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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.10.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-10-25
- Erscheinungsdatum
- 25.10.1910
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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12652 Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. ^ 248. 25. Oktober 1910. ein zu Dresden und anderer bedeutsamer Bücherlisten aus gebaut. Ich meine, wir Buchhändler müssen es ängstlich ver meiden, einer Kulturbewegung hemmend entgegenzutreten, und den nur zu leicht auftretenden Vorwurf scheuen, daß für uns geschäftliche Vorteile ausschlaggebend seien. Wenn wir aber heute irgend ein kritisches Forum fänden, das von der öffentlichen Meinung als maßgebend aner kannt wäre, so zweifle ich, ob dieses in der Beurteilung der Jugendschriften zu einem wesentlich anderen Urteil käme, als jenem, das von manchen Seiten heute als eine ungehörige »Bevormundung« empfunden wird. Alexander Köhler. Kleine Mitteilungen. * Lettischer Berlegerverein. — Der Vorstand des Deutschen Verlegervereins beruft die Vereinsmitglieder zu einer außer ordentlichen Hauptversammlung. Diese soll am Montag, den 7. November 1910, vormittags 10 Uhr, im Deutschen Buchhändlerhause zu Leipzig (rechter kleiner Saal, Eingang Portal 111) stattfinden. Tagesordnung: 1. Doppelter Ladenpreis; Gutachten des Vereinsausschusses. 2. Lieferungspflicht des Verlegers. 3. Vereinsbuchhandlungen. 4. Änderungen der Satzungen des Börsenvereins. * Schundliteratur als Reklame. (Vgl. Nr 242 d. Bl.) — In Nr. 293 des Leipziger Tageblatts vom 23. Oktober gibt Herr Justizrat vr. Gensel, Syndikus a. D. der Handelskammer zu Leipzig, folgendes bekannt: »Ein neuer Kunstgriff zur Verwertung von Schundliteratur. »Ein eigentümliches Heftchen wurde mir dieser Tage von einem unserer Schuldirektoren zugeschickt. Auf dem Titelblatt groß gedruckt: Leipziger V olksbibliothek, Jubiläums-Ausgabe, Band 2. Darunter ein schauderhaftes buntes Bild: ein Mann mit 2 Revolvern in den Händen gegenüber einigen anderen, von denen er einen bereits niedergeschossen hat. Innen 11 Seiten Re- klame für ein Möbel-und Warengeschäft mit entsprechenden Abbil dungen, dazwischen auf 7 Seiten eine höchst nachlässig geschriebene Mordgeschichte »Dämonische Mächte«. Auf der Rückseite des Um schlags noch die Bemerkung, daß bisher außerdem erschienen seien: Band 1. In den Händen der Derwische; Band 3. Der Lotsenkommandeur; 4. Die Nihilistin; 5. Ein Drama in den Lüften; 6. In tödlicher Umarmung; 7. Ein Schlag ins Gesicht; 8. Stumme Verräter — jedenfalls ähnlicher Schund wie das vor liegende Heft ihn enthält. Und diese Hefte werden nach der Mitteilung meines Gewährsmannes auch Kindern in die Hände gegeben, jedenfalls unentgeltlich, denn der Zweck ist ja Reklame für Waren, die mit der Erzählung nichts zu tun haben! »Ich habe das Machwerk dem Jugendrichter überwiesen, der vielleicht einen Weg finden wird, solchem Gebaren zu steuern. Inzwischen seien die Eltern auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Zugleich muß ich aber als Vorsitzender des Vereins für Volkswohl, der die wahren Leipziger Volksbibliotheken mit Unterstützung der Stadt unterhält und verwaltet, gegen den frevelhaften Mißbrauch des Namens Verwahrung einlegen. (gez.) vr. jur. I. Gensel.« Im Nachtrag zu Vorstehendem sei auf die Mitteilung aus Berlin in Nr. 242 d. Bl. (S. 12 265) hingewiesen, die wir dem »Berliner Lokalanzeiger« entnommen haben. