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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.08.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-08-18
- Erscheinungsdatum
- 18.08.1910
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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9362 Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 190, 18. August 1910. genommenen Sinn verstehe, so würde sie doch mindestens von einem anderen Teil des Publikums in dem diesseits vertretenen Sinne aufgefaßt werden müssen und auch aufgefaßt werden; zum mindesten würde sie also eine mehrfache Auslegung zu lassen, mehrdeutig und hierdurch irreführend und für einen Teil des Publikums unrichtig sein. Die Angabe des Beklagten ist auch geeignet, den Anschein eines besonders günstigen An gebots hervorzurufen, da derjenige, der bei ihm bestellte Druck sachen selbst anfertigt, diese billiger liefern kann als derjenige, der sie durch einen Dritten Herstellen läßt. Die Angabe des Beklagten ist aber unzweifelhaft geeignet, den Anschein zu er wecken, als ob der Beklagte die bei ihm bestellten Drucksachen zu denjenigen Preisen liefere, wie ihn ein Selbsthersteller von Drucksachen zu berechnen pflegt. Hierdurch schädigt er die bestellte Drucksachen selbst anfertigende Konkurrenz; der Käufer muß glauben, bei ihm (dem Beklagten) ebenso billig be dient zu werden, wie bei jener, und insofern ist seine Angabe geeignet, den Anschein eines besonders günstigen Angebots hervor zurufen. Nach alledem ergibt sich die Verpflichtung des Be klagten, die bisher von ihm gemachte unrichtige Angabe zu unter lassen, und er war daher unter Abänderung des angefochtenen Urteils wie geschehen zu verurteilen. Seine Kostenpflicht folgt aus § 91 der Zivilprozeßordnung, die Entscheidung betreffs der vorläufigen Vollstreckbarkeit beruht auf § 711 daselbst. Der Wert des Streitobjekts war auf 1000 ^ festgesetzt. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts ist demnach in der vorliegenden Streitsache als endgültig anzusehen. (Papier-Zeitung.) «Handels- und Gewerbekammern im Königreich Sachsen. — Das Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen (1910, 14. Stück vom 11. August) veröffentlicht folgende zu weiterer Ausführung des Gesetzes vom 4. August 1900, die Handels- und Gewerbekammern betreffend; vom 26. Juli 1910. In teilweiser Abänderung der Verordnung vom 22. Juli 1901 (G.- u. V.-Bl. S. 102) wird folgendes bestimmt. Die §8 5 und 6 der Ausführungs-Verordnung vom 16. August 1900 (G.- u. V.-Bl. S. 873 flg.) haben zu lauten: 8 5. Die Zahl der Mitglieder wird vom 1. Januar 1911 ab bis auf weiteres festgesetzt für die Handeskammer Dresden . . auf 30, Chemnitz . . .. 26, Leipzig . . . „ 21, Plauen . . . „ 25, Zittau . . . „ 16, „ „ Gewerbekammer Dresden . . 24, „ „ „ Chemnitz . . 21, Leipzig . . . „ 18, Plauen . . . 18, ,, ,, „ Zittau . . . „ 15. Bei den Hauptwahlen für die Gewerbekammern zwei Drittel aus dem Kreise der Handwerker, ein Drittel dem Kreise der übrigen zur Gewerbekammer wählbaren werbetreibenden zu wählen. 8 6. Wie bereits früher im Bezirke Leipzig und seit 1. Januar 1902 in den Bezirken Dresden, Chemnitz und Plauen bilden vom 1. Januar 1911 ab auch im Bezirke Zittau die Handels kammer und die Gewerbekammer je eine von der anderen getrennte Körperschaft. Bei jeder dieser Kammern ist die Geschäftsführung eine gesonderte, und jeder ist eine gesonderte Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben und eine gesonderte Rechnungsführung ohne einen darauf gerichteten Antrag ge stattet. Dresden, am 26. Juli 1910. Für den Minister: (gez.) vr. Roscher. (gez.) Rudolph. * Postscheckkonten. (Vgl. Nr. 60, 62, 54, 65, 56, 68, 69, 61, 68, 73, 81, 88,90, 91, 92, 139, 143, 144, 162 d. Bl.) — Weiter ge meldetes Postscheckkonto: Firma: Postscheckamt: Konto-Nr. Lipsius L Tischer (Kiel) Hamburg 33 Personalnachrichten. Gestorben: am 14. August nach langem, schwerem Leiden