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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.01.1923
- Strukturtyp
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- 1923-01-31
- Erscheinungsdatum
- 31.01.1923
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»X- 28, 31, Januar 1923. Redaktioneller Teil. wenigstens auf die Hälfte zu rechnen. Es steht meist vor gefüllten Lagern, Wahrscheinlich werden die kapitalschwachen Sortimente, um Betriebskapital zu gewinnen, bald bei steigender Schlüsselzahl unterm Verlegerpreis verkaufen, wenigstens zeigt sich dieser Vor gang schon in kleinen Städten. Das bedeutet natürlich zuguter letzt ihren wirtschaftlichen Untergang, Es entsteht dann folgende Lage: Entweder gehen diese Sortimente klanglos ein, oder andere kapitalkräftige Sortimente kaufen sie auf oder Verlagsgruppen er werben sie, zumal in der Großstadt, zum intensiven Vertrieb eigener Verlagswerke, Die Novitätenvertriebsfrage schreit dringend um Abhilfe, Kein Schöngerede kann die Tatsache verschleiern, heute ist hier etwas nicht in Ordnung, Teils macht der Geldentwertungsprozetz jede Kommissionslieferung unmöglich, teils lassen auch die Spesen überhaupt di« Unkosten der Ansichtssendungen nicht mehr zu. Auch kann bei 3V Oliv Novitäten jährlich überhaupt der Buch handel sich nicht mehr dafür allgemein verwenden. Schon seit einiger Zeit ist das Sortiment vielfach nicht mehr Buchberatnngs- stelle, sondern nur noch Buchverkaufsstelle, Als solche allein inter essiert es den Verlag sehr wenig. Dann kann er den Vertrieb seiner Bücher selbst übernehmen. Natürlich gibt es Ausnahmen, da, wo das Sortiment ein Gesicht hat. Was ist unter Gesicht zu verstehen? Nicht etwa eine einseitige Spezialisierung in Spezialbuchhandlungen etwa in Recht, Naturwissenschaften, Kunst u, a,, sondern eine Auswahl im Bücherlagcr unter dem Ge sichtspunkt eines persönlichen Geschmackes und Verantwortungs gefühls, »Jedes richtig gehende Sortiment muß weniger eine .Kundschaft' als eine .Käufer ge mein de' haben-, wurde auf Lauenstein definiert. Hier setzt auch die Jugendbewegung im Buchhandel ein. Sie hat sich neuer dings bereits zu einer kulturellen Gilde zttsammengeschlossen und versucht, neu« Wege zu gehen. Allgemein wurde in Lauenstein der Grundsatz vertreten, daß in der kommenden Krisis der Verlag zuerst die Buchhandlungen »mit Gesicht- zu unterstützen habe. Eine willkommen« Ergänzung zu den rein buchhändlerischen Fragen bildeten die Ausführungen des Regierungsrats vr, Buch- w a I d, der als Dezernent für den Thüringer Staatsverlag und das Volksbildungswesen die Thüringer Regierung vertrat, Ei ist aber auch praktischer Leiter der Thüringer Volkshochschulen und Gründer der ersten Wanderbuchhandelsorganisation, Er be tonte den Gesichtspunkt der Verantwortlichkeit des Buchhandels für das kommende geistige Deutschland, Welche Art Literatur können wir uns in unserer Armut noch leisten, welche muß fallen? Der Buchhändler der Zukunft hat auch ein Pfle ger des Geistigen zu sein. Von diesem Gesichtspunkt begründete er die enorme Wichtigkeit gut verwalteter Volksbil dungsbibliotheken, die vielleicht der einzige Weg sind, um unsere heutige Kulturhöhe für die nächsten Jahrzehnte durch unsere Armut hindurchzuhalten. Seine zweite Forderung war eine bessere Ausbildung des Nachwuchses, die zu eingehenden Erörte rungen Veranlassung gab. Die »realen- Punkte des Bauhüttenplanes setzten mit den Zwischen-Genossenschaftsformen des Barsortiments und Kommissionsbuchhandels bereits am Montag nach mittag zur Genugtuung der Leipziger ein. Die Leipziger Teil- nehmergruppe war besonders stark, ebenso di« Münchener, und in beiden standen sich nüchterner Wirklichkeitssinn und realer Idealismus einander ergänzend gegenüber. Der Chronist hatte dabei den ganz subjektiven Eindruck, es sei an der Zeit, daß der berlinisch-sächsische Nützlichkeitsstandpunkt im Buchhandel endlich einmal eine Ehe mit bayerischem und schwäbischem Idealismus eingehe. Es war ihm in diesem Sinne ein erfreuliches Zeichen, daß der Führer der Leipziger, der vormittags noch die Jugend bewegung als allgemeines Gerede abtat, bereits am Nachmittag erklärte, es interessiere ihn außerordentlich, dahinter zu kommen, was sie eigentlich wolle. Die Referate über Barsortiment und Kommissionsbuchhandel waren Muster klarer Ausführungen, be ruhend auf Tatsachen; man schwamm und ertrank beinahe in Statistiken, bildlichen Tafeln, vertraulich mitgeteilten Umsatzzif fern und Berechnungen, So ähnlich mag es in den Beratungs ausschüssen der Großindustrie zugehen, die genügend volkswirt schaftlich geschultes Personal zur Aufstellung von Statistiken zur Verfügung hat. Natürlich di« letzten Geschäftsgeheimnisse, was man nebenbei, außerhalb des regulären Umsatzes verdient, wurden verschwiegen, doch wurde freimütig auf manchen Einwurs Ant wort gegeben. Am rundesten war die Debatte über das Bar- sortiment. Die Katalogsrag« wurde ausführlich behandelt. Reu war den meisten die Berechnung der Umsatzstatistik nach Kilo und nicht nach Mark. Dabei wurde milgeteilt, daß das Kilo Bücher im Durchschnitt zu bewerten war im Frieden — 4,90 Mk,, 1917 — 5 20 Mk„ 1918 8.