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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.07.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-07-05
- Erscheinungsdatum
- 05.07.1910
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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7900 Börsenblatt s. d. DIschn. Buchhandel Nichtamtlicher Teil. 152, 5. Juli 1910. vereine steht. Nur dann ist es möglich, zu besseren Zuständen zu kommen, wenn auf beiden Seiten ungefähr gleiche Machtmittel vorhanden sind. Wenn aber aus der einen Seite beim Verlag alle Macht und aus der anderen beim Sortiment eigentlich gar keine ist, dann ist das Resultat aller Verhandlungen stets das Unter liegen des schwächeren Teiles, von Kompromissen, wie solche bei einigermaßen gleichen Parteien geschlossen werden, ist dann nie die Rede. Diese Zustände im Buchhandel sind teilweise auch dadurch entstanden, daß die Vorstände der Kreis- und Ortsvereine immer sozusagen abwiegeln. Ein Vereinsvorstand hat sich dazu verstiegen, in seinem Jahresbericht zu sagen, durch »bewegliche Klagen« würden wir etwas erreichen; er scheint nicht gesuhlt zu haben, wie unwürdig es ist, einem großen Berufsstande einen derartigen Weg zur Besserung seiner wirtschaftlichen Lage zu empfehlen. Auch durch den Jahresbericht des Sächsisch-Thüringischen Ver bandes zieht es sich wie ein roter Faden hindurch: der Verlag ist zu stark, wir Sortimenter können ja nichts machen und dürfen ja nicht den Verlag ärgern. Es wird dann auch daraus Bezug genommen, daß die Stuttgarter Vcrlegerzustimmung ein »groß herziger Entschluß« gewesen sei. Meine Herren, in anderen Bran chen versteht es sich von selber und ist es Ehrensache, daß die Fabri- kanten den Schleuderern nichts liefern; im Buchhandel hat es Jahrzehnte gedauert, bis wir soweit kamen. Wenn wir sehen, wie in dieser Weise gearbeitet wird, so kann ich mich nicht dazu entschließen, zu glauben, daß die Kreis- und Ortsvereine die genügende Vertretung für das Sortiment sind. Ich erkenne dankbar an, daß eine Anzahl Verleger, aber hauptsächlich solche, die Konkurrenzartikel verlegen, in dankens werter Weise dem Sortiment entgegengekommen sind. In dem großen wissenschaftlichen Verlag aber hat sich nichts gerührt, mit Ausnahme einiger großer Verleger juristischer Literatur, die den Rabatt erhöht, aber gleichzeitig die Bezugsbedingungen verschlech tert haben, so daß nichts gebessert ist, wie Herr Prager seinerzeit im Börsenblatt nachgewiesen hat. Wenn die Verleger behaupten, der Rabatt könne nicht erhöht werden, so möchte ich bloß das Beispiel der Firma Duncker und Humblot anführen, die den Rabatt erhöht hat unter Beibehaltung der früheren Bezugsbedingungen. Es geht, wenn man will; aber man will nicht. Im übrigen ist es doch ein unhaltbarer Zustand, daß ein ganzer Berufszweig, wie das deutsche Sortiment, 4—5000 deutsche Männer mit ihren Fami lien und Tausenden von Angestellten von dem Wohlwollen und dem guten Mllen einer kleinen Gruppe von vielleicht ein paar Dutzend Großkapitalisten und Monopolisten abhängig ist. Wenn das Wohlwollen einmal nachläßt, was wird dann? Also ohne einen großen starken Sortimenterverein, der Macht gegen Macht stellen kann, der, wenn es sein muß, auch vor einem Kampf nicht zurückschreckt, kann sich das Sortiment meiner Meinung nach auf die Dauer nicht halten. Möge diese Einsicht sich Bahn brechen, ehe es zu spät ist. Vorsitzender: Ich bitte, nicht zu sagen, daß von den Vertretern des Sortiments keiner den Mut hat, in Sortimentsfragen das Wort zu nehmen. Ich nehme an, daß der Herr Redner damit Kollegen außerhalb der Vereine gemeint hat. Wünscht noch jemand das Wort? Das ist nicht der Fall. Dann stelle ich die einzelnen Punkte des Jahresberichts zur Debatte. Zu dem Abschnitt: Freie Verlagsgenossenschast der Deutschen Hochschulen und wirtschaftliche Vereinigungen der^ deutschen Rechtsanwälte bemerkt: Herr Bernhard Staar: Bei diesem Abschnitt kann man wohl den Bereinsbuchhandel einmal streifen. Im Auftrag eines Kol- legen, der jahrelang große Lieferungen von Jnstruktionsbllchern sür die Regimenter