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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.12.1909
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1909-12-06
- Erscheinungsdatum
- 06.12.1909
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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283, 6. Dezember 1SÜS. Nichtamtlicher Teil, — Sprechsaal, Börsenblatt f. d. Dtschn Buchhandel. 1 kl 18 5 »erein jüngerer Buchhändler in Hatte a H. — Der »Verein jüngerer Buchhändler« in Halle a/S., veranstaltete in althergebrachter Weise am Freitag, den IS. November im Vereins- lolale »Bauers Brauerei-Ausschank« sein diesjähriges traditionelles Gänse-Essen unter zahlreicher Beteiligung seiner Mitglieder, sowie einiger Gäste. Nach aufgehobener Tafel erfreuten uns unser verehrter Vorsitzender Kollege W. Koch, wie auch Kollege O Weise durch musikalische Darbietungen, bestehend aus Klavier- und Cellovorträgen. Für Humor und heitere Stimmung sorgte Kollege A. Zimmermann in reichlicher Weise. Erst in später Stunde trennte man sich mit dem Bewußtsein, einen vergnügten Abend verlebt zu haben. Kollege W. Koch hat sich in liebenswürdigster Weise bereit er klärt, im Lause dieses Winters einen «Richard Wagner-Zyklus« bestehend aus II Vortragsabenden zuzusichern. O. Weise. Sprechsaal. Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung, Grotzborstel. .(Vgl. Nr. 278 d. Bl.> Die Stiftung gibt zu, eine Sammlung von Büchern, die nach ihrer eigenen Angabe im Laden gekauft 60 ^ 52 H kostet, für 16 60 zuzüglich 4 ^ Jahresbeitrag, also zusammen für 19 60 H abgegeben zu haben und noch abzugeben. Jeder Angriff auf dieses Geschäftsgebaren sei eine Schädigung des Buchhandels, dient u. a. als Ausrede. Sie wollte wohl sagen: des Verlagsbuchhandels. Denn das Sortiment scheidet bei dieser Vertriebsart nicht bloß vollständig aus, sondern es soll noch außerdem den ansässigen Sortimentern die in ihren Rayon fallende Kundschaft der erfreulicherweise immer mehr ins Leben tretenden Volksbüchereien mit Hilfe des gebotenen Lock vogels abgetrieben werden. Ich bin ganz dafür, daß die Volksbüchereien unterstützt werden, und verschließe mich keineswegs der segensreichen und kulturellen Bedeutung einer solchen Unterstützung; meines Erachtens ist aber die gewählte Art und Weise, wie diese Unterstützung gegeben wird, direkt zu verwerfen; die Volks büchereien sollten die ihnen zugedachten Beiträge so erhalten, wie sie von den Stiftern gegeben werden, nämlich in bar mit der Verpflichtung, diese Gelder nur zum Büchereinkauf verwenden zu dürfen; auf diese Weise bliebe das Prinzip des festen Ladenpreises für Bücher gewahrt und würde nicht in einer Weise durchbrochen, wie dies bis jetzt allerdings einzig dasteht, während anderseits weiter verhindert würde, daß eine Versandbuchhandlung mit diesen gestifteten Barmitteln dem Sortimentsbuchhandel seine Kunden abwendig macht. Aus dem ganzen Zirkular geht doch deutlich genug hervor, daß erwartet wird, die in den Genuß dieser Vorzugspreise gelangenden Volksbüchereien werden ihren sonstigen Bücherbedarf auch bei der Dichter-Gedächtnis-Stiftung decken. Es kann niemand verwehrt werden, seinen Kundenkreis zu erweitern zu suchen, aber es muß entschieden Front da- gegen gemacht werden, wenn eine solche Erweiterung durch un statthafte Angebote ausgelöst werden soll. Das versandte Zirkular verstößt direkt gegen unsere Verkaufs ordnung, sowie gegen den unter Kollegen sonst üblichen Grad von gegenseitiger Rücksichtnahme, also auch gegen die Moral. Das Bedauerliche an dieser Sache ist, daß der Fall nicht ver einzelt dasteht, sondern daß er sich allem Anschein nach über das ganze Deutsche Reich gleichmäßig erstreckt. Die Herren Kollegen vom ganzen Deutschen Reiche haben deshalb alle Ursache, dieser Angelegenheit ihre volle Aufmerksamkeit zu widmen. Es ist das keineswegs ein Kampf gegen Windmühlen, wie sich die Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung auszudrücken beliebt; denn was dem einen heute noch nicht passiert ist, kann ihm morgen schon passieren. Es wäre sehr zu wünschen, wenn von den zuständigen Stellen für baldige Remedur gesorgt würde. Kirchheim a/Teck, 3. Dezember 1909. Richard