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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.06.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-06-21
- Erscheinungsdatum
- 21.06.1910
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- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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140, 21. Juni 1910, Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. 7350 brechendes Vorgehen für die Renaissance der Buchausstattung hier nicht mehr gewürdigt zu werden braucht, ausgelegten Bücher brauchen wir dem deutschen Buchhandel kaum noch etwas zu sagen, aber man ist einigermaßen erstaunt über die Quantität der von dieser Firma im Laufe ihrer siebzehnjährigen Verlagstätigkeit her vorgebrachten Werke, die sämtlich eine nie nachlassende Sorgfalt in typographischer Ausstattung und ein ebenso unermüdliches Streben nach Abwechslung und Originalität verraten. Zwei Tische sind mit den schönen Erzeugnissen der Ernst Ludwig- Presse, der Privatdruckerei des kunstliebenden Großherzogs von Hessen belegt, dem die Entstehung der für das deutsche Kunst gewerbe so bedeutsamen Darmstädter Künstlerkolonie zu ver danken ist. Ein Teil dieser Erzeugnisse ist dem Buchhandel durch den Jnselverlag zugänglich gemacht. Besondere Erwähnung verdienen auch die von der Ernst Ludwig-Presse ausgestellten Akzidenzdrucksachen, die in treffender Form zeigen, daß auch den sonst so vernachlässigten Einladungskarten, Menüs, Pro grammen usw. ein künstlerisches Gepräge gegeben werden kann. Von den anderen ausstellenden Verlegern seien S. Fischer (Berlin), PiperL Co. (München), Br. Cassirer (Berlin), Breitkops L Härtel, Xenienverlag und Jul. Zeitlcr (Leipzig), Hans von Weber (München), Rütten L Loening (Frankfurt a. M.) erwähnt, deren Bedeutung für die ueuerwachte Buchkunst ebenfalls hervorgehoben werden muß. Aus die von Jos. Scholz ausgelegten Bilderbücher sei gleich falls noch besonders aufmerksam gemacht. Dem Vorbilde dieses Buchdruckers, dessen Wustrationstechnik unter dem Namen Algraphie berühmt geworden ist (lithographischer Druck vermittelst Aluminiumplatten), ist die Anwendung der Forderung «Die Kunst im Leben des Kindes« auf die Jugendschriftenliteratur zum großen Teil zu verdanken, und es muß ihm dabei hoch angerechnet werden, daß er sich geflissentlich von jeglicher Massenproduktion serngehalten hat, in welche Jugendschriftenverleger sonst leicht verfallen. Der gleiche Tisch enthält auch einige prächtige Bilder bücher der Firma H. L F. S ch a f s st e i n in Köln, die ebenfalls als eine der ersten einen Umschwung in den bis dahin fabrikmäßig betriebenen Bilderbücheiverlag gebracht hat. Der Deutsche Buchgewerbeverein hat in 7 Glaskästen der Bi bliothek des Buchgewerbemuseums entnommene Bücher ausgestellt, die, wie seinerzeit auf der Weltausstellung in St. Louis, die Buch- kunstgruppe in vortrefflichster Weise ergänzen; die chronologische Anordnung erhöht ihren Wert. Zu den »Inkunabeln« der modernen Buchkunst gehören in erster Linie das 1880 ini Verlag von Jul. Stroeser in Nürnberg erschienene, von Klinger illustrierte Buch »Amor und Psyche«, das als das erste von einem modernen Künstler ausgestattete Druckwerk angesehen werden kann, Maeter lincks Schatz der Armen, mit dem der junge Diederichssche Verlagim Jahre 1898 großes Aufsehen erregte, das von Sattler illustrierte, auf Kosten des Freiherrn von Hehl in Mainz hsrge- stellte Werk von Boos: Rheinische Städtekultur <2 Bände, Verlag von Stargardt, Berlin), die Verlagswerke des Insel- Verlages und die P a n - Veröffentlichungen. Die moderne Buchkunst, zu der wir d;n Anstoß von den englischen Buchästhetikern, allen voran William Morris, erhielten, ist nunmehr in Deutsch land durchgedrungen; sie wird neben den genannten Firmen von einer ganzen Phalanx von kunstverständigen Verlegern, wie Georg Müller, Hans vonWeber,Zeitler, Axel Juncker, Fischer L Francke, fortgesetzt und dringt in den originellen, plakatartigen Buchumschlägen der Firma Lan gen, durch den Hirth schen Jugendverlag und andere moderne Verleger in die breiten Massen des Bücherpublikums. Während die im vorstehenden besprochene Sondergruppe «Buchkunst« in geschlossenen Schränken untergebracht ist, sind die sämtlichen anderen Buchauslagen, denen