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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.11.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-11-29
- Erscheinungsdatum
- 29.11.1886
- Sprache
- Deutsch
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hotte) begründet wurde. Ihr zunächst dürfte dann die von Peking kommen, die gegen 1100 Jahre alt ist. Den weiteren Ausführungen des Professor Douglas ent nehmen wir noch folgendes. In jeder Stadt des Kaiserreichs China bestehen Staatsbibliotheken; in einigen Städten befinden sich daneben Privaibibliotheken, die teilweise di von den Manda rinen verwalteten an Umfang übertreffen. So reich aber auch China an Büchersammlungen ist, so b'csitzt es doch nicht eine einzige Bibliothek, die als öffentliche bezeichnet werden könnte. Die Bibliothekskataloge sind frei gehalten von allen Romanen, Schauspielen und religiösen Abhandlungen Die Chinesen hegen eine unbedingte Mißachtung gegen Romane, die sie als »Gewäsche« bezeichnen, und Schauspiele sind lediglich für die Lektüre des gewöhnlichen Volkes und der Frauen gut; in der Theorie wenig stens haben sie nur Achtung vor dem, was wahr ist oder auf anerkannte Wahrheiten begründet ist; dagegen heucheln sie Ver achtung für jene Werke, deren Inhalt auf der Einbildungskraft und freien Erfindung beruht. Nur die von Staatswegen verfaßten Gcschichtswerke werden als authentische betrachtet, allen andern, mögen sie nach so gewissenhaft bearbeitet sein, traut man die Glaubwürdigkeit der amtlichen Veröffentlichungen nicht zu. Ebenso werden religiöse Werke aller Art, mögen sie nun buddhistische, talmudische, muhamedanische oder christliche Lehren enthalten, von den Begründern und Verwaltern der Bibliotheken unberücksichtigt gelassen. Der praktisch gesinnte Chinese findet, daß er gerade genug zu thun hat, sich mit der innerhalb seines Gesichtskreises liegenden kleinen Welt bekannt zu machen und wirft demzufolge die Untersuchung über alle Fragen der Zukunft ohne Bedenken über Bord. Einer der Hauptgründe, daß öffentliche Bibliotheken in China nicht bestehen, ist der, daß die Bücher so billig sind, daß derjenige Gelehrte oder Studierende, der sich die für sein Studium nötigen Werke nicht beschaffen kann, wirklich ein recht armer Teufel sein muß. Da somit jeder sein litterarisches Handwerks zeug selbst besitzt, so hat er keine Veranlassung, in Lesesäle zu gehen, um dort die vielleicht seit Generationen in ihren Fächern unberührt stehenden Bücher zu studieren. Leihbibliotheken giebt es in allen größeren Städten Chinas und Japans; dieselben werden von Kolporteuren von Haus zu Haus geschleppt. Romane, Schauspiele, Geister- und Liebes geschichten bilden den Inhalt dieser wandernden Bücherlager, die für etwa 1 ^ Pro Band Leihgebühr den untersten, ärmsten Klassen des Volkes, die sich keine Bücher kaufen können, sowie den Frauen und Mädchen zur Verfügung gestellt werden. (Nach dem Loolrw>s.rt.) Lehranstalt für graphische Gewerbe in Wien. — Der österreichische Kultusminister von Gautsch hat der Erwägung des Wiener Gemeinderats den Plan der Begründung einer Lehr- und Versuchsanstalt in Wien für Photographie und Reproduktionsverfahren anheimgegeben. Der Minister sagt zur Begründung dieses Vorschlages: . »Ich habe mich hierbei von der Erkenntnis leiten lassen, daß die in das Gebiet der Photographie und der graphischen Bersahrensarten einschlägigen Gewerbe und Jndustrieen innerhalb Österreichs ihren Hauptsitz in Wien haben, daß diesen Gewerben und Jndustrieen sowohl in künstlerischer, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine eminente Be deutung zukommt, sowie daß die vielen, mit der Photographie innig ver knüpften neuen Arten des graphischen Reproduktionsverfahrens dem ge werbefleißigen Stande dieser Stadt neue Erwerbsquellen eröffnet haben und noch