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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.11.1909
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1909-11-18
- Erscheinungsdatum
- 18.11.1909
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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^ 268, 18. November 1909. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 1-1143 Albert Langen Verlag für Litteratur und Kunst München Gleichzeitig erscheint: Des Framois Rabelais Pantagruel Viertes und letztes Buch Verdeutscht von Engelbert Hegaur und l>, Owlglaß Preis geheftet 2 Mark 50 Pf, in Leinen- oder Pappband 3 Mark 50 Pf. Zu erneuter Verwendung empfehlen wir Ihne» die früher erschienene» vier Bände von Rabelais in der Verdeutschung von vr. Owlglaß und Engelbert Legaur Gargantua Preis geheftet 3 Mark 50 Pf, in Leinen- oder Pappband 4 Mark 50 Pf Pantagruel Erstes Buch. Preis geheftet 2 Mark 50 Pf, in Leinen- oder Pappband 3 Mark 50 Pf. Zweites Buch. Preis geheftet 3 Mark 50 Pf, in Leinen- oder Pappband 4 Mark 50 Pf. Drittes Buch. Preis geheftet 3 Mark 50 Pf, in Leinen- oder Pappband 4 Mark 50 Pf. Mit dein Erscheinen des neuen Pantagrueldandes ist unsere Nabclaisausgabe abgeschlossen. Mir geben diese, wenn komplett bezogen, künftig auch in folgender Form ab: die 5 Bände in drei geschmackvolle Pappbände gebunden für 19 Mark, in drei Äalbfranz-Liebhaber- bände gebunden für 25 Mark. Stimmen der Presse über unsere Rabelais-Ausgabe: Neue Freie Presse, Wien: Der ungeschlachte Humor des sonderbaren Heiligen und Pfarrherrn Rabelais — hier feiert er in all seiner Grobkörnigkeit und Derbheit ein fröhliches Wiederaufleben . . . Eine wahrhafte Er neuerung, eine vollendete Nachdichtung ist es, die die Herren Hegaur und Owlgaß hier bieten, nicht nur in der Sprache, auch in dem Geist atmet der scharfe Duft jener wenig zimperlichen Zeiten, Ünd dieser Dust ist den Nasen unserer Epoche mit großem Geschick hier zugeführt worden. Durch Entfernung des Allegorischen,Kommentarbedürftigen und Nein-Aktuellen haben die Übersetzer es in mufter- und meisterhafter Weise zustande gebracht, erläuternde Vor reden und Anmerkungen überflüssig zu machen, so daß man in der Tat den Eindruck gewinnt, ein Original vor sich zu haben, ein vortreffliches, reizvolles Original, das sofort einleuchtet und irgendwelcher Erklärungen nicht bedarf, ün- prüde Seelen mögen es nicht verabsäumen, diese Rabelais- Verdeutschung ihrer Bibliothek einzureihen, und zwar aus nahmsweise nach der Lektüre. Für höhere Töchter wird der weinfrohe Schalk deutsch natürlich ebenso unmöglich bleiben wie französisch. Süddeutsche Monatshefte, München: Wir Deutschen dürfen .recht froh sein, daß es neben vielen Hundsmise' rablen Übersetzern auch noch ab und zu einen so ernsten, sorgfältigen, künstlerisch abwägenden und sprachlich schöpfe rischen gibt wie diesen vr. Owlglaß. DieZeit, Wien: Daß es möglich sein könnte, zu dieser Sprache ein deutsches Gegenstück zu schaffen, daran hatten die bisherigen Verdeutscher nicht einmal gedacht, während es den jüngsten Übersetzern famos gelungen ist. Schlechter- dings unübertroffen sind die Kapitel in gebundener Rede, so die Vorrede, die an Bildlichkeit sogar das Original überragt. BerlinerBörsest-ICourier: Ein höchst ergötzliches Buch, das uns Deutschen eigentlich erst so recht durch vr Owlglaß geschenkt wird. Denn zum ersten Male ist hier Rabelais' Stil in seiner ganzen Urwüchsigkeit, Derbheit und Witzig keit restlos verdeutscht und uns zu. eigen gemacht. Welt am Montag, Berlin: Die Übersetzung des Buches durch Hegaur und Öwlgaß ist eine Kraft- und Kunstleistung ersten Ranges, sie ist vielleicht seit den Tagen der Roman tiker die beste Eindeutschung eines fremdsprachigen Genies überhaupt. Sie gibt einen, trotz einiger Kürzungen, un- kastrierten, blutvollen und von Leben strudelnden Rabelais. Der Vokalreichtum scheint unerschöpflich; mit fester Land ist aus Schriftsprache und Dialekt das Prägnante gegriffen, und schwierigste Dinge — wie die Übertragung von Versen und Namen — sind mit Bravour und Sicherheit geleistet. Hamburger Nachrichten: Der Verdeutschung des „Gargantua" Nabelais'solgt die des ersten Teils des Panta gruel. Sie ist ein Ereignis. Sie hat ein altes französisches Buch in einer verjüngenden Verdeutschung neuerstehen lassen, uns ein KulturdokumentjenervergangenenZeitzdiedasAlter- tum der Griechen neu zu entdecken, in sich aufzunehmen be gonnen hatte, als etwas Junges, Frisches überliefert, das wir gar nicht mehr in ihm gesucht hätten. Die Übersetzung von Hegaur und vr. Owlglaß ist dem Original einfach eben bürtig. Dadurch, daß sie in einer anderen Sprache völlig selb ständig das Werk gibt, ist sie vollkommen etwas Neues, auch dem von uneingeschränktem Wert, der das Original kennt. Die von Albert Langen besorgte Ausgabe hat mit ihrem schweren, alten Buchstaben nachgemachten Druck und mit der reichen Ausstattung feinderber Ornamente, Vignetten und Anfangsbuchstaben, deren Motive ebenfalls aus guten, alten Buchausstattungszeiten genommen sind, einen per sönlichen typographischen Wert. München, im November 1909.
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