im dreiund vierzigsten Lebensjahre der Buchhändler Herr Hermann Limbach in Leipzig, langjähriger treuer Mitarbeiter im Hause Rob. Forberg. Professor vr. Ernst Martin -f. — Einer unserer ausge zeichnetsten Germanisten, Professor vr. Ernst Martin, ist am 13. August in Straß bürg der Krankheit erlegen, die ihn im April d. I. genötigt hatte, sich von der Straßburger Universitäts kanzel der deutschen Sprache und Literatur zurückzuziehen und damit eine siebenundvierzigjährige überaus fruchtbare Lehr tätigkeit zu beschließen. Martin war in Jena am 6. Mai 1841 geboren und stand somit im siebzigsten Lebensjahre. 1863 wurde er Gymnasiallehrer in Berlin, 1866 Privatdozent in Heidelberg, 1868 kam er als Professor der deutschen Sprache und Literatur nach Freiburg im Breisgau, 1874 nach Prag, und seit 1877 lehrte er in Straßburg. Martin hat sich mit gleich starkem Erfolge auf dem Felde der älteren deutschen Literatur, insbesondere der mittelhochdeutschen, und der Geschichte der neueren Dichtung, der er als Goetheforscher besonders nahe stand, betätigt. Mit gründlichstem linguistischen und historischen Wissen ausgerüstet, erwarb er sich große Verdienste um die Aufhellung der sprach- und sagengeschicht lichen Zusammenhänge zwischen älterer deutscher, niederländischer und altfranzösischer Dichtung. Aus den genannten Gebieten ver anstaltete er kritische Ausgaben von »Alpharts Tod«, »Dietrichs Flucht«, »Rabenschlacht« (Bd. 2 des »Deutschen Heldenbuchs«, visu« (1869>, »duillaums Is Olsre, I'srAUZ« (1872), »Kudrun« (2. Ausl. 1902), »Reinaert« (1874), »Hermann von Sachsen heim« (1878), »I^s Kowall äs ksvart« (3 Bände, 1882—1887). Mit Brink, Erich Schmidt und Brandl gab Martin die »Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker« heraus (1870) nud behandelte darin die Geschichte der Gralsage. Mit solcher Wiederbelebung des Heldenliedes und wichtigen quellengeschichtlichen Untersuchungen vereinigte Martin das Bestreben, die Geschichte älterer deutscher Dichtung in besonderen Landschaften, namentlich in den national bedrohten Gebieten Böhmens und des Elsaß, in deren Zentren ihn seine Tätigkeit versetzt hatte, auf feste Grundlagen zu stellen. In Prag, wo er auch als stramm deutscher Mann die lebhaftesten Sympathien genoß, begründete er die »Bibliothek der mittel hochdeutschen Literatur in Böhmen«. Von Strahburg aus gab er mit Erich Schmidt die Elsässischen Literaturdenkmäler (1878), mit W. Wigand die Straßburger Studien (1882), mit H. Lien hardt das Wörterbuch der elsässischen Mundarten (1897) und endlich seit 1885 das Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Literatur Elsaß - Lothringens heraus. Überdies sind dem rastlos tätigen Manne die Vollendung der Wackernagelschen Literaturgeschichte (1894) und eine vortreffliche mittel hochdeutsche Grammatik (1896) zu danken. Martin griff nach vielen Seiten aus und betätigte überall die Zuverlässigkeit des streng wissenschaftlichen Forschers, dem unanfechtbare Ergebnisse zu danken sind. Als Lehrer erfreute er sich der größten Be liebtheit, die er ebensowohl durch seinen lichten Vortrag wie durch seine liebenswürdigen menschlichen Eigenschaften sich er warb, und die dadurch noch gesteigert wurde, daß er in seiner geistigen Arbeit, wie in seiner sozialen Haltung ein starkes Nationalgefühl betätigte. Im Elsaß, wo er zu den tat kräftigsten Mitgliedern des Vogesenklubs gehörte, die Goethe- Erinnerungen nachhaltig pflegte und an der Schöpfung des Goethedenkmals den Hauptanteil hatte, war er auch die Seele der Abwehrkämpfe gegen die Verwelschung und stellte in der Polemik mit Abbs Wetterls seinen Mann. Sowohl seine hoch bedeutenden Leistungen auf literarhistorischem und sprachgeschicht- lichem Gebiete als auch sein rastloses Wirken für die tiefinnerliche Stärkung des Nationalgefühls sichern ihm einen rühmlichen Platz l in unserer Gelehrtengeschichte. (Vossische Zeitung.)
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