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß es sich hier wie dort um dieselbe Reklame schrift handelt. Red. * Las kgl. sächsische Kultusministerium gegen Schmutz» und Schundliteratur. — Das kgl. sächsische Kultusministerium be schäftigt sich in einer neuerlichen an die Bezirksschulinspektion ge richteten Verordnung aus Anlaß mehrfacher Beschwerden mit Prüfung der Frage, was die Volksschule und ihre Organe zur Bekämpfung des unheilvollen Einflusses beitragen können, den die Verbreitung unsittlicher Literaturerzeugnisse und anstößiger Bilder aus die Jugend in zunehmendem Maße ausübt. Zu den erzieherischen Aufgaben der Schule gehöre es, der Jugend auch bezüglich der Wahl des von ihr außerhalb der Schule benutzten Lesestoffes ratend zur Seite zu stehen, und die Eltern zu beraten. Die Schulvorstände sollten nötigenfalls durch Anrufung der Polizeibehörden jene Geschäfte, die solche anstößigen Sachen ausstellen, feststellen und in geeigneter Weise auf deren Inhaber einwirken. Insoweit solche Bemühungen ohne Erfolg bleiben sollten, könne den Schulvorständen die Prüfung der Frage überlassen werden, ob nicht, wie es bereits an verschiedenen Orten geschehen sei, durch die Ortsschulordnungen Für sorge dahin zu treffen fei, daß im Wege der Schuldisziplin Schul kinder beim Einkauf ihrer Schulbedürfnisse vom Verkehr in solchen Geschäften zurückgehalten werden. Ständige Ausstellungskommission für die Deutsche Industrie. — In der Plenarsitzung vom 12. Oktober sprach sich der Vorstand einstimmig für die Notwendigkeit aus: auch weiter hin die Deutsche Industrie vor der Beschickung unnützer Aus stellungen zu bewahren, vor allem aber Stellung zu nehmen gegen die sich neuerdings häufenden Weltausstellungs-Projekte im Auslande. (Zeitschrift f. Deutschlds. Buchdrucker.) Gestohlener Nembrandt. — Aus dem Palais des Grafen Branicki in Warschau ist ein Gemälde Rembrandts, das einen Greisenkopf darstellt, gestohlen worden. Sein Wert wird auf etwa 100 000 geschätzt. * Kunstausstellung. — Im Kunstsalon Paul Cassirer in Berlin, Viktoriastraße 35, wird am Mittwoch, 26. Oktober, eine Ausstellung von Werken des Malers Vincent van Gogh eröffnet werden. Aus München. Tarifbetvegnng im Buchbindergewerbe. (Vgl. Nr. 245 d. Bl.) — Der kürzlich vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts mit denBertretern derJnnung vereinbarte proviso rische Tarifvertrag, dem die Gehilfenversammlung ihre Zustimmung erteilt hatte, ist von der Jnnungsversammlung abgelehnt und dafür ein Tarifentwurf in Vorlage gebracht worden, nach dem die Gehilfen bis zum sechsten Jahre nach Beginn der Lehrzeit je nach Leistung bezahlt werden sollen; nach dieser Zeit soll der Stundenlohn betragen bis zum 1. Oktober 1911 42 H, bis 1912 43 H und bis 1913 45 H. Arbeiterinnen sollen den allgemein üblichen Lohn erhalten. Eine demnächst stattfindende Gehilfen versammlung wird zu diesem Tarifentwurf Stellung nehmen. (Münchener Neueste Nachrichten vom 21./X. 1910.) * Akademische Forschungsinstitute. (Vgl. Nr. 239, S. 12041 d. Bl.) — Uber die von Seiner Majestät dem Kaiser beim Jubi läum der Universität Berlin angeregten akademischen Forschungs institute, die aus den Mitteln der Kaiserlichen Gesellschaft der Wissenschaften an deutschen Hochschulen errichtet werden sollen verbreitet sich in sehr interessanter Weise im neuesten Hefte der »Woche« der künftige Rektor der Universität Leipzig, Herr Ge heimer Hofrat Professor vr. Lamprecht. Die Leipziger Hoch schule verdankt der jahrelangen unermüdlichen Werbearbeit Lamprechts die Errichtung des im vorigen Jahre eingeweihten »Instituts für Kultur- und Universalgeschichte«, das in seiner ganzen Anlage dem Plane der vom Kaiser warm befürworteten Forschungsinstitute entspricht. Es lohnt sich wohl zu hören, was der Schöpfer dieses Leipziger Forschungsinstituts zu der hohen Förderung des von ihm bereits verwirklichten Gedankens zu sagen hat. Die Lamprechtschen Ausführungen zeichnen sich durch inter essante, temperamentvolle Darstellung aus und sind von hoher idealer Auffassung,wissenschaftlicher Ausgaben getragen. Internationaler Katalog der gesamten naturwissen schaftlichen und medizinischen Literatur. — Als ein »Riesen unternehmen der Wissenschaft« bezeichnen die »Hamburger Nachrichten« die Katalogisierung der gesamten naturwissenschaft lichen und medizinischen Literatur durch den von der ko^al Looiet^ in London herausgegebenen International OataloZue ot Loievtiüo viterature, ein Unternehmen, das von Deutschland in tat kräftigster Weise unterstützt wird. Zu diesem Zweck ist das »Bureau der internationalen Bibliographie der Naturwissenschaften« in
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