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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.07.1909
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1909-07-07
- Erscheinungsdatum
- 07.07.1909
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- Deutsch
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8058 Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 154, 7. Juli 1909 Käufer lieber warten, bis sie das Buch für ebensoviele Pence erstehen können, wie sie jetzt Schillinge fiir die erste Ausgabe zahlen müßten. Um dem Roman wieder sein altes Ansehen zu ver schaffen und das Verhältnis in den Verkäufen an Leihbiblio theken und Publikum wieder umzukehren, sei es nötig, daß die Herausgabe in lauterer Weise erfolge als bisher. Er wünsche nicht etwa, daß der Verkauf der Romane an Leihbibliotheken zurückginge; er möchte diesen vielmehr am liebsten verzehnfachen, falls ihm solche? möglich sei, aber er wünsche den Verkauf an und durch die Sortimenter der maßen zu heben, daß ihr Anteil schließlich 75 Prozent des Gesamt-Absatzes ausmache. Er sei der Meinung, daß die Einführung des not-Systems für Romane das beste Mittel zur Erreichung einer Besserung sei. Ein Preisunterschied zwischen langen und kurzen Romanen und vor allem ein trächtige Zusammenarbeit von Autor, Verleger und Sorti menter müßten die Garantie bieten, daß die Qualität und Quantität des zu verkaufenden Buches wirklich dem ge forderten Preise entspreche. Wie hoch dieser Preis sein müsse, könne jetzt nicht entschieden werden. Er wisse wohl, daß einige Buchhändler einen hohen Preis für Leihbibliotheks- Ausgaben Vorschlägen, doch sei er der Meinung, daß die Verleger der allgemeinen Tendenz, alles möglichst billig auf den Markt zu bringen, folgen würden, und daß man aus einen größeren Absatz hoffen dürfe. Er sei sicher, daß, wenn in der richtigen Art und Weise Änderungen gemacht würden, die Buchhändler das Zutrauen des Publikums wiederge winnen könnten. Nur dadurch sei eine neue Entwickelung und ein großer Aufschwung in der Bücherwelt zu erwarten, und das sei ein Vorteil sowohl für den Leser wie für Autor, Verleger und Sortimenter. — Reicher Beifall sagte Herrn Heinemann, daß die An wesenden seine Meinung teilten. <Der Wortlaut ist nach stehend in Übersetzung mitgeteilt. Red.) In einer ebenso geistvollen Rede gab darauf der be kannte Verleger Herr John Murray eine kurze Geschichte der englischen Buchhändler-Vereinigungen. In früheren Jahren hätten Autoren, Verleger und Sortimenter sich fast als Feinde betrachtet, ein gemeinschaftliches Handeln sei unbekannt gewesen. Damals trafen sich verschiedene Verleger zu wiederholten Malen im Hause des Vaters des Redners, und aus diesen Zusammenkünften habe sich die Verleger-Vereinigung entwickelt. Durch ernstliches Wollen knüpfte dieser junge Verein mit dem nicht viel älteren Autorenverein freundschaftliche Verbindungen an, und die Sortimenter, die durch schreckliche Konkurrenz einem sicheren Ruin entgegengingen, wandten sich an diese beiden Vereine um Hilfe. Durch gemeinschaftliche Arbeit hätten die Verleger, Autoren und Buchhändler die allseitige Annahme des ^ot- Preis-Abkommens erreicht, und seit der Zeit seien die Be ziehungen zwischen den drei Körperschaften immer bessere geworden. In gewissen Kreisen des Volkes sei man der Meinung, daß der Rechtsschutz der Bücher (6ox?rixllr) ein dem Autor und dem Verleger vom Staate gegebenes Privileg sei. Dem wolle er entgegenhalten, daß dies nicht der Fall sei. Es sei doch nur gerecht, daß Geistesprodukte absolutes Eigentum des Produzenten seien. Als die Gesetzgebung sich der Sache annahm, hätte sie nicht etwa gesagt: »wir geben euch Autoren das Privilegium, von euren Geisteskindern Nutzen zu ziehen-, sondern: »im Interesse des Publikums begrenzen wir euer Eigentum. Wir hoffen und wollen, daß das Volk eure Werke nach einer gewissen Reihe von Jahren voll ausnutzen kann, doch geben wir euch für eine gewisse Zeit die Garantie, daß ihr das alleinige Recht auf eure Werke habt.