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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.03.1911
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1911-03-02
- Erscheinungsdatum
- 02.03.1911
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- Deutsch
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pv 51, 2. März 1911. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 2665 Bezahlung für solche Arbeiten zu verlangen. Solche Proben verursachen der Druckerei gewöhnlich ein paar Mark Kosten, allerhöchsten? 10, 12 oder 15 welch letztere Fälle aber schon zu Ausnahmefällen zählen. Höhere Kosten find nicht gewerbsitblich und kommen auch wohl nur ganz vereinzelt vor. Der vorliegende Fall, in dem die Druckerei so viele Probcsätze hat anfertigen müssen, daß deren Herstellungs kosten mit 55 in Ansatz gebracht worden sind, ist ein ganz abnormer, und ein Teil der Kosten muß vom Verleger, der so ungewöhnliche Anforderungen stellt, getragen werden. Der Kläger will sogar 50—60 Prozent seiner eigentlichen Kosten garnicht in Ansatz gebracht haben*), und da dürfte der Betrag von 55 ^ unter Berücksichtigung dieses Ilmstandes schon ein recht mäßiger sein. Die Kosten selbst könnte ich genau nur feststellen, wenn mir Abzüge von allen Probesätzen vorgelegt würden.» 2. Aufbewahren des Satzes (ohne Auftrag). »Wenn auf eine Anfrage seitens einer Druckerei, ob der Satz eines Werkes stehen bleiben soll, keine Antwort seitens des Verlegers erfolgt, so wird kein Drucker ohne weiteres dann den Satz oblegen lasten, da er befürchten muß, daß der Verleger doch noch später den Satz von ihm verlangen könnte, und der Drucker hätte dann sehr große Unannehmlichkeiten und erhebliche Kosten für eventuelle Wiederherstellung des Satzes. Er wird das Ausbleiben der Antwort vielmehr sich so erklären, daß der Verleger aus verschiedenen Gründen sich selbst noch nicht entscheiden konnte, ob er den Satz stehen lasten will oder nicht.« Gustav Siegle. Ein Lebensbild von R. Piloty. Stuttgart, Druck der Union Deutsche Verlags gesellschaft. Ein typographisch mustergültig ausgestatteter starker Band liegt vor mir, gewidmet einem genialen Großindustriellen, einem pflichteifrigen, vom edelsten Patriotismus geleiteten Neichstagsabgeocdneten, einem seltenen Menschenfreunde, dessen Andenken in den Herzen aller derer, die das Glück hatten, ihm im Leben näherzutreten, ungeschwächt fortlebt und das auch in weiten Kreisen rege zu erhalten die schöne Bestimmung dieses Buches sein dürfte. Was Gustav Siegle den graphischen Kreisen zunächst nahegeführt hat, ist seine Eigenschaft als Mitbegründer der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen am Rhein, dieser großartigen Anlage, die, ab gesehen von ihrer allgemeinen Bedeutung, zur unerschöpflichen Farbenquelle geworden ist für die Industrie im allgemeinen, und für das Druckgewerbe im besondern, für das sie das Material ge schaffen hat zu den leuchtendsten und edelsten Farbentönen, die heute in Büchern und auf den mannigfaltigsten Erzeugnissen des Druckes das Auge des Beschauers erfreuen, einer Anstalt, wie die ganze industrielle Welt wenige ihresgleichen hat. Näher auf sie einzugehen, ist hier nicht der Ort; um aber ihre Bedeutung und Größe ahnen zu lassen und das Werk der Gründer im nach haltigen Wirken würdigen zu können, seien nur als anhaltbietende Ziffern genannt, daß die Badische Anilin- und Sodafabrik mit einem Aktienkapital von 36 Millionen Mark arbeitet, an Che mikern, -Ingenieuren, Technikern und kaufmännischen Beamten 1277, an Arbeitern, Handwerkern und Aufsehern 7900 Personen zählt, etwa 460 Fabrikgebäude, 600 Arbeiterwohnungen und 110 Be amtenwohnungen besitzt auf einer Grundfläche von 220 Hektaren. Gustav Siegle, der Mitschöpfer dieses ungeheuren Betriebes, war am 2. Februar 1840 in dem schwäbischen Städtchen Nürtingen geboren, wo sein Vater eine Apotheke besaß, nach deren Verkauf er nach München übersiedelte und dort eine kleine Farbenfabrik gründete. Im Jahre 1848 verkaufte er auch diese und zog nach *) In der Rechnung ist kein Hinweis darüber enthalten, daß es sich nur um eine anteilige Berechnung handelt. Der Beweis für seine Behauptung ist auch nicht durch Vorlage der Probe sätze vom Kläger nachträglich erbracht. D. E. