Mittwoch, den 29. April 1908. Umschlag zu 98. Ein Buch, voll von seiner und stimmungsvoller Erzählerkunst. 3n diesen Tagen gelangt zur Ausgabe: Albert Geiger Martin Staub Roman Preis geheftet M. 2.50 ord., M. l.90 no., M. 1-70 bar und 9^ „ gebunden M. 3.50 ord., M. 2.65 no., M. 2.40 bar und 9 d Einband für das Freiexemplar M. —.75 bar Zur Probe, wenn bis zum 15. Mai 1908 auf dem der Nr. 95 beiliegenden Zettel bestellt: l Exemplar mit 40"/,, 2 Exemplare mit 50"/«, 7/6 Exemplare mit 40"/» geheftet. „Martin Staub" ist ein liebes Buch; frei von romanhaften Effekten und ge machten Spannungen. Großzügig in seiner Anlage und voll poetischer Reize. Mit plastischer Schärfe und Kraft treten die idyllisch-behaglichen und die tragisch-erschütternden Momente hervor. — Vater und Sohn lind einander gegenübergestellt: Martin Staub — der Verbitterte, mit dem Leben zer fallene Holzschnitzer, der einstmals als Bildhauer nach dem Höchsten gestrebt und dann müde und verzweifelt resigniert hat — Ludwig Staub, der ideale, mitten in einer naturalistischen Malweise von glühender Liebe zu einer idealistischen Malerei erfüllte Sohn, der gleich dem Vater und widerFessen Willen den Dornenweg eigenen Strebens geht, aber gerade durch die Tragik dieses Dornenganges dem ihm fremd gewordenen Vater in einer tief er greifenden Schlußszene wieder zugeführt wird. Virtuos gezeichnete Bilder aus dem Vorstadtleben, packende Raturschilderungen, charakteristische Szenen aus dem Kunstschulleben bilden den Rahmen dieser Handlung, und junge Liebe, junge Leiden wirken ihre schimmernden Fäden hinein. Mit Recht hat man den süddeutschen Dichter mit seinen früher erschienenen Arbeiten in die vorderste Reihe der deutschen Erzähler gestellt. Freunde einer ehrlichen, starken und tiefen Kunst wird „Martin Staub" ein Freund sein. Wir bitten zu verlangen und zeichnen Berlin W. 30, Münchenerstraße 8 hochachtungsvoll Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Lermann Ehbock.