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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.04.1909
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1909-04-30
- Erscheinungsdatum
- 30.04.1909
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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- Saxonica
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^ 98, 30. April 1909. Nichtamtlicher Teil. Börsenblatt s. d. Dtschn. Buchhandel. 5217 bestehe, die von den Herren Vorrednern erwähnten Schädi gungen durch die Verkaufsordnung nicht beseitigt werden könnten, denn über das Gesetz hinweg könnte man keine Be stimmungen treffen Mit Freude stellte er darauf fest, daß wesentliche Einwendungen gegen den Entwurf der Verkaufs ordnung nicht gemacht worden seien, so daß er mit gutem Gewissen an die Versammelten die Bitte richten könne, zur Ostermesse für sn dloe-Annahme des wohldurchberatenen Entwurfs der Verkaufsordnung einzutreten. Nach drei Jahren könne man auf Grund der gesammelten Erfahrungen Mängel, die sich gezeigt hätten, beseitigen. Jetzt gelte es aber zunächst, den Anfang zu klaren Verhältnissen im geschäftlichen Verkehr der Buchhändler mit dem Publikum durch Annahme der Verkaufsordnung zu machen. Widerspruch hiergegen wurde aus der Versammlung nicht erhoben. Damit schloß die fast dreistündige Versammlung der Leipziger Buchhändler, die den Anwesenden manche Auf klärung und Anregung gebracht hatte. Die Mitglieder der Geselligen Vereinigung versammelten sich dann zu ihrem traditionellen Monats-Abendessen, das sie noch lange in fröhlicher Tafelrunde beisammenhielt. —1. Kleine Mitteilungen. * Geschäftsjubiläum. — Ein Geschäftsjubiläum, das in den April d. I. fällt — der Gründungstag ist uns nicht bekannt im Kollegenkreise allgemein verehrter Inhaber, Herr Bernhard Hartmann, seit Jahrzehnten mit dankenswerter Hingebung für das Gemeinwohl des Berufs gewirkt hat und wirkt. In dank barer Anerkennung beriefen ihn in den Jahren 1903 und 1906 die Kollegen als ll. Schatzmeister in den Vorstand des Börsen vereins, wo er in treuer Arbeit bemüht gewesen ist, dem Buch handel und seiner Organisation, insbesondere der Besserung der Lage des Sortiments zu dienen. Das Geschäft, das seit dem 1. Oktober 1871 die Firma B. Hartmann trägt, ist im April 1859 von Ferdinand Reinhardt gegründet worden. Am 1. September 1867 kam es an Carl Volkmann und führte die Firma Carl Volkmann (vormals Reinhardt'sche Buchhandlung) bis 1. Juli 1870, an welchem Tage es an Hermann Fahrenholtz (in Firma Carl Volkmann Nachf.) überging. Am 1. Oktober 1871 übernahm es Herr Bernhard Hartmann und gab ibm die Firma seines Namens. Seine um sichtige und fleißige Arbeit hat das Geschäft glücklich entwickelt, es in mancher Richtung, insbesondere im Kunsthandel, erweitert, ungeachtet der wachsenden allgemeinen Schwierigkeiten im Sorti mentsbetriebe alle Zweige des Geschäfts zu schönen Erfolgen ge führt und seine Firma zu hohem Ansehen erhoben. Nachträglich Herrn Bernhard Hartmann unsre aufrichtigen Glückwünsche aus zusprechen für langes weiteres geschäftliches und persönliches Wohlergehen, gibt uns der Ehrentag seines geachteten Hauses willkommenen Anlaß. Red. * Geschäftsjubiläum. — Ein weiteres hier bisher nicht ver- zeichnetes fünfzigjähriges Geschäftsjubiläum, das der geachteten Firma Ernst Kuhn in Biel, sei mit unseren aufrichtigen guten Wünschen hier nachträglich gemeldet. Die Firma Ernst Kuhn in Biel führt diesen Namen seit dem 1. Januar 1876. Gegründet wurde das Geschäft »Ostern« 1859 von K. F. Steinheil. Bei diesem trat am 7. Oktober 1861 Ernst Kuhn aus Bern als Lehrling ein und blieb auch nach beendeter Lehre noch bis zum 9. September 1865 als Gehilfe dort, um sich dann in anderen Stellungen (bei H. Georg in Basel und C. Langlois in Burgdorf) weiter im Berufe auszubilden. Im Jahre 1869 übernahm er mit Wirkung vom 1. Januar desselben Jahres das Geschäft seines Lehrherrn zu eigenem Besitz. Am 1. Januar 1876 gab er die bis dahin geführte Firma K. F. Steinheil auf und änderte deren Wortlaut nach seinem Namen Ernst Kuhn. Seit 1. Oktober 1900 wird er von seinem Sohne und Prokuristen Herrn Ernst Kuhn jun. in der persönlichen Führung des Betriebes unterstützt. In Lsterreich verboten. — Das k. k. Landesgericht Wien als Preßgericht hat mit dem Erkenntnisse vom 23. April 1909, Pr. XXXV 86/9/3, auf Antrag der k. k. Staatsanwaltschaft er kannt, daß der Inhalt des Druckwerkes: »ksrou-t ^.u8tria« von C. von Eynatten, Verlag »Deutsche Zukunft« in Leipzig, das Vergehen nach § 302 St.