eröffnen werden. Es ist dem Gemeinderate nicht unbekannt, daß die Wiener Photographie, Heliogravüre, Zinkätzung u. s. w. sich eines Weltrufes erfreut, und daß eine große Anzabl von Wiener Ge- meindeangehörigcn in diesen Jndustrieen ihren Lebenserwerb finden. Nicht weniger dürfte es bekannt sein, daß in letzter Zeit das Ausland aus diesem Gebiete die größten Anstrengungen macht, und uns durch systematische Benützung und Ausbeutung der zahlreichen neuen Erfin dungen aus diesem Gebiete mit ernstester Konkurrenz droht. Das wirk samste Mittel, nm dieser Konkurrenz zu begegnen, läge zweifellos darin, wenn in Wien, welches wie keine andere Stadt des Inlandes und wohl auch des Auslandes hervorragende Staatsanstalten, dann bedeutende Privatateliers besitzt, eine Bildungsanstalt errichtet würde, welche mit Benutzung des in diesen Anstalten gebotenen Matenales, mit hervor ragenden Kräften ausgerüstet, in künstlerischer und technischer Beziehung vollends auf der Höhe der Zeit stehend, der Wiener Industrie eine» Stamm von Arbeitskräften liefern könnte, welche im stände wären, den in Rede stehenden Gewerbszweigen zu einem Glanze und Gedeihen zu verhelfen und die Konkurenz mit dem Auslande erfolgreich auszunehmen und zu bestehen. Druckfehlerteufel. — Die folgende Mitteilung der »Boston KsLstto« dürfte auch unseren Lesern neu sein. Als die erste »unubriäFeck« Ausgabe des bekannten englischen Webst ersehen Wörterbuchs erschien, sagte der bekannte Gelehrte Caleb Cushing in einer Kritik, daß das Werk nicht mehr Fehler enthielte, als man seinem Umfange nach hätte erwarten müssen. Dies kränkte natürlich die Verleger, und sie baten um Aufklärung. Die gewiß nicht erwartete Antwort Cushings bestand in Rücksendung eines Exemplars des Werkes, in dem nicht weniger als 5000 Fehler und Jrrtümer vermerkt waren. Die Kurpfuscherei im Buchhandel. — Der Polizei- Präsident von Berlin warnt im Reichs-Anzeiger vom 25. d. eindringlich vor dem Kurpfuscher fürstlich Waldeckschen Medizinal- rat vr. pbiios. Johannes Müller und dessen Helfer Buchhändler Stahn in Berlin, Wilhelmstraße 122a, durch dessen Vermittelung die Müllerschen Anpreisungen in die Öffentlichkeit treten. Wir haben vor kurzem (in Bbl. 1886, Nr. 237) in einem Bericht über eine gerichtliche Verhandlung des gemeinschädlichen Zusammen wirkens dieser beiden Erwähnung gethan. Neue Bücher, Kataloge re. für die Hand- und Haus bibliothek des Buchhändlers. Förderung des ältesten Buchhandels durch die Stadtbehörden. Nach Urkunden des Nürnberger Kreisarchives von Oskar Hase. Ein Nachtrag zu des Verfassers Schrift: »Die Koberger«. 8°. 32 S. Sonderabdruck aus dem Archiv für Geschichte d. D. Buchhandels. 10. Bd. 1886. Druck von B. G. Teubner in Leipzig. Vis Initials Bin VsitraZ rar Kssobiobts cksr Lüobsr-Orna- rusntib von Larl Vg-ulrnaun. illit 156 Initial-krobsn. Ar. 80. 48 8. IVisn 1886, iürl Vrasssr. Vis cksutsebs Brssss. Vsrrsiobnis cksr irn Vsutsobsn Rsiobs srsobsinsncksn ^situuAsu nnck ^sitssbriktsn. 1. Bck. Volitisobs AsitunAsn, ü.rnts-, Volral- null ü.nrsiAsb1ättsr. 2. ü.nüaAs. Zr.^o xv u. 239 8. Uorbaob 1886, Uolisrt Unptsn. Illustrirtsr IVsibllLebts-Oataloz snAÜsobsr nnck kranüösisobsr IVsrbs. 1886. UrsA. v. il. 1 evistrns ^sr in VsipmA. Ar. 8". 80 8. VsipÜA, llUstrnsz-sr. 50 ^ orck. — 30 nstto. (Die geehrten Herren Einsender von neuen Büchern werden höflichst gebeten, die Angabe der Laden- und Buchhändlerpreise gefälligst nicht unterlassen zu wollen. D. Red.) Die Dante-Ausgabe des Königs von Italien. — Der Präsident der Französischen Republick empfing vor kurzem den italienischen Botschafter. Derselbe überreichte als Geschenk des Königs von Italien einen Abdruck der vom Könige selbst veran stalteten und seinem Sohne gewidmeten neuen Prachtausgabe von Dantes Werken.
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