28g, 14. Oktober 1810. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt I b- Dlichn. Buchhandel. 12071 Verlag von Egon Fleischel SL Co., Berlin W 9 machte er zuerst den Griqua-Aufstand mit, dann bis 1901 den Burenkrieg. Eine Unterbrechung erfuhr der Aufenthalt in Afrika nur durch die Ableistung der einjährigen militärischen Dienstpflicht in Deutschland. Alsbald zog es den Reisenden wieder hinüber in das Land seiner Sehnsucht, das er als Mitglied der Barvtse Native Police auf verschiedenen Expeditionen, u. a. zur Quelle des Kabompo durchstreifte. Im Jahre 1906, als das Regiment, in welchem Schomburgk diente, aufgelöst wurde, begann die Zeit seiner großen selbständigen Reisen, die der junge Forscher alle aus eigenen Mitteln, ganz auf sich selbst gestellt, gestützt auf seine vieljährige afrikanische Erfahrung, ausgeführt hat. Es ist erstaunlich, welch ein reiches Material Schomburgk heim gebracht hat. Aus seinem Buche geht zur Evidenz hervor, daß er alle Eigenschaften besitzt, die den Forscher ausmachen: eine eminente Beobachtungsgabe, Wissen, hohen persönlichen Mut und zu allem noch die Gabe der Schilderung. Eine nicht zu unterschätzende Zugabe bilden die vielen prachtvollen Naturaufnahmen, für die der Reisende zur Belebung seiner Erzählung gesorgt hat. Alle diese zum Teil verblüffenden Aufnahmen von Völkertypen, Landschaften und wilden Tieren sind tatsächlich mit einer einfachen Landkamera geknipst, aber sie halten den Vergleich mit Aufnahmen aus, die nur mit den kompliziertesten Instrumenten erreicht wurden. Zunächst unternahm Schomburgk in Begleitung des Lauptmanns Lemming vom East Lancashire-Regiment eine Reise nach Angola und erforschte das gänzlich unbekannte Land der Wa' Lunda südlich von den Wasserscheiden des Kongo und Zambesi. Die Expedition war mit kolossalen Strapazen, Schwierigkeiten durch feindliche Eingeborene und den Anbilden einer achtmonatigen Regenzeit verknüpft. Die Reise ging durch Nordwest-Rhodesia, den Kongo, Nordost-Rhodesia, die zentralafrikanischen Seengebiete und nach Deutsch-Ostafrika. Lier gelang es den Reisenden, einen jungen Elefanten zu fangen, aufzuziehen und später wohlbehalten nach Europa zu bringen. Diesen ersten nach Europa gelangten ostafrikanischen Elefanten kann man sich jetzt bei Lagenbeck in Stellingen vorstellen lassen. Neben der Laupt- expedition figurieren verschiedene große Jagdreisen, wie denn die Jagd auf Großwild in dem Werke Schomburgks eine hervorragende Rolle spielt. In diesen herrlichen Schilderungen erkennt man den erfahrenen Jäger, der durch Über windung ungeheurer Schwierigkeiten zu Erfolgen zu schreiten weiß, ein Jäger, der sich in zwölf jährigem, afrikanischem Aufenthalt eine genaue Kenntnis von allem erworben hat, was mit der Jagd in Afrika zusammenhängt. Als Elefantenjäger besitzt Schomburgk zurzeit wohl kaum einen Rivalen, aber auch an genauer Kenntnis der Lebensgewohnheiten dieses Tieres wird ihn so leicht keiner überbieten. Sehr angenehm berührt die Bescheidenheit des Verfassers, der zuweilen auch über große Leistungen spielend hinweggeht. Der Erfolg seiner großen Reise hängt im wesent- lichen mit dem Verständnis zusammen, welches der Forscher in der Behandlung der Eingeborenen entwickelte. Carl Lagenbeck sagt in seinem Vorwort: „Ich kann nicht anders glauben, als daß das interessante flott und natürlich geschriebene Buch auf alle Leser den selben fesselnden Eindruck machen wird, den es in mir hinterlassen hat. Mit diesem Nachwuchs von Afrikaforschern kann Deutschland zufrieden sein." Alles in allem ein hervorragendes, interessantes und belehrendes Reisebuch, das sich auch für die reifere Jugend vorzüglich zur Anterhaltung und Belehrung eignet und einen Platz in der Schülerbiblivthek aller höheren Lehranstalten verdient. Ein bedeutendes afrikanisches Reisewerk