15182 Mrfenilott s. d. Dtschn. Buchh»nd-I. Künftig erscheinende Bücher. ^ 283, 6. Dezember ISllS. Ein neuer Roman der Heimatkunst! A In den nächsten Tagen erscheint in unserem Verlage: Gisela Agnes. Lin kulturhistorischer Roman von Friedrich Heine. t?'/, Druckbogen in 8°. M 3 50. Gebunden in Ganzleinen M. 5.—. In Rechnung: 25"/» u. >3>2, bar: 33^"/» u. 11 / s 0. Von unserem als Bearbeiter von Stoffen aus der anhaltischen Geschichte bekannten Landsmanne wird noch rechtzeitig vor Weihnachten in unserem Verlage eine größere kulturgeschichtliche Erzählung erscheinen, deren Handlung sich um die Person der Fürstin Gisela Agnes, Reichsgräfin von Nienburg, gruppiert, einer als Frau wie als Regentin gleich bedeutenden und sympathischen Persönlichkeit. Der Verfasser hat es verstanden, das ganze Milieu jener Zeit, der Wende des 18. Jahrhunderts, in plastischen Bildern Wiedererstehen zu lassen. Auch die leicht archäistierende Sprache trägt den Charakter der Zeit. Auf der engen Bühne von Stadt und Land Cöthen spielen die Szenen, in denen sich die großen religions- und kulturgeschichtlichen Bewegungen widcr- spiegeln. Wir werden in die Kreise der dekadenten Noblesse und des Serenissimus- tums geführt, nehmen teil an den Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Reformierten und kehren in bescheidenen Bürgerhäusern ein. Die weltgeschicht lichen Gestalten Leopolds von Dessau und Karls XII. von Schweden werfen ihre Schatten in die Handlung, und Meister Johann Sebastians Gestirn beginnt zu leuchten. Salzburger Emigranten ziehen singend durchs Tor, und die Pietisten mit ihrer seltsamen und tiefen Frömmigkeit treten dem Verständnis nahe. Wir lernen em Geschlecht menschlich begreifen, dessen Wesen und Weise uns Kindern von heute vielfach barock erscheint, wie die Art seines Bauens, und das doch in rein menschlichen Dingen fühlte, wie wir. Man hört wohl zuweilen, die Zeit für geschichtliche Erzählungen sei vorüber. Aber wir meinen, daß da, wo dichterische Kraft sich mit gründlicher kultur geschichtlicher Kenntnis und literarischem Geschick vereint, auch das Interesse des Lesers in ungeschmälerter Weise gesesselt wird. Wir bitten, zu verlangen. Cöthen, Anh., 1. Dezember 1809. faul Schemen erben, Ges. m. b. H. Verlagshandlung und Hofbuchdruckerei.