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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.02.1909
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1909-02-13
- Erscheinungsdatum
- 13.02.1909
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- Deutsch
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1904 Börsenblatt f. d. Dlschn. Buchhandel. Nichtamtlich er Teil. 38. 18. Februar 190S. der Antiquar, schon um die Druckkosten nicht zu hoch werden zu lassen, nach möglichster Kürze streben, so wird bei Prioat- und öffentlichen Bibliotheken eine größere Ausführlichkeit am Platze sein. Öffentliche Bibliotheken pflegen z. B. die Vor namen auszuschreiben — um Jrrtümer bei ähnlich lautenden Namen zu vermeiden — und den Gcburts-, event. auch den Todestag des Verfassers beizusügen. was bei der Verzeich nung von Privatbibliotheken auch sehr empfohlen werden kann. Für die preußischen Bibliotheken gilt für die alpha betischen Verzeichnisse der Bücher die -Instruktion für die alphabetischen Kataloge der preußischen Bibliotheken« vom Jahre 1899. die durch eine neue Fassung vom IO. August 1908 abgeändert ist. In neuer Fassung ist diese Instruk tion soeben neu erschienen.') Eine gute Handhabe für die Verzeichnung der Bücher geben die Bibliographien, die über jedes Gebiet des Wissens vorhanden sind, mag dieses auch so entlegen sein wie es wolle. Da es kaum ein einziges Gebiet des menschlichen Seins giot, über das nicht einige Bücher erschienen sind, so hat es auch stets Bibliographen gegeben, die ihre Verzeichnung unternommen haben. I. Petzholdt hat in seiner »Liblio- tbsoa bi bliogrupbie»«. Leipzig 1886. undL. Valls in seiner »Bibliograpbis äes bibliograpbivk«, 2 Bände. Paris 1883—1887. eine Zusammenstellung der bibliographischen Literatur gegeben, und ich empfehle Ihnen das Studium dieser Werke auf das lebhafteste. Sie werden daraus auch die Namen der hervorragenden Bibliographen kennen lernen, deren Aufführung hier nicht tunlich ist. Von älteren deutschen will ich hier nur nennen Ebert. Graesse. Hain. Panzer, von französischen Brunei, von englischen Lowndes. die die bekanntesten sind. Spricht man von Bibliographen, so darf man der Antiquare nicht vergessen, die in ihren Katalogen ein wenn auch unvollständiges, so doch gut bearbeitetes Material bringen. Namentlich bieten diese Kataloge den Vorzug vor vielen bibliographischen Werken, daß sie sämtlich auf Autopsie beruhen, daß die Aufnahmen nach dem Buch selbst gefertigt sind. Dies kann bei Bibliographien gar nicht immer der Fall sein; aber der Vorzug, der die Be arbeitung nach dem Buche bietet, ist so einleuchtend, daß weiteres darüber wohl kaum gesagt zu werden braucht. Die deutschen Antiquare waren stets bemüht, sich nicht nur ein sorgfältig gewähltes Lager zu schaffen, sondern auch dieses Lager durch gut gearbeitete Kataloge den Bllcher- käufern bekannt zu machen. Damit haben sie nicht nur sich, sondern auch der Bibliographie einen erheblichen Dienst ge leistet. Wollte ich alle die ausführen, deren Kataloge als tüchtige Arbeiten gerühmt zu weiden das Recht haben, so könnte ich Seiten füllen; ich will deshalb nur einige Anti quare ansühren, die sich durch ihre Kataloge ganz besondere Verdienste um die Bibliographie erworben haben. Von Verstorbenen nenne ich Arnold Kuczynski. der sich durch seine Bearbeitung der Lutheidrucke. Albert Cohn, der durch eine ganze Reihe trefflich gearbeiteter Kataloge, Edwin Troß und den König der Antiquars Bernard Quaritch. von Lebenden nur die Rosenthals in München. Baer in Frank furt und als jüngsten Martin Bresiauer, der sich durch seine »Dokumente frühen deutschen Lebens«, von denen die Erste Reihe: Das Deutsche Lied, geistlich und weltlich bis zum 18. Jahrhundert erschienen ist, einen ersten Platz unter den wissenschaftlich arbeitenden Antiquaren er rungen hat. Dies sind aber nur einzelne Namen, heraus gegriffen aus den Vielen, die ein Recht auf Nennung haben, die sich aber bescheiden müssen, wenn ihre Nennung aus Rücksicht auf Raum und Zeit unterbleibt. ') bei Behrend L Co. in Berlin sVgl. Börsenblatt Nr. 34 vom II. Februar 1909. Einer französischen Firma will ich noch gedenken, die sich eines wohlberechtigten Rufes durch die Kostbarkeit ihres Lagers erfreut, es ist die Librairie D. Morgand in Paris. Im Jahre 1900 veröffentlichte sie einen Katalog kostbarer Bücher, der gerade 500 Nummern umfaßt, von denen der größere Teil mit mehr als 1000 Frcs. bewertet ist. einige mit 10 000. 