LI. 2. März 1811. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f. d. Dljchn. Buchhandel. 2687 oncordia Deutsche Verlags-Msialt H. m. b. h. in Serlin W 30, Münchenerftr. 8 -^ie ungewollte aber brennende ßlktualität des behandelten Stoffes allein ist in unseren Tagen, in denen die Pest mit nie vorher ge ahnter Rrast den fernen Osten verheert und über Sibirien auch unseren Landstrichen näher zu rücken droht, geeignet, diesen mit echt künstlerischer Phantasie und einem unbändigen Temperament geschriebenen Roman zum Gegenstand der lebhaftesten presse-slußerungen und zum Gesprächs-Thema aller Gebildeten zu machen. ^Sin Unhold, trotzig in feiner Willenskraft, fanatisch in seiner Aerstörungs- ^ wut, geistvoll in der zwingenden Rraft seiner logischen Schlüffe, an ziehend und für die Weiblichkeit verlockend in feiner äußeren Erscheinung, ist im Sesitze eines sicheren pestheiimiüels. flber der haß gegen die Menschheit läßt es ihn nicht zum Segen gebrauchen, sondern hetzt ihn dazu, den Pesterreger, den er gleichfalls in Reinkultur besitzt, gegen die Menschheit anzuwenüen. LH^Cohin Heinrich Goüenrath kommt, überall in Europa flackert unheim- lich die Pest von Neuem auf, bis ganz Europa unter ihr zusammen bricht, dis auch in Deutschland Hunger und Seuche zu Verbündeten der radikalsten politischen Parteien werden und eine sozialdemokratische Ma jorität im Reichstage Zustande bringen. Unaufhaltsam überstürzen ein ander nun die Ereignisse, schaffen einen chaotischen Wirrwarr, in dem nur noch die beiden seelischen Gegensätze, Irömmelei und ungezügelte Sinnes gier Raum finden, bis dann Godenrath, müde seiner selbst und von der Liebe zu einer Zrau bezwungen, zum Reüer der Menschheit wird, und das Wunder der seelischen Auferstehung durch fein Serum bewirkt. Er, der Würger und Hasser der Menschheit, wird nun zu ihrem Heiland.