« Die Gesetzgebung sei also eine Begrenzung des natürlichen Rechtes, und das Oopz-rixkt demnach nicht ein Privilegium, das der Staat den Autoren gebe. »Viele Leute glauben auch, daß Billigkeit Erfolg be dinge, sei es in Popularität, sei es in finanzieller Hinsicht. Das ist aber nicht der Fall; Billigkeit mag die Verbreitung eines Buches bedeutend heben, doch hat das die Popularität nicht unbedingt zur Folge. Beachten Sie nur mal die billigen Romanausgaben, worüber man in letzter Zeit so viel spricht; diese bringen niemals einen neuen Autor. Die Verleger suchen nur solche Werke aus, die schon bedeutenden Erfolg gehabt haben; sie machen sie nur billig. Ich wende mich an die anwesenden Autoren und bitte Sie, mir zu glauben, daß, wenn man Ihnen und den kommenden jungen Autoren das Feld nimmt, auf dem Erfolg und Popularität bisher gewachsen sind, man der ge samten Literatur einen unberechenbaren Schaden zufügt.« — Von den übrigen Rednern des Abends sind zu nennen Richter Darling, Herr W. L. Courtney, Mitglied der Akademie der schönen Künste, der bekannte Autor A. E. W. Mason und das Parlamentsmitglied E. P. O'Connor. Am Sonntag morgen fand, englischer Sitte gemäß, ein Festgottesdiensr in der Westminster-Abtei statt, wo alle Sor timenter und Verleger ihre Gebete vereinigten, um Gottes Hilfe in den geschäftlichen Unternehmungen zu erflehen. Für den Montag hatte die Verleger-Vereinigung die Teilnehmer des Kongresses nach den Ausstellungs-Gründen »Tbs Vbits 6itx- eingeladen, wo sie von den Herren Heinemann, E. Bell und A. Wangh herzlich willkommen geheißen wurden. Einer Einladung des Verlagshauses Dent L Co. und der großen Sortimentsfirma W. H. Smith L Son folgend, machten ungefähr 260 Buchhändler am Dienstag einen Aus flug nach Letchworth, der ersten -Gartenstadt«, Gründung eines Vereins zur Besserung der Wohnungsverhällnisse. Die beiden einladenden Firmen haben dort, um auch ihrer seits zum Wöhle der Bevölkerung beizutragen, wahre Muster- Werkstätten sür Buchbinder und Drucker erbaut. Die schönen »ll'eivpie-Läitioos- z. B. werden dort gedruckt und gebunden, und die Firma Smith L Son führt dort alle Aufträge sür Buchbinderarbeiten aus. Nach eingehender Besichtigung aller Einrichtungen der jungen Stadt, und nachdem ein guter üvo o'clvell tiitt in den Fabrikräumen der Firma Dent L Co. die Teilnehmer gestärkt hatte, brachte ein Sonderzug die Gäste gegen 6 Uhr nach London zurück. Allerseits wird anerkannt, daß der diesjährige Kongreß der Sortimenter Englands ein großer Ersolg war und daß dis Veranstaltungen der Londoner Gruppe alle Teilnehmer aufs höchste überrascht und befriedigt haben. L. Rincklake. Rede des Herrn Wm. Heinemann. auf dem von den »LssooiLtsä LoolrssIIsrs ok 6ro»t Vritoin »nä Irslsnä« am 19. Juni 1909 im Hotel Cecil in London gehaltenen Bankett. Ich befinde mich heute abend in einiger Verlegenheit. Bei einer so angenehmen, festlichen Gelegenheit möchte ich sür einige Stunden das Geschäft vergessen, — das allerdings die Veranlassung zu dieser glänzenden Versammlung ist. Leider sind solche Gelegenheiten zu Zusammenkünften sehr selten, und wenn Sie gestatten, will ich — allerdings mit einigem Bedenken und indem ich um Entschuldigung bitte — Ihre Aufmerksamkeit für einige Bemerkungen hinsichtlich der
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