wir in den nun folgenden Räumen einen Besuch abstatten, offen ausgelegt, so daß die Bände vom Publikum nicht nur von außen besichtigt, sondern auch aus den Inhalt hin geprüft und durchgeblättert werden können. Hierin befindet sich die deutsche Buchausstellung in erwünschtem Gegensatz zu den Ausstellungen der französischen und belgischen Buchgewerbe aus der Lütticher Welt ausstellung des Jahres 1905, die wohl nur deshalb so wenig Be sucher fanden, weil sämtliche Bücherschränke und -tische verschlossen waren. Die Ilnzuträglichkeiten der offenen Auslage sind ja genügend bekannt, und doch sind sie mit Recht offenbar geringer veranschlagt worden als dis daraus erwachsenden Vorteile. Allerdings berührt es den Bibliophilen und den Buchhändler peinlich genug, wenn er die kostbaren Jllustrationswerke (einschließlich der der Reichs druckerei) von den unberufenen Händen der weitaus größten Zahl der Schaulustigen durchgeblättert und nicht stets mit Sorgfalt be handelt sieht, doch müssen die ausstellenden Verleger eben hiermit rechnen, wie auch mit Unterschlagungen und Umtauschgeschäften, wie sie trotz der Wachsamkeit der Aufsichtsbeamten schon in den ersten Tagen vorgekommen sind und wodurch die Firma Karl Baedeker in Mitleidenschaft gezogen wurde, an deren »Stand« ein findiger Kopf die neue Auslage eines Reiseführers gegen eine alte umgetauscht hat (gratissiino natürlich!). Die unvergleichliche Reisesllhrersammlung dieser Firma bildet den Inhalt der ersten Auslage des 7. Raumes (Buch-Kunst- und Landkartenverlag), den wir nun betreten. An der dazu gehörigen Wandfläche sind einige Karten und Stadtpläne aus derselben aus gehängt, während ein dickleibiger Quersolioband eine Zusammen stellung sämtlicher Kartenbeilagen der Sammlung enthält. Unter den ausgehängten Plänen fällt als Kuriosum ein solcher von Brüssel aus dem ersten Band der Reisebllcher, dem 1845 veröffent lichten »Belgien und Holland«, auf. Er zeigt uns, welche Ansprüche man vor 65 Jahren an ein Reisebuch machen konnte; ein darunter befindlicher Plan der gleichen Stadt aus der 1910 er Auflage veranschaulicht aufs treffendste die inzwischen erreichte Vervoll kommnung. In gleicher Weise sind den Stadtplänen von Berlin, Heidelberg, Köln und München aus dem Jahre 1842 diejenigen von 1909 gegenlibergestellt. — Der nächste Tisch enthält die bisher erschienenen vier Jahrgänge der internationalen Kunstzeit, schrist »Kunst der Gegenwart«, die von der »Internatio nalen Verlagsanstalt für Kunst und Lite ratur« in Berlin verlegt ist und deren französische Original ausgabe unter dem Titel et le Lean« (I- idrairie artistiguo internationale) schon seit Jahren sehr geschätzt ist. An der Wand zwei ganz ausgezeichnete farbige Reproduktionen (Heliogravüren) nach Velasquez und Goya aus dem gleichen Verlage. — Es folgt Dietrich Reimer (R. Vohsen), Berlin, mit mehreren geographischen und geo logischen Karten an der Wand und einem Dutzend seiner neuesten, preiswerten Reisewerke in den bekannten, durchweg verschiedenen Leinenbänden, sowie mit einem Tafelbande und zwei Textbänden des großartigen Kolonialwerkes: Deutsch- Ostasrika, Wissenschaftliche Forschungsresultate. Aus dem in der Mitte des Raumes befindlichen Tische sind von derselben Firma fünf Globen ausgestellt, darunter zwei interessante meteorologische und ein geologischer Spezialglobus. Die zweite Wand wird ein- genommen von einigen schönen, preiswerten Farbenlichtdrucken aus Leinwand in schweren, modernen Rahmen (Firma Kolbe L Schlicht in Dresden), während sich die Firmen Grote (Berlin) und Hiersemann (Leipzig) in die Tische teilen. Von ersterer bemerken wir neben den vorzüglichen, gründlichen Monographien von Ad. Hausrath (»Jesus und die neutestament- lichen Schriststeller« und »Luthers Leben«, je zwei Leinenbände) und Paul Bürcks phantastischein Album »Symphonie« mehrere von der Reichsdruckerei hergestellte Werke, so das bereits erwähnte Goya-Werk, den 15. Band von Lippmanns Zeichnungen Albrecht Dürers, vor allem aber den 4. (Schluß-) Band des Monumental- Werkes: Die Gemäldegalerie der Königlichen Museen. Dieses Werk ist nach 21jähriger Arbeit nunmehr zum Abschluß gelangt; es ist nach den verschiedensten Reproduktionsverfahren illustriert SS3»
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