(R. Linnemann) in Leipzig K w In einer dritten Abteilung finden sich wiederum drei Schriften vereinigt, von denen eine jede Wagners Kulturtätigkeit von einer bestimmten Seite am Werke zeigt: die erste gilt der reinen Kunst, die zweite der Kunst im Zusammenhang des Lebens, die dritte dem Leben, wie es das Auge des Künstlers erblickt. In der Schrift über die Neunte Symphonie Beethovens sehen wir den noch jugendlichen Meister höchste, gottgegebene Kunst gegen Stümper und Neider durchsetzen, dem ganzen deutschen Volk zum Leil; in dem „Brief über die Goethestiftung" lernt der Leser einen der vielen Ansätze zu jenem Fest- spielgedanken kennen, der grundlegend für Wagners Auffassung der Kunst und somit auch der Kultur ist — denn nur aus dem Ernst unermüdlicher Arbeit kann die Möglichkeit hervorgehen, ein als heilig erkanntes Ziel zu erreichen —, nicht aus Theaterspekulationen; wie aber dieser Ernst und diese Selbst losigkeit aufzufaffen sind, sobald wir die Kunst nicht als egoistische Sondererscheinung, sondern als einen Ausdruck des wahrhaftig — innerlich und äußerlich — gelebten Lebens erkennen, das ersieht der Leser aus der Abhandlung über die Vivisektion, in bezug auf Stil Prägnanz, Einfachheit, Klarheit, Kraft vielleicht das Äöchste, was Wagner in der stummen Prosa des gedruckten Wortes geleistet hat." Die Auslieferung des Bandes, den wir dem Sortiment wohl nicht besonders ans Äerz zu legen brauchen, erfolgt ausschließlich durch den Insel-Verlag. Die Bezugs- Bedingungen sind: bar 33'/z o/g und 11/10 Exemplare oder von 50 Exemplaren an mit 45°/g, in Pappband und Leder gemischt, die Einbände der Leder-Eremplare mit 30°/«. Bedingt können wir — wenn überhaupt — nur bei gleichzeitiger Barbestellung und nur in beschränktem Amfange liefern. Leipzig, Ende September 1910 Der Insel-Verlag und C. F. W. Siegel (N. Linnemann)