seiner Stadt gehabt hat und diese Kundschaft verlor, erhebe ich Beschwerde gegen den »Jnvalidendank» zu Berlin, der sich eine Sortimentsbuchhandlung angegliedert hat. Mit Hilfe einer Empfehlung des Kriegsministeriums, worin daraus hingewiesen wird, daß die Überschüsse des Instituts an die Inva liden verteilt werden, ist es gelungen, vielen Kollegen in ganz Deutschland Lieferungen für die Regimenter zu entziehen. Ein Kollege in Spandau z. B. ist in ganz erheblicher Weise geschädigt worden, wie aus einem Börsenblattartikel hervorging. Do uns sowieso schon alles entzogen wird und das Geschäft durch die Warenhäuser immer schwieriger wird, so ist es schlimm, daß uns Buchhändlern solche Lieferungen auch noch entgehen. Ich möchte zu bedenken geben, ob es nicht angebracht wäre, solche Firmen als Buchhandlungen nicht anzuerkennen. Außerdem zahlen derartige Institute wie der Jnvalidendank, soviel mir bekannt ist, keine Steuern. Herr Kommerzienrat Karl Sicgismiind (Berlins: Meine Herren! Was den Jnvalidendank betrifft, so hat der Börsenver- einsvorstand infolge von Klagen, die er aus Sortimenterkreisen bekommen hat, sich im Wege einer Vorstellung an das preußische Kriegsministerium gewendet, und dieses hat dem Börsenverein mitgeteilt, daß eine Empfehlung sür den Jnvalidendank nicht ergangen sei. Es können diejenigen Herren, die von der Kon kurrenz des Jnvalidendanks betroffen sind, den beteiligten Militär behörden ja die Mitteilung machen, daß von seiten des Kriegs ministeriums eine Empfehlung, beim Jnvalidendank zu kaufen, nicht ergangen ist. Was den Vereinsbuchhandel angeht, so verfolgt der Börsen verein seit langer Zeit das Umsichgreifen des Vereinsbuchhand lungswesen mit aufmerksamem Auge. Sie werden aus dem Jahres- bericht, der bereits im Börsenblatt veröffentlicht ist, die Mitteilung entnommen haben, daß im Laufe dieses Jahres noch durch eine Sachverständigenkonserenz oder in einer sonst geeigneten Weise eine Anzahl Vertreter des Sortiments und des Verlags zusam mentreten werden, um über geeignete Mittel zur Bekämpfung des Vereinsbuchhandels zu beraten. Es ist keine Frage, daß sich diese Gebilde in den letzten Jahren in einer geradezu erschreckenden Weise vermehrt haben, in einer Weise, die nicht allein das Sorti- ment, sondern auch den Verlag bedroht; und da jetzt vollständig klar ist, daß auch der Verlag bedroht ist, so werden wir Beschlüsse fassen können, welche durchzusühren sind. Herr Heinrich Boysc» (Hamburg): Es ist uns von seiten schleswigscher Kollegen mitgeteilt worden, daß große Aufträge zur Begründung von Bolksbibliotheken zur Stärkung des Deutsch, tums in der Nordmark nicht den dortigen Buchhändlern, sondern einer Berliner Vereinsbuchhandlung von seiten der Landräte zugegangen sind. Es handelt sich meines Wissens um Aufträge im Betrage von 8000 Ich glaube, es wäre doch am Platze gewesen, diese Aufträge deutschen Buchhandlungen in der Nord mark zuzuwenden und auch aus diese Weise das Deutschtum dort zu stärken, statt nach Berlin zu gehen, wo man vielleicht ein paar Hundert Mark als Zugabe bekommt. Herr Otto Paetsch (Königsberg): Zu dem Kapitel »Vereins buchhandlungen« möchte ich darauf Hinweisen, daß der Keplerbund seine Publikationen an die Mitglieder mit 10 Prozent Vorzugs rabatt liefert. Ich habe mich an den Keplerbund gewendet und daraus hingewiesen, daß es im Interesse des Buchhandels liege, wenn der Rabatt nicht zisfermäßig zum Ausdruck kommt, sondern es hieße, daß die Mitglieder diese Veröffentlichungen zum Vor zugspreise erhalten. Darauf hat mir der Keplerbund ge schrieben, Buchhändler, an die sich der Verein gewendet, hätten ihm den Rat erteilt, es ziffermäßig zum Ausdruck zu bringen. Meine Herren, wir streben doch seit Jahren danach, das zu vermeiden; ich möchte die Bitte aussprechen, überall zum Ausdruck zu bringen, daß wir ein hohes Interesse daran haben, daß das Ver langen nach 10 und mehr Prozent aus dem Munde des Käufers verschwindet. Bei mir tritt ein Mitglied des Keplerbundes ein, kaust ein Keplerbundhest und sagt an der Kasse: Ziehen Sie mir
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