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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.07.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-07-26
- Erscheinungsdatum
- 26.07.1910
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- Deutsch
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Vereinigung. Alle Ansprachen gaben beredten Ausdruck von der Wertschätzung, deren sich die Verlagsbuchhandlung wie auch die Familie Boltze in den weitesten Kreisen erfreut Am Festtage selbst brachte eine Deputation des Vogesenllubs, bestehend aus den Herren Nicolas Schlumberger und Oberlehrer Atorf, die Glückwünsche der Vogesenklubsektion, um die sich Herr Boltze als langjähriger Schatzmeister der Sektion Gebweiler hochverdient gemacht hat. Sie überreichten im Namen des Vogesenklubs ein prachtvolles Gemälde des Kunstmalers Martin in Mülhausen, ein Motiv aus den Vogesen darstellend. Herr Nicolas Schlum- berger betonte in seiner Ansprache, daß der Verein glaube, so am besten dem großen Interesse, das Herr Boltze den Bestrebungen des Vogesenklubs entgegenbringe, Ausdruck zu verleihen. Um 1 Uhr nachmittags versammelten sich in der Villa Boltze eine Reihe Autoren und gute Freunde. Herr Kreisdirektor v. Rzewuski überreichte Herrn Boltze den ihm von Seiner Majestät dem Kaiser verliehenen Roten Adlerorden 4. Klasse. In einer herzlichen Ansprache feierte er die Verdienste des Jubilars, der eine wertvolle Lebensarbeit unter den schwierigsten Verhältnissen begonnen und erfolgreich durchgeführt habe. Er wies auf die vielen Verdienste der Firma um Schule und All gemeinheit hin, die sie allmählich zu der bedeutendsten des Landes werden ließen. Durch Verleihung des Ordens wolle Seine Majestät der Kaiser nicht nur die wohlverdiente Anerkennung, sondern auch seinen Kaiserlichen Dank für die gemeinnützige Tätigkeit zum Ausdruck bringen. Herr Schulinspektor Otto trug ein von ihm verfaßtes Gedicht vor, das vor allem das harmonische Zusammenleben des Jubelpaares besang. Sein Lied klang aus in ein Hoch ouf die Familie Boltze. Herr Geh. Regierungsrat Or. v. Oesterley überbrachte die Grüße des Herrn Unterstaats, sekretärs Mandel und gab in einer warm gehaltenen Ansprache dem Wunsche Ausdruck, daß der Sohn Boltze, der schon jetzt zur Hauptstütze des Geschäfts geworden sei, stets in den Fußtapfen seines verdienstvollen Vaters wandeln und das Unternehmen zu neuen Erfolgen führen möge. Herr Direktor Or. Moll feierte schön und wirkungsvoll Frau Boltze, die er als den guten Stern des Hauses pries. Zu dem Doppelfeste waren von nah und fern zahlreiche Glückwunschschreiben, Telegramme und viele Blumenspenden eingetroffen, ebenso sind der Familie Boltze bei dem festlichen Anlaß zahlreiche Kunstwerke gewidmet worden. Auch das Per sonal hat den Jubeltag des Hauses Boltze durch seine Aufmerk samkeit verschönt, indem es einen prachtvollen silbernen Pokal stiftete und mit einem sinnigen Gedicht überreichte. Die allge meine herzliche Teilnahme an der Jubelfeier ist der beste Beweis für die Bedeutung des Lebenswerkes des Herrn Boltze. Der schönste Lohn für sein unermüdliches Streben ist ihm aber in der erfreulichen Entwicklung seines Unternehmens und in einem vierzigjährigen idealen Zusammenleben an der Seite einer liebe vollen Gattin zuteil geworden. Möge der Glücksstern über dem Hause Boltze nie erblassen! Das sei der herzliche Wunsch zur zweifachen Jubelfeier! * Gestorben: am 22. Juli im fünfundsechzigsten Lebensjahre unser Berufs genosse, Herr Verlagsbuchhändler Geheimer Kommerzienrat Or. Gustav Fischer in Jena Der Verstorbene war ein feingebildeter, kenntnisreicher und liebenswürdiger Kollege, ein hervorragend tüchtiger Geschäfts mann, in weiten Kreisen der Wissenschaft und der Literatur bekannt und hochgeachtet. Dem alten, ihm überkommenen Friedrich Mauke'schen Verlage hat er durch seine Tüchtigkeit größte Bedeutung und eine in der Wissenschaft und im Buch handel hochangesehene Stellung verschafft. Die philosophische Fakultät der Universität Jena und später die medizinische Fakultät der Universität Freiburg i/Br. anerkannten seine großen Ver dienste um Verbreitung der Wissenschaft durch seine Erhebung - zum Ehrendoktor. Gustav Fischer war im Jahre 1846 in Altona geboren. Seine berufliche Ausbildung empfing er bei Friedrich Frommann in Jena, in