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 78. Jahrgang. Stuttgart. Hier erwarb er er ein Grundstück an der Rothebühl- straße und verlegte sein Geschäft dahin, wo es bis heute geblieben ist, nachdem der Sohn Gustav, dessen Jugend, Bildungs- und weiterer Entwickelungsgang in dem Buche in anziehender Weise geschildert werden, auch selbst tatkräftig in die Farbenfabrikation eingegriffen und auf weiten Reisen sich über die Bedürfnisse der Geschäftswelt seiner Branche unterrichtet hatte, dabei zu der Erkenntnis kommend, daß es besser sei, Mitbewerber zu gemeinsamem Streben zu vereinigen als zu bekämpfen. Dies führte zum Zustandekommen eines Kartells und in der Folge zur Gründung der Ludwigshafener Fabrik, zu der im Mai 1865 der Grundstein gelegt wurde. In erster Linie wandte sie sich der Herstellung der Teerfarbenfabrikate zu und nahm einen überraschenden Aufschwung. Heute darf diese Fabrik als die eigentliche Schöpferin der von ihr gepflegten Industrie betrachtet werden. Die Mitbegründung der Ludwigshafener Fabrik und ihr Ausbau auf wissenschaftlichem, industriellem und kaufmännischem Gebiete bilden mit die Großtat des am 10. Oktober 1905 ver storbenen Gustav Siegle, der mit ihr sich das schönste und ruhmvollste Denkmal selbst gesetzt hat. In dem Lebensbild, das der Würzburger Professor Piloty, ein persönlicher Freund des Verstorbenen, mit warmer und kundiger Freundeshand von ihm liebevoll entworfen hat, ist ihm aber ein biographisches Denkmal gesetzt worden, das dieser Mann — eine stolzeste Größe der deutschen Industrie — wohlverdient hat. Von einem Eingehen auf Siegles politische Tätigkeit müssen wir absehen; sie war erfüllt von echtem, reinem und warmem deutschen Patriotismus. Das Buch Pilotys, das auch das Bild des Verehrten in verschiedenen Lebensaltern und das seiner Gemahlin, sowie die Porträts der Kinder beider enthält, gibt auch eine Generalansicht der Ludwigshafener Fabrik aus der Vogelschau und Darstellungen der klassisch-schönen Villa Siegles auf der Reinsburg in Stuttgart, sowie seiner be scheidenen Villa in Ammerland am Starnberger See. Auf nahmen industrieller und wirtschaftlicher Etablissements und Besitzungen Siegles, darunter die der Fabrik in der Rothebühl- straße in Stuttgart, schließen sich an und erhöhen den bio- graphischen und kulturhistorischen Wert des Buches, dessen graphische Ausstattung und Herstellung als erstklassig zu be zeichnen ist. Theod. Goebel. Kleine Mitteilungen. Gegen Gchmntz in Wort und Bild. — Das Schwurgericht München hat einen jener gefährlichen Schmutzfinken, den Porno graphienverkäufer Namlo, zu einer Geldstrafe, zu 10 Monaten Ge fängnis und zu dreijährigem Ehrverlust verurteilt. (Münchner Neueste Nachrichten.) Zur Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild hat das Berliner Polizeipräsidium eine Zentralstelle eingerichtet, die vorläufig der Kriminalpolizei angegliedert ist und von dem Kriminalkommissar von Behr geleitet wird. Veranlassung dazu gab die Überhandnahme der Verbreitung von an stößigen Bildern mit und ohne Text. Es handelt sich hier be sonders um Vervielfältigungen von Aktstudien aus dem Lalon äs ?ari8, die in Form von Ansichtspostkarten in den Handel kommen. Die Hersteller und Verkäufer dieser Postkarten glauben immer noch, daß diese wie die Originalwerke als Kunstwerke zu betrachten und zu behandeln seien. Die Gerichte haben jedoch wegen Zurschaustellung und Verbreitung solcher Reproduktionen schon mehr als einmal Strafen verhängt, und das Reichsgericht hat ihre Auffassung, nach der solche Karten unsittlich sind, wieder holt gebilligt. Aufgabe der Zentralstelle ist es besonders, der Verbreitung des Schmutzes vorzubeugen, jeden Versuch im Keim zu ersticken. Sie soll auch zu einer Zentralstelle für das ganze Land ausgebildet werden, damit einheitlich entschieden werden kann, was zu beanstanden und zu beschlagnahmen ist und was nicht. Die neue Dienststelle befaßt sich lediglich mit diesen Dingen, die der Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild dienen. (Berliner Blatt.) Zehntausend Postkarten und Platten wurden von der Zentral stelle zur Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild im Norden von Berlin entdeckt und beschlagnahmt. Durch ein gehende Nachforschungen bei den Händlern gelang es, auch die 349
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