Haag. Firma: C. Riethmüller. Musikalien-Rabatt. Der Verlag »Harmonie« kündigt in halbseitigen Zeitungs- inseraten sein Musikalbum »Für frohe Kreise«, 224 Seiten, elegant gebunden für 2.65 an und liefert auf Bestellung dieses Album im Gewichte von ca 1400 § für 2.20 ^ netto bar. Es werden zwar für Versand (ganz klein gedruckt) 85 -Z an- gegeben, aber der beim Sortiment bestellende Kunde, der sonst alle Bestellungen ohne Portoberechnung erhält, wird nicht eilt- sehen, daß er noch Spesen zahlen soll. Reichenbach i. Schles. P. Wiese. Erwiderung. Wir setzen als allgemein bekannt voraus, daß wir unsere Musikalien so, und höher, rabattieren, wie es im Musikalienhandel üblich ist, mit 50 und 60 Prozent nebst Freiexemplaren, und bei größeren Bezügen Vorzugsangebote mit noch höheren Rabatten machen. Musik-Alben sind jedoch von jeher, mehr noch als Klavierauszüge, von solchen Rabattsätzen ausgeschlossen gewesen aus dem einfachen Grunde, weil die Kalkulation solcher billigen Artikel, auf die im übrigen von dem Sortimenter kein Rabatt an das Publikum gegeben wird, eine solche Rabattierung nicht zuläßt. Das Album »Für frohe Kreise« bildet aber auch hier von eine ganz besondere Ausnahme aus unten näher ausgeführten Gründen. Ehe wir diese jedoch ausführen, möchten wir bemerken, daß wir diesen Massenartikel, für den wir eine ungemein groß zügige, kostspielige Propaganda im Interesse des Sortiments in szeniert und bezahlt haben, dem Sortiment je nach Anzahl der bezogenen Exemplare schon bei 10 Exemplaren mit 2 netto, bei 50 Exemplaren schon mit 1 ^ 90 -Z netto und bei 100 Exemplaren mit 1 ^ 80 H offeriert haben, bei den größeren Bezügen sogar »auf Abruf«, wodurch sich also das Bild zugunsten des Sortiments wesentlich verändert. Wir erhalten täglich Privatbestellungen, und es hat sich noch kein Kunde beschwert, daß er 85 ^ für den Versand bezahlen muß. In unserem Inserat ist dies auch durchaus nicht so klein gedruckt, daß es übersehen werden könnte. Warum also ausgerechnet der bei Herrn Wiese bestellende Kunde oder überhaupt die Reichenbacher Kunden so wenig Intelligenz besitzen sollen, daß sie nicht einsehen können, weshalb sie bei einem so billigen Artikel die Portospesen selbst tragen müssen, ist uns nicht erklärlich. Glaubt Herr Wiese etwa, daß irgend ein Berliner Warenhaus den Reichenbachern zuliebe die Portospesen auf einen 2 ^ 65 ^-Artikel selbst tragen wird? Warum also verwöhnt der Sortimenter seine Kunden so zu feinem eigenen Schaden und macht dann demjenigen Verleger Vorwürfe, der versucht, das Publikum an die Bezahlung der Spesen zu gewöhnen? Das Album »Für frohe Kreise« erschien im vorigen Jahre bereits zu dem Preise von 3 ./L 60 «Z ord. Wir hatten uns von diesem Album infolge seines hervorragenden Inhaltes ganz Außer gewöhnliches versprochen und gleich eine Auflage von vielen Tausenden gedruckt. Trotz aller auffallenden Anzeigen ver sagte das Sortiment vollkommen; es wurden lächerlich wenig Exemplare bestellt, und das Geschäft wollte nicht in Fluß kommen. Da erbarmte sich ein Berliner Warenhaus, kaufte die gesamte Restauflage von vielen Tausend Exemplaren, bestellte auch gleich eine noch vor Weihnachten lieferbare Neuauflage von vielen Tausend Exemplaren und machte eine Bombenreklame in allen Berliner Tageszeitungen usw., allerdings zu einem etwas niedrigeren Preise, was uns veranlaßte, den ursprünglichen Ladenpreis aufzuheben. Nun kamen die Sorti- menter und beschwerten sich über das billigere Angebot seitens des Warenhauses. Wir unsererseits erklärten uns bereit, von den Sortimentern jedes Exemplar zum bezogenen Preise zurückzu nehmen, bekamen aber nicht nur so gut wie gar keine Exemplare zurück, sondern das Sortiment fing an, auf die Reklame der Warenhäuser hin, das Album zu bestellen, und es wurden im Laufe eines Jahres Tausende durch das Sortiment abgesetzt. Die Warenhausreklame hatte eben sozusagen das große Publikum auf dieses Album gehetzt, und das Sortiment hatte, ohne den Finger rühren zu müssen, den Nutzen davon. In diesem Jahre nun haben dasselbe Warenhaus und andere Berliner Warenhäuser die vermehrte und veränderte Auflage von 1964*
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