der Literarisch-Artistischen Anstalt der I. G. Cotta'schen Buchhandlung in München, in der Hirt'schen Sortiments-Buch handlung (Max Mälzer) in Breslau und bei W. Mauke Söhne, vormals Perthes-Besser L Mauke in Hamburg. Am I. Oktober 1871 übernahm er gemeinsam mit Heinrich Wichern die letzt genannte angesehene Buchhandlung in Hamburg, schied aber am 1. Januar 1878 aus dieser Firma aus und übernahm an dem selben Tage aus dem Konkurse von Hermann Dufft in Jena dessen bedeutenden (ehemals Friedrich Mankeschen) Verlag. Er gab seinem Verlagsgeschäft die Firma Gustav Fischer. Auf dem vor handenen reichen Grundstock hat er weitergebaut und in der Folge der Jahre zahlreiche bedeutende Namen und wertvollste Werke aus weiten Gebieten der Wissenschaft, insbesondere der Naturwissenschaft, der Medizin, der Rechts-, Staats- und Volks wirtschaft hinzugefügt. Große Bändereihen wissenschaftlicher Handbücher, gediegene fachwissenschaftliche Zeitschriften bilden den Kern seines neugeschaffenen Verlages und viele Einzelwerke von Bedeutung, dein Buchhandel bestens bekannt, reihen sich an. Auch um die Förderung der kommunalen Angelegenheiten seiner Stadt war der arbeitsfrohe Mann mit großem Ernst be müht. Die Stadt Jena verliert in ihm ihren Ehrenbürger. Immer hilfbereit und opferfreudig hat er seine reiche Erfahrung, sein kluges Urteil auch gern in den Dienst des buchhändlerischen Gemeinwohls gestellt. 1889 trat er in den durch die neuen Satzungen des Börsenvereins geschaffenen Vereinsausschuß des Börsenvereins ein und führte von.1894 bis 1895 dessen Vorsitz. 1893 war er zugleich im Außerordentlichen Ausschuß für das Börsenblatt tätig, 1904 im Außerordentlichen Ausschuß zur Be ratung einer Satzungsänderung im Börsenverein, seit 1906 ge hörte er der Historischen Kommission des Börsenvereins an. * Gestorben: am 23. Juli nach längerem schweren Leiden Fräulein Thekla Wigand in Leipzig, Mitinhaberin und Gesell schafterin der von ihrem Vater gegründeten Verlagsbuch handlung und Buchdruckerei (jetzigen Gesellschaft mit be schränkter Haftung) Otto Wigand. Die Verstorbene hat der hochangesehenen Firma seit Jahr- zehnten angehört und ihr dauernd die regste Aufmerksamkeit zu gewandt. Mit treuer Fürsorge hat sie im Sinne ihres Vaters das Wohlergehen jedes einzelnen Angehörigen des großen Personals verfolgt und allen Angestellten mit Rat und hilf- bereiter Tat freundlich zu Seite gestanden. * Gestorben: am 24. Juli der Vuchdruckereibesitzer und Verlagsbuchhändler Herr Ernst Theodor Naumann, ältester Mitinhaber der geachteten Firma C. G. Naumann in Leipzig. Der Verstorbene übernahm am 2. Januar 1869 gemeinsam mit seinem Bruder Constantin Georg Naumann die nach dem Tode des Vaters Carl Gustav Naumann (1862) an die Witwe Frau Louise Naumann übergegangene (1802 von Joh. Christoph Weber gegründete) große Buch- und Akzidenz druckerei, die sich namentlich im Druck von Wörterbüchern Ruf erworben hatte. Der geschäftliche Aufschwung in den siebziger Jahren vorigen Jahrhunderts führte dazu, daß sich das Geschäft mehr und mehr zu einem Spezialgeschäft im Akzidenzdruck entwickelte, in dem es Vorzügliches geleistet und große Bedeutung gewonnen hat. Daneben hat die Firma sich auch im Verlagsbuchhandel erfolgreich betätigt. Insbesondere waren es die Werke Friedrich Nietzsches, die dem Verlage Be deutung gaben, aber auch auf wissenschaftlichem, belletristischem und technischem Gebiete vereinigte er eine Reihe wertvoller Werke. Der Verstorbene hinterläßt das Andenken eines tüchtigen Geschäftsmannes und persönlich verehrungswürdigen Kollegen. * Leopold Delisle -s. — Der bekannte Paläologe und frühere Generaldirektor der Nationalbibliothek in Paris Leopold Delisle ist dieser Tage im Alter von 84 Jahren gestorben. Delisle hat von 1874 bis 1905 die Leitung der französischen -Nationalbibliothek innegehabt und sich um deren Organisation verdient gemacht. Zahlreiche gediegene Arbeiten auf den Ge bieten der Geschichte, Paläographie und der Bibliographie sichern ihm dauerndes ehrenvolles Gedenken. 1902 wurde er vom Kaiser Wilhelm durch Verleihung der Großen Goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft und 1906 durch den Orden ?our Io wörits ausgezeichnet. Seit 1857 war Delisle Mitglied der französischen Akademie.
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