Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.10.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-10-14
- Erscheinungsdatum
- 14.10.1910
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19101014
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191010140
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19101014
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1910
- Monat1910-10
- Tag1910-10-14
- Monat1910-10
- Jahr1910
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
.tz 23S. 14. Oktober 1910. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel 12041 XV. 3abrA. 19, 1. OktodsrOyio. ^^8^1041-1096?" 8>ckoni6Qstr. 28. 8°. 28 8. w. ^bdilckunßsn. 242 kirn. Hänsel und Gretels Weihnachtsfest. Weihnachtsfestspiel in 3 Bildern von Carl Rühle. I. Bild: Düstere Wald gegend. II. Bild: In der Hexenküche. III. Bild: In der Be hausung des Besenbinders. Mit einem Choral, drei Weih nachtsliedern und einem Hexentanz. Die Musik zu letzterem, komponiert von Hermann Necke, ist im Texte eingedruckt. Die Musik zu den Weihnachtsliedern befindet sich in Carl Rühle's Weihnachtsalbum Band l. Preis 1 no. 8". 32 S. Leipzig Carl Rühle's Musikverlag. Preis 60 no. Der Senior-Chef von Carl Rühle's Musikverlag in Leipzig, Herr Carl Rühle, hat oben verzeichnetes hübsches Weih nachtsfestspiel verfaßt. Geschickt verwebt er das Märchen von Hänsel und Gretel mit den Weisen aus dem Morgenlande und einem lieblichen Elfenspiel, auch Knecht Ruprecht tritt auf. Frau Holle und Weihnachtsgnomen aller Art Die Errettung von Hänsel und Gretel erfolgt hier nicht durch das tapfere Hänselein, sondern die Elfenkönigin verscheucht die garstige Hexe durch das schöne Weihnachtslied: »Stille Nacht, heilige Nacht« und läßt sie dann gebunden in die »Wolfsschlucht« werfen. Die Verse des Festspiels sind leicht und flüssig, sie werden von den kleinen Schauspielern schnell behalten werden. Daß der Verfasser seinen Schiller mit Er- folg gelesen hat, merkt man aus dem Gesang der drei Weisen deutlich. Das anmutige Festspiel wird Darstellern und Zu schauern viel Vergnügen bereiten. Vom Berliner Universilälsjubilaum. — Aus der Rede Sr. Majestät des Kaisers bei der Jubiläumsfeierlichkeit ist folgende Stelle hervorzuheben: »Der Plan Humboldts, der über die Universität hinaus die Gesamtheit wissenschaftlicher Veranstaltungen umfaßte, ist noch nicht voll zur Wirklichkeit geworden, und diese weihevolle Stunde erscheint Mir vorzugsweise dazu berufen, die Vollendung dessen anzubahnen, was ihm als Endziel vorgeschwebt hat. Sein großer Wissenschaftsplan verlangt neben der Akademie der Wissenschaften und der Universität selbständige Forschungs institute als integrierende Teile des wissenschaftlichen Gesamt organismus Die Gründung solcher Institute hat in Preußen mit der Entwicklung der Universitäten nicht Schritt gehalten, und diese Lücke, namentlich in unserer naturwissenschaftlichen Ausrüstung, wird infolge des gewaltigen Aufschwungs der Wissenschaften immer empfindlicher. Wir bedürfen Anstalten, die über den Rahmen der Hochschulen hinausgehen und, unbeeinträchtigt durch Unterrichts, zwecke, aber in enger Fühlung mit Akademie und Universität, lediglich der Forschung dienen. »Solche Forschungsstätten tunlichst bald ins Leben zu rufen, erscheint Mir als eine heilige Aufgabe der Gegenwart, und Ich halte es für Meine landesväterliche Pflicht, das allgemeine Inter esse für dieses Unternehmen zu erbitten. Das hohe Ziel erfordert große Mittel und kann nur erreicht werden, wenn alle an dem Fortschritt der Wissenschaft und der Wohlfahrt des Vaterlandes interessierten Kreise bereit sind, an der bedeutungsvollen Aufgabe mitzuarbeiten und für sie Opfer zu bringen. Jedermann möchte Ich daher heute das neue Ziel mit der eindringlichen Mahnung »l'uu reg axiiur« vor Augen stellen und ans Herz legen. Ich hoffe und vertraue fest, daß das Werk gelingen wird, sind Mir doch auf eine nur im engen Kreise erfolgte Bekanntgabe des Planes hin schon jetzt aus den verschiedenen Teilen des Landes mit be geisterten Zustimmungsäußerungen sehr ansehnliche Mittel, zwischen neun und zehn Millionen, zur Verfügung gestellt worden. Den opferwilligen Gebern auch an dieser Stelle Meinen wärmsten Dank auszusprechen, ist Mir herzliches Bedürfnis. Börsenblatt für ben Deutschen Buchhandel 77. Jrhraang. »Um