- Mk,, 1919 - 12,- Mk,, 1920 - 27 — Mk„ 1921 ^ 40,60 Mk,, End« 1922 ---- 3000,— Mk, Die Anwesenden stellten sich im allgemeinen auf den Standpunkt, daß es durchaus richtig ist, die Form des Barsortiments durchzuhalten, auch wenn es zurzeit eigentlich überflüssig ist. Es kann durchaus infolge der Veränderung von Porto- und Frachtsätzen wieder die Zeit kom men, daß sich der Verkehr zwischen Verlag und Sortiment wieder Leipzig zuwendet. Aus den Ausführungen über den Kommissions buchhandel war ersichtlich, wie rationell die Arbeitsteilung im Kommissionsgeschäft ist und wie verbilligend sie wirkt. Es wurde klargelegt, wie unpraktisch es wäre, wenn etwa die Sortimente einer Stadt olle einen gemeinsamen Kommissionär hätten, Di« Frage, wie weit das Grossohaus als Genossenschaftsform gegenüber der Kommissionsbuchhandlung zu bevorzugen sei, konnte leider nicht geklärt werden, da «in Vertreter dieses Zwei ges fehlte. Sie bleibt einer späteren Zusammenkunft Vorbehalten. In engem Zusammenhang damit standen die Erörterungen über die B u ch h ä n d l e r b a n k, die nach dem inzwischen ver öffentlichten Vorschlag von Robert Voigtländer in Leipzig gegrün det worden ist, um die Berechnungsspesen zu mindern. Es wur den allerlei Bedenken ausgesprochen, wie weit eine solche Bank ohne eigenes Kapital durchzuführen sei. Schließlich einigte man sich auf den Beschluß der Hamburger, den ihr Vertreter über brachte: Es sei allerseits von Verlag und Sortiment zu begrüßen, daß ein solches Experiment gemacht werde. Die Praxis würde ja nach einem Jahr ergeben, ob es durchzusühren sei. Das Referat über Auslandabsatz, bzw, Ausland- buchhandel stand etwas sehr unter dem Eindruck des pro ckvnw- Redens, Es ergab sich aus der Debatte, daß schärfer unterschieden werden müßte zwischen Übersee und europäischen Ländern, Die Behauptung des Referenten, daß seit Antritt der Schlüsselzahl, also seit Oktober, der Absatz ins Ausland stark zurückgegangen sei, wurde von Fachleuten entschieden bestritten. Leider hatte der Ver treter der Schweiz im letzten Augenblick absagen müssen, dagegen war Wien zur Stelle, Bei dem Vorbringen der Wiener Klagen über Auslandzuschlag ergab sich, daß die Wiener über die näheren Verhältnisse, warum dies« Maßregel erfolgte, nicht ausreichend orientiert find. An die Auslandfragen schloß sich eng das Refe rat über P r o p a g an d a an. Den Schluß der Verhandlungen nahmen die Kalküla- tionsfrage und Autorenhonorarfrag« unter den ver änderten wirtschaftlichen Verhältnissen ein. Es ist Wohl besser, wenn diese Fragen noch in einem kurzen Sonderaufsatz behandelt werden, denn hier muß nachdrücklich Klarheit geschaffen werden. Gar zu leicht kommt unter den heutigen Verhältnissen der produk tive Autor gegenüber dem geschästsgewandten Literaten, der Aus gaben arrangiert, zu kurz. Es droht die Gefahr, daß die honorar- freien Bücher, Übersetzungen und ältere Ausgaben, die Neupro duktion durch ihren Preisunterschied an die Wand drücken. Mancherlei Einzelheiten kamen noch zur Sprache, So z, B. daß neuerdings sich besonders schlau Dünkende durch Schmieren der Maschinenmeister der großenDruckereien und derGeschäftssührei der Großbuchbindereien versuchten, ihre Bücher schneller gedruckt rmd gebunden zu erhalten. Im Anschluß daran wurde die man gelnde Lieferungspllnktlichkeit der Leipziger Buchbindereien erör tert, Früher konnte man aus eine Lieferungsfrist von etwa 14 Tagen rechnen, schon seit Herbst 1921 dauert die Lieferungsfrist etwa 8 Wochen, Ein Mitglied unseres Kreises hatte darüber eine Umfrage an einige Leipziger Buchbindereien gerichtet, aus deren Beantwortung sich die Gründe für diese Erscheinung ergaben. Sie glaubten samt und sonders, daß vom Februar d, I, wieder normale Verhältnisse eintreten würden. Auch der Sortimenterzuschlag kam kurz zur Verhandlung, Allgemein wurde auch seitens der anwesenden Sortimenter eir
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