher auch bei hiesigen Antiquaren verkauft worden. Durch telephonische Anfragen einzelner Antiquare ist auch der Dieb entdeckt worden und wir wollen deshalb in zweifelhaften Fällen derartige Anfragen dringend empfehlen. Auf dem Autographenmarkt werden für erste Stücke nach wie vor sehr gute Preise erzielt, wobei das oben von den Bücherauktionen Gesagte auch hier zutrifft. Eine Folge dieser hohen Preise ist, daß die Zahl der Sammler immer kleiner, und deshalb auch die Verkaussmöglichkeit von Hand schriften minderen Wertes geringer wird. Das Jahr 1910 war im allgemeinen für das Bar sortiment nicht schlecht, doch war die Geschäftslage schwankend und durchschnittlich im ersten Halbjahr günstiger als im zweiten. Als den Geschäftsbetrieb sehr erschwerend zeigen sich noch immer einerseits die Bestrebungen gewisser Verleger, die Bezugsbedingungen für das Barsortiment zu verschlechtern, anderseits die Neigung der Sortimenter, Be zogenes in einer früher nicht gekannten und dem Wesen des Barsortiments nach als unzulässig zu bezeichnenden Höhe nach kürzerer oder längerer Frist wieder zurückzusenden, was vielfach Verluste, immer aber Unannehmlichkeiten und Ver stimmungen mit sich bringt. Kommissionsbuchhandel: Bei diesem hat sich das ver flossene Jahr wenig von dem vorhergehenden unterschieden. Die Umsätze sind nicht geringer geworden, aber das Geschäft gestaltet sich stets schwieriger, und die zu bewältigende Arbeitslast wird größer. Die aus kleineren Orten auf- tretenden Klagen, daß die allgenieinen Geschäftsspesen immer höher würden, gelten in gleichem Maße für die größeren Städte, insbesondere auch für den Leipziger Kommissions buchhandel, dessen Geschäftserträgnisse sich im Verhältnis verringern, da die ohnehin niedrigen Gebührenbelastungen eine Aufbesserung schwer erfahren. Ansprüche auf niedrigere Berechnungen sind deshalb ausgeschlossen, sollen die Betriebe ihre nicht leichten Aufgaben in der alten zuverlässigen Weise weiter erfüllen Das Ausscheiden einer Anzahl von Firmen, z. B. Vereinsbuchhandlungen aus dem buchhändlerischen Betriebe, die sogenannte Reinigung des Adreßbuches u. a. m., ent ziehen dem regelrechten Kommissionsgeschäfte manche wert volle Geschäftsverbindung, ohne daß dafür Ersatz geboten oder der beabsichtigte Zweck völlig erreicht würde. Unnötig starke Beunruhigung verursachte», auch im aus wärtigen Buchhandel, tendenziöse Zeitungsartikel, die im Herbst in Berlin und in den Leipziger Neuesten Nachrichten erschienen und weitere Verbreitung fanden. Außer anderen ungeheuerlichen Behauptungen wurde den einzelnen Leipziger Kommissionsgeschäften die geschäftliche Unabhängigkeit resp. Selbständigkeit überhaupt abgesprochen, was in öffentlichen Erklärungen von den Vorständen unseres Vereins und des Vereins der Kommissionärs mit vollem Rechte als gänzlich haltlos und der Wahrheit widersprechend zurückgewiesen werden mußte. In Leipzig existiert eine ganze Anzahl solider, gutfundierter und bestens geführter Kommissions geschäfte, die durchaus gewillt und in der Lage sind, ihre Betriebe in der alten Weise unverändert und unabhängig weiterzusührcn. In der Ausgabe von Bahn- oder Postsendungen sind glücklicherweise einschneidende Veränderungen nicht nötig ge worden. Die Erledigung der empfohlenen Bestellungen sollte in Verbindung einer Zentralstelle sür Annahme und Ausgabe der empfohlenen Pakete mit der Bestellanstalt, erleichtert bez. verbessert werden. Ähnliche Pläne waren schon vor Jahr zehnten aufgetaucht und wiederholt gründlich erwogen worden, erstreckten sich damals aber nicht nur auf die empfohlenen Pakete, sondern auf die gesamte Paketbesörderung überhaupt, was darin seine Erklärung findet, daß das Empfehlen der Pakete früher nicht annähernd in dem gleichen Maße, wie jetzt, verlangt wurde. Die Angelegenheit konnte zunächst noch nicht weiter versolgt werden, weil eine Anzahl von Firmen, in deren eigenstem Interesse es gelegen haben würde, wenigstens die Möglichkeit zur näheren Prüfung der Sach lage zu liefern, sich ablehnend verhielt, so daß das für die nähere Berechnung notwendige statistische Material nicht in erschöpfender Weise beigebracht werden konnte. Die Idee ist keineswegs fallen gelassen worden, und vielleicht ergibt sich doch noch die Möglichkeit, sie auszusühren, oder zunächst wenigstens durchzuberaten. Der Musikalienhandcl singt das alte Klageliedl Das Geschäft weist mehr Schatten- als Lichtseiten auf. Die schon früher hervorgehobenen Übelstände, insbesondere nach der
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