25 000, 30 000 Frcs. Das ist ein Katalog für literarische Feinschmecker, nervenaufregend namentlich für diejenigen, denen der notwendigste Nerv, der vsvvus verum, zur Befriedigung ihrer Herzenswünsche fehlt! Zur Bibliographie im weiteren Sinne gehören auch die Zusammenstellungen von Auktionspreisen. Es liegt auf der Hand, wie wertvoll es ist. die Preise zu kennen, die seltene und kostbare Bücher in Auktionen erzielt haben. Hängen die in Auktionen gezahlten Preise auch vielfach von Zufälligkeiten ab. Zusammentreffen zweier oder mehrerer Liebhaber, die ge rade für ein bestimmtes Buch Inter, sie haben, zufällige An wesenheit eines oder mehrerer kapitalkräftiger Käufer, u. a. mehr, so wird man doch zugeben müssen, daß die durch die Konkurrenz von wirklichen Sachverständigen, von Antiquaren und Liebhabern tatsänlich erzielten Preise einen Anhalt geben, wie hoch ein bestimmtes Buch augenblicklich im Preise steht. In England und Amerika existieren schon lange der artige Zusammenstellungen, und zwar die englische unter dem Titel: Loob Lrioes Ourreut: » ksoorä oktbe priees at rvlneb lroolrs bavs bseu solä at auotiou! der letzte im Jahre 1908 erschienene Band ist der 22. und umfaßt den Zeitraum vom Oktober 1907 bis Juli 1908; der amerikanische unter dem Titel: Luotivu Lriees ok Loolls. in 4 Bänden, den Zeitraum von 1888— 1904 umfassend, in denen die Preise der wertvollsten in Auktionen verkauften Bücher aufgesührt werden Für Deutschland sowohl wie für die europäischen Länder (mit Ausnahme Englands) fehlte bisher ein solches Verzeichnis. Diese Lücke versucht das Jahrbuch der Bücherpreise auszu- füllen, das im Verlage von Otto Harrassowitz in Leipzig erscheint und von C. Beck bearbeitet ist. Zwei Jahrgänge sind erschienen, der erste umfaßt das Jahr 1906. der zweite, im vorigen Jahre erschienen. 1907. Erfüllt dieses Jahrbuch auch noch nicht alle berechtigten Erwartungen, so sollte sein Weitererscheinen und seine Vervollkommnung dadurch gefördert werden, daß Antiquare und Bibliophilen es einmal durch Ankauf, das andere Mal durch tätige Mitarbeit unterstützen. Vermittelt die Bibliogravhie die Bllcherbeschreibung. die Bücherkenntnis, so ist sie zugleich die Grundlage für den Sammler. Ohne Kenntnis dessen was vorhanden ist. ist das Sammeln unmöglich. Aber die Bibliographie, die Be schäftigung mit den Büchern, hat auch zur Grundlage die Liebe zu ihnen. Und diese Liebe wiederum fördert den Wunsch, sie zu besitzen. So ergänzt sich Bibliographie und Bibliophilie, so folgt eine aus der anderen, so ist Vater und Kind miteinander verschwistertl Schon der Antiquar muß Liebe zu Büchern haben, will er seinen Berus wirklich aussüllen; ein Sammler ohne Bücherliebe ist undenkbar! Das Büchersammeln ist uralt. Sind die -Büchersamm lungen vor der Sintflut», über die Mader in seiner so be titelten Abhandlung berichtet, auch als apokryph zu be zeichnen. so geben uns doch die Überlieferungen aus dem Altertum Kunde von der Begründung öffentlicher Bibliotheken, so der berühmten Alexandrinischen. und von Privatbibliotheken, wie der Euklids. Euripides'. Sullas, des Aemilius Paullus, des Lukullus. Freilich war damals das Sammeln sehr er schwert durch die relative Seltenheit des Materials und schon des Preises wegen nur den Großen dieser Welt möglich. Aus noch frühere Büchersammlungen, die in Tontafeln bestanden, sei nur hingedeutet. Erst mit der Erfindung der Buchdruckerkunst, die
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