dem Unternehmen aber dauernde Förderung zu sichern, ist es Mein Wunsch, unter Meinem Protektorat und Namen eine Gesellschaft zu begründen, die sich die Errichtung und Erhaltung von Forschungsinstituten zur Aufgabe stellt. Dieser Gesellschaft werde Ich gern die Mir dargebotenen Mittel überweisen. Daß den zu gründenden Instituten, soweit erforderlich, auch staatliche Hilfe nicht fehle, wird die Sorge Meiner Regierung sein. »Möge so der heutige Tag nicht nur ein Jubiläumsdatum der Berliner Universität, sondern zugleich eine weitere Stufe in der Entwicklung deutschen Geisteslebens bedeuten«. Am zweiten Festtag des hundertjährigen Jubiläums wurden die Ehren-Promotionen verkündet. Entgegen dem sonst üb lichen Brauch hatte diesmal die juristische Fakultät den Vortritt, die als ersten Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. zum vr. juris utriuLgus b. o. promovierte. Von den weiteren Promotionen dieser Fakultät wird unsere Leser ganz besonders die Auszeich- nung unseres hochgeschätzten Mitarbeiters, des Herrn Professors Ernst Röthlisberger, Dozenten der Rechte an der Universität Bern und Sekretärs des internationalen Bureaus für geistiges Eigentum (Berner Literar-Konvention) erfreuen, der wegen seiner hervorragenden Verdienste um das Urheberrecht und seinen internationalen Schutz zum Ehrendoktor ernannt wurde. Wir beglückwünschen den kenntnisreichen und mit unserer Redaktion in Treue verbundenen Mitarbeiter zu dieser wohlverdienten Ehrung aufs herzlichste. — In der medizinischen Fakultät wurden drei Künstler durch die Verleihung des Ehren doktors ausgezeichnet, »weil nichts den kranken Menschen heben und erheitern kann, als wahre Kunst.« Die Namen dieser Künstler sind Hans Thoma, Max Reger uud der Altmeister deutschen Humors, Wilhelm Raabe. Ihre Promotion wurde mit allgemeinem Beifall begrüßt. — Auch der Leipziger Buch handel hat der Universität zu ihrem Jubiläum großherzig ge dacht. So die Firma Johann Ambrosius Barth durch Zu wendung einer Barsumme von 10 000 und aller medizinischen Werke ihres Verlages, ferner die Verlagshandlung B. G. Teubner mit wissenschaftlichen Werken im Werte von 10 000 die Akademische Verlagsgesellschaft und auch der Jnsel- verlag mit einer reichen Kollektion ihrer Verlagswerke. Zur Sammlung aller dieser Gaben soll, wie Professor Kahl mitteilte, ein Universitätsmuseum gebildet werden, für das 1)r. Eduard Simon bereits den Grund gelegt hat (siehe Börsenblatt Nr. 236). Die Stiftung des Herrn Geheimen Hofrats Prof. Dr. Hans Meyer (in Fa. Bibliographisches Institut) haben wir bereits (in Nr. 234) mitgeteilt. Dersonalnachrichten. Johannes Friedrich Dürr (vgl. Bbl. Nr. 236). — Der Beisetzung des verstorbenen Verlagsbuchhändlers Johannes Friedrich Dürr ging am 11. Oktober abends eine Trauerfeier in seiner Villa in Gaschwitz voraus. Herr Pastor Mühlhausen von der reformierten Kirche in Leipzig hielt die Trauerrede, der er den Sp uch 5. Mos. 2. Kap , 7 zugrunde legte: »Der Herr dein Gott hat dich gesegnet in allem, was du unternahmst. 40 Jahre sind es nun, die Gott mit dir ist, an nichts hat es dir gefehlt.« Nicht eine Lebensbeschreibung im eigentlichen Sinne gab der Redner, sondern er skizzierte das Leben, Streben und Wirken des Verstorbenen. Es sei bekannt, daß der Dahingeschiedene seiner Person zuviel zugemutet habe und seit Jahren bereits an nervöser Überreiztheit litt. — Nach ärztlicher Untersuchung ist die plötzliche Reaktion auf eine Entzündung der Gehirnweichteile zurück zuführen, die jäh zum Durchbruch gekommen war. — Der frühere langjährige Prokurist der Dürrschen Buchdruckerei Herr Haußmann sprach dann im Namen des gesamten Personals. Er schilderte den verstorbenen Chef als die Seele des Geschäfts; durch seine eiserne Willenskraft und Schaffensfreudigkeit habe er alle anderen zum freudigen Schaffen angeregt. Tiefbewegt rufe ihm das ge samte Personal ein Ruhe sanft! und Habe Dank! in die Ewigkeit nach. Herr Pastor v. tbsol. Schiele-Berlin schilderte den Ver storbenen als lebensfreudige Natur, deren Arbeit von Erfolg und Ehren begleitet war bis zu jenem Tage, der sein letzter ward. Gaschwitzer Schulkinder, die ihn so oft fröhlich grüßten, sangen dem Toten dann einen Scheidegruß. Auch die Beerdigung am folgenden Tage auf dem Johannis- 1663
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder