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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.02.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-02-10
- Erscheinungsdatum
- 10.02.1886
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- Deutsch
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aller Verbindungen mit den verschiedenen Verlegern zu zwingen, sich zu der soliden Basis des Rabatts von lOU der Kollegenschaft gegenüber zu verpflichten. Hand in Hand mit diesen Bestrebungen der Verleger gehen die Bemühungen der soliden Sortimenter, welche in den einzelnen Städten lokale Vereine, und in größeren Landsmannschaften Pro- vinzialverbindnngcn geschlossen haben, um zu überwachen, ob sowohl seitens der eigenen Mitglieder, wie namentlich auch seitens der sich von dem Bunde fernhaltenden Sortimenter die Vorschriften re spektiert werden, welche vom Gesamtbuchhandel als nötig anerkannt sind, und welche die vorerwähnten Verleger- wie Sortimenter- Verbindungen als Gesetz für alle proklamiert haben. Die Durch führung des Rabattsatzes von lOytz den Privatleuten gegenüber ist bereits überall gelungen, da bei diesen durch den persönlichen Verkehr die Darlegung der Umstände in genügender Weise geschehen konnte. Den Bibliotheken und Behörden gegenüber ist es dagegen noch nicht überall möglich gewesen, den Rabattsatz von 10°/> zur Geltung zu bringen, weil die betreffenden Beamten an vielen Stellen in ihren Maßnahmen und Beschlüssen nicht die Freiheit des unabhängigen Privatmannes haben. In solchen Fällen an maßgebender Stelle vorstellig zu werden, ist deshalb die Aufgabe der buchhändlerischen Vereine, und speziell hier in Berlin ist die vom Staate mit Korporationsrechten versehene »Korporation der Berliner Buchhändler« das berufene Organ, um im Interesse der Berliner Sortimentsbuchhändler den verschiedenen Behörden die Sachlage vorzutragen. Es möge deshalb auch dem Unterzeichneten Sortimentcrvereine gestattet sein, sich unter der Be fürwortung des Vorstandes unserer Korporation an den verehrlichen Magistrat zu wenden und auf die Ubelstände hinzuweisen, welche sich in dem Verkehr mit den hiesigen Buchhandlungen im Laufe der Jahre gebildet haben, und welche zu beseitigen dem Buchhandel aus den vorher entwickelten Gründen wünschenswert erscheint. Gerade zu dem Magistrate von Berlin hegt der Sortiments buchhandel das feste Vertrauen, daß derselbe, wie er so häufig auf den verschiedensten Gebieten des Verkehrs und des Handels in der Pflege des Wohles der Bürgerschaft mit leuchtendem Beispiele vor- ongegangen ist, auch in dieser Angelegenheit einen entscheidenden Schritt unternehmen und das lbisherige Verfahren bei seinen Bücherankäufen, d. h. die Forderung eines Rabatts von mehr als kOU, grundsätzlich ändern werde; denn gerade durch die Praxis der großen Stadtverwaltung wird der Buchhandel hier sehr empfindlich bedrückt. Die hiesigen Gemeindeschulen und städtischen Gymnasien er hielten bis zum Jahre 1880 von Büchern und sonstigen Lehr mitteln auf Verlangen schon 12l4°/o Rabatt; im April 1881 'wurde bei eventueller Entziehung der Lieferungk15v/g, und vom April 1883 ab sogar 16^/Ztzo von Büchern und Zeitschriften beansprucht. Anderseits sind die Lasten und Unkosten, die jedes Geschäft gerade in Berlin zu tragen hat, schwer drückende; man denke nur an die gegen früher fast verdreifachten Mietspreise und Steuern, ganz abgesehen von der allgemeinen Verteuerung der Lebensbedürf nisse in der Hauptstadt. Mit Rücksicht deshalb auf diesen vorhandenen Notstand des buchhändlerischen Gewerbes in Berlin erscheint es sehr wünschenswert, daß auch seitens der Bibliotheken des Magistrates fortan keine höheren Anforderungen mehr an den Berliner Buchhandel gestellt werden möchten, als solche jetzt allgemein gelten, beispielsweise auch bei den Reichs- und Königl. Preußischen Staatsbehörden, welche überall auf Veranlassung der Ober- Rechnungskammer nicht mehr als 10 o/o Rabatt beanspruchen. Denn es ist eine aus die Dauer ganz unhaltbare Zwangs lage, in welcher sich gerade das Berliner Sortimentsgeschäft derzeit befindet: auf der einen Seite heben die Verleger die be stehende Geschäftsverbindung auf — wie das thatsächlich in einzelnen Fällen bereits geschehen ist —, wenn mehr als 10A> Rabatt bewilligt wird; ans der anderen Seite drohen die Magistratsbibliothcken mit der gleichen Maßregel, und entziehen thatsächlich die Kaufaufträge, wenn nicht mit 15 bis 16^/zO/> Rabatt geliefert wird. Bei diesem Zustande kann sich ein solider Handel un möglich behaupten, geschweige denn weiter entwickeln. Es wird deshalb von dem Unterzeichneten Vorstande an den verehrlichen Magistrat hiermit das höfliche Ersuchen gerichtet, fortan bei seinen Bücheraufträgen für die verschiedenen zu seinem Ressort gehörenden Bibliotheken nicht mehr als lOU Rabatt vom Ladenpreise deutscher Bücher zu beanspruchen, bei Zeitschriften aber ganz davon absehen zu wollen, und die Herren Bibliotheksverwalter pp. mit darauf bezüglichen Anweisungen gütigst zu versehen. Berlin, den 25. Mai 1885. Der Vorstand des Berliner Sortimentervereins. E. Schumann. Fr. Borstell. O. Enslin. O. Mühlbrecht. G. Bath. Miscellen. Die National-Bibliothek in Rio de Janeiro. — Diese Bibliothek, das bedeutendste Institut seiner Art in Brasilien sowohl in Bezug auf die Zahl der in ihr enthaltenen Bände, wie auf die unter ihnen befindlichen künstlerischen und bibliographischen Selten heiten, ist dem Prinzregenten Johann VI. zu verdanken. Dieser brachte bei seiner Übersiedelung von Portugal nach Brasilien im Jahre 1807 die königliche Bibliothek von Ajuda mit, welche letztere König Joseph I. Emanuel gegründet hatte als Ersatz für die alte königliche Bibliothek, die am 1. November 1755 nach dem Erdbeben in Lissabon durch eine Feuersbrunst zerstört wurde. Die Bibliothek wurde 1811 allen denen, die mit einem Er laubnisscheine des Prinzregenten versehen waren, eröffnet; ihre Ein richtung und Verwaltung wurde zwei Priestern anvertraut die auch einen ausgezeichneten handschriftlichen Katalog anfertigten. Nach der Unabhängigkeitserklärung von Brasilien mußte die Bibliothek als königliches Eigentum von Portugal erkauft werden; Brasilien brachte die nötigen Opfer, um sich das Institut zu erhalten. Die Nationalbibliothek besitzt gegen 200 000 Bände. Sie ist namentlich reich an alten und äußerst seltenen Werken, besonders solchen, die Bezug auf die alte Geschichte von Portugal und Spanien haben; nicht minder reichhaltig ist sie auf juristischem und theologischem Gebiete; hervorzuheben sind ferner die zahlreich ver tretenen 'ältesten Klassikerausgaben und eine fast vollständige Sammlung der Elzevir-Klassiker; endlich eine schöne Sammlung frühester Drucke aus Venedig, Basel, Leiden, Antwerpen, Mailand, Amsterdam, Nürnberg, Rom, Paris, Lissabon, Madrid u. a. O. und die Ausgaben von Aldus, Plantin, Elzevir, Stephanus, Bodoni rc. Als größten Schatz der Jnkunabelnsammlung ist die Bibliothek auf die achtundvierzigzeilige lateinische Bibel von Fust und Schösser vom Jahre 1462 stolz, zumal sie hiervon zwei Exemplare auf Per gament besitzt. Von anderen Werken heben wir hervor: den Don Quijote von Juan Ant. Pelliccr, 5 Bände kl. 8°, Madrid 1797— 1798, mit Kupfern, eines der sechs Exemplare auf Pergament; die spanische Bibel vom Jahre 1553 bekannt unter dem Namen: Bibis ckss cknits oder Bibis cks Bsrrurs; die Polyglottenbibel des Kardinal Ximenes in sechs Bänden (1514—1517) u. v. a. m.
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