-G. begründe, und es wird nach 8 493 St.-P.-O. das Verbot der Weiterverbreitung dieser Druckschrift ausgesprochen, die von der k. k. Staatsanwaltschaft verfügte Be schlagnahme nach ß 489 St.-P.-O. bestätigt und nach 8 37 Pr.-G. Wien, am 23. April 1909. (Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 95 vom 27. April 1909.) Ed. Fuchs, l^'Llement erotique ckan8 la caricature. (Vgl. Nr. 4 d. Bl.) — Im objektiven Verfahren hatte das Land- der bei einem Augsburger Buchhändler beschlagnahmten Exem plare des im Sternschen Verlag in Wien erschienenen Werkes »I/element eroticius äan8 1a earieature« von Ed. Fuchs abgelehnt; das Reichsgericht hat jedoch das Urteil aufgehoben und die Sache an das Landgericht zurückverwiesen. Dieses bat nun im neuer lichen objektiven Verfahren den Antrag des Staatsanwalts auf Einziehung des als »unzüchtige Schrift« bezeichnten Werkes zurückgewiesen. (Münchener Neueste Nachrichten vom 28. April 1909.) Autor und Verleger. — Von den Beiträgen zur Geschichte des Buch- und Zeitungswesens, die der Hochschuldozent für Journalistik I. Friedrich Meißner in Heidelberg herausgibt, ist soeben ein neue«, zweiter Band erschienen: »Autor und Verleger». Kritische Essays und Randglossen aus Schriftsteller- und Verleger-Werkstätten von vr. Adolph Kohut. (VlI, 257 S.) Heidelberg 1909, I. Friedrich Meißner. 4 ^ brosch. Der Verfasser hat 28 seiner in verschiedenen Zeitschriften er schienenen Aufsätze über das unerschöpfliche Thema vom Autor und Verleger zu einem recht unterhaltenden und belehrenden Buche zusammengestellt, das man gern liest. Er schildert u. a. die wenig erfolgreiche Tätigkeit Lessings als Buchhändler, der zu seinem Schaden die ihm von Nicolai empfohlene Beachtung der geschäftlichen Gepflogenheiten außeracht ließ, im zweiten Kapitel den direkten Vertrieb der Klopstockschen Gelehrten-Republik ans Publikum durch den Verfasser. Klopstock verstand es, obwohl er in seiner Subskriptionseinladung weder Titel noch Inhalt der Gelehrten-Republik angab, 6666 Bestellungen darauf zu erhalten, ein für damalige Zeit entschieden großer Erfolg, der allerdings auf Konto des Rufes des Verfassers des Messias kommt. Die Ent täuschung der Käufer war freilich auch nicht gering; Goethe gab ihr scharfen Ausdruck. Den Beziehungen Friedrichs des Großen zum Buchhandel und den Beziehungen Napoleons I. zur Presse widmet der Verfasser je einen Abschnitt. Der alte Fritz verstand es vortrefflich, die Presse für seine Zwecke zu benutzen, hielt sie aber scharf im Zaum, obwohl er wünschte, daß die »Gazetten nicht geniret« werden müßten, wenn sie interessant sein sollen. Der Korse unterdrückte rücksichtslos fast die gesamte deutsche Presse; die von ihm geduldeten wenigen Blätter durften nur seine Meinung haben. Kurz berührt der Verfasser die Berliner Zeit schriften vor 75 Jahren, gedenkt der angenehmen Eigenschaften von Gustav Schwab als Redakteur und rügt verschiedene redak tionelle Unarten. Von Ludwig Uhland und Adalbert Stifter wird erzählt, daß sie mit ihren Verlegern stets in einem sehr an genehmen Verkehr standen. Von Stifters Briefen an seinen Ver leger wird eine Anzahl abgedruckt. Der Geschichte des Honorars wird ein sehr interessantes Kapitel gewidmet; fünf bisher unge druckte Briefe von Adolf Müllner werden darin mitgeteilt. Müllner hatte mit seinen Schicksalstragödien großen Erfolg, kam aber wegen seiner Selbst- und Streitsucht mit jedermann in Zu sammenstoß, auch mit seinen Verlegern. Als 8. Teil seiner dra matischen Werke ließ Müllner einen Supplementband für Schrift steller, Buchhändler und Rechtsgelehrte: »Meine Lämmer und ihre Hirten« 1828 erscheinen. Von M. G. Saphir werden verschie dene ergötzliche Stückchen mitgeteilt. Benjamin Franklin, Fr. I. Bertuch, Kaspar Braun, der Begründer der Fliegenden Blätter, Anton Philipp Reclam, Wilhelm Braumüller werden gewürdigt. 679 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